Freitag, 30. Oktober 2026

NürnbergSpatenstich für neues Heizkraftwerk

[17.06.2026] N-ERGIE baut im Nürnberger Südwesten ein innovatives Heizkraftwerk für eine klimafreundliche Fernwärmeversorgung. Die Anlage soll ein neues Stadtquartier und Teile des bestehenden Netzes versorgen und gilt als wichtiger Baustein der Wärmewende.

Spatenstich für das neue Heizkraftwerk im Nürnberger Südwesten.

v.l.: Florian Stöger, Mitglied des Vorstands Kraftanlagen Energies & Services SE; Marcus König, Oberbürgermeister, Stadt Nürnberg; Maik Render, Sprecher des Vorstands, N-ERGIE Aktiengesellschaft

(Bildquelle: N-ERGIE)

Ein neues Heizkraftwerk soll die Fernwärmeversorgung in Nürnberg flexibler, effizienter und perspektivisch klimaneutral machen. Wie N-ERGIE mitteilt, hat das Unternehmen am 9. Juni 2026 südlich der Rothenburger Straße offiziell mit dem Bau der Anlage begonnen.

Das Heizkraftwerk entsteht zwischen Herbststraße und Uffenheimer Straße und soll künftig sowohl den neuen Stadtteil Tiefes Feld als auch Teile des bestehenden Nürnberger Fernwärmenetzes versorgen. Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2028 geplant. N-ERGIE investiert rund 52 Millionen Euro in das Projekt.

Technisch setzt das Unternehmen auf ein innovatives Kraft-Wärme-Kopplungssystem (iKWK), das mehrere Komponenten miteinander verbindet. Kern der Anlage sind zwei erdgasbetriebene Blockheizkraftwerke mit jeweils 4,5 Megawatt (MW) elektrischer und 4,7 MW thermischer Leistung. Die Aggregate lassen sich später auf einen Betrieb mit 100 Prozent Wasserstoff umrüsten.

Großwärmepumpe ergänzt das System

Ergänzt wird das System durch eine Großwärmepumpe mit rund 4,6 MW thermischer Leistung, die Umgebungsluft als erneuerbare Wärmequelle nutzt. Ein Pufferspeicher mit einem Volumen von rund 360 Quadratmeter soll den Betrieb flexibel gestalten und Lastschwankungen ausgleichen. Hinzu kommen zwei bereits vorhandene Elektroheizer mit jeweils 25 MW elektrischer Leistung aus dem Heizkraftwerk Sandreuth.

Die Grundlast der Wärmeversorgung übernehmen künftig die Luft-Wärmepumpe sowie perspektivisch weitere grüne Wärmequellen aus dem Verbundnetz, etwa aus einer Großwärmepumpe im Klärwerk oder aus Geothermie. Während der Heizperiode schalten sich die Blockheizkraftwerke bei Bedarf zu. Dabei erzeugen sie nicht nur Strom, sondern speisen auch die entstehende Abwärme in das Fernwärmesystem ein.

Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) bezeichnete das Projekt als wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Stadtentwicklung. N-ERGIE-Vorstandssprecher Maik Render verwies auf die Rolle der Anlage bei der Dekarbonisierung der Fernwärme. Florian Stöger, Vorstandsmitglied von Kraftanlagen Energies & Services, hob die Kombination aus Flexibilität, Effizienz und Wasserstofffähigkeit hervor. Das Unternehmen realisiert das Projekt als Generalunternehmer.

Baustein des neuen Stadtquartiers Tiefes Feld

Eng verknüpft ist das Heizkraftwerk mit der Entwicklung des neuen Stadtquartiers Tiefes Feld. Seit 2023 verlegt N-ERGIE dafür auf einer Länge von rund 2.400 Metern neue Fernwärmeleitungen. Die Trasse führt von der Henry-Dunant-Schule entlang der Erasmus- und Elsa-Brandström-Straße sowie der Rothenburger Straße bis zum neuen Quartier.

Bis 2030 sollen im Tiefen Feld rund 2.000 Wohnungen für etwa 4.000 Menschen entstehen. Geplant sind außerdem ein Gymnasium, eine Grundschule, mehrere Kindertagesstätten und ein großer Landschaftspark. Die neue U-Bahn-Haltestelle Kleinreuth der Linie U3 soll das Quartier an das Stadtgebiet anbinden.





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