Mittwoch, 19. August 2026

RWEHalbjahresergebnis veröffentlicht

[19.08.2026] RWE hat im ersten Halbjahr 2026 sein bereinigtes EBITDA um mehr als 40 Prozent auf drei Milliarden Euro gesteigert. Zugleich baut der Konzern seine Erzeugungskapazitäten weiter aus und setzt verstärkt auf Windkraft, Solarenergie und Batteriespeicher.

RWE hat jetzt sein Ergebnis für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt.

(Bildquelle: Andre Laaks/RWE)

RWE hat im ersten Halbjahr 2026 sein bereinigtes EBITDA auf drei Milliarden Euro gesteigert. Wie RWE berichtet, lag das Ergebnis damit mehr als 40 Prozent über dem Vorjahreswert von 2,1 Milliarden Euro. Das bereinigte Nettoergebnis stieg von 0,8 auf 1,3 Milliarden Euro. Das bereinigte Nettoergebnis je Aktie erhöhte sich um mehr als 60 Prozent von 1,08 auf 1,77 Euro.

Zum Ergebnis trugen alle Geschäftsbereiche bei. RWE profitierte vor allem von besseren Windverhältnissen in Europa sowie von neuen Windkraftanlagen, Solarparks und Batteriespeichern. Seit Ende Juni 2025 hat der Konzern seine Erzeugungskapazität insgesamt um 2,6 Gigawatt (GW) erhöht. Hinzu kam eine Entschädigungszahlung des niederländischen Staates für die zeitweise gesetzlich begrenzte Kohleverstromung.

Weiterer Ausbau des Portfolios

RWE treibt gleichzeitig den Ausbau seines Portfolios voran. Seit Jahresbeginn nahm das Unternehmen Anlagen mit insgesamt 752 Megawatt (MW) Erzeugungskapazität in Betrieb. Das Portfolio aus erneuerbaren Energien, flexibler Erzeugung und Batteriespeichern umfasst damit knapp 41 GW. Weitere Anlagen mit einer Leistung von 10,3 GW befinden sich im Bau. In den ersten sechs Monaten investierte RWE netto 6,3 Milliarden Euro.

Für das Gesamtjahr plant der Konzern inzwischen Nettoinvestitionen von neun bis elf Milliarden Euro. Zuvor hatte RWE sechs bis acht Milliarden Euro vorgesehen. Der höhere Investitionsrahmen berücksichtigt auch die geplante Mehrheitsbeteiligung an Amprion. Vorstandsvorsitzender Markus Krebber sieht darin ein weiteres Wachstumsfeld. RWE will nach eigenen Angaben bis 2031 insgesamt 42 Milliarden Euro netto investieren.

Auch die Ergebnisprognose für die kommenden Jahre hat der Konzern angehoben. Für das bereinigte Nettoergebnis je Aktie erwartet RWE bis 2031 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von rund zehn Prozent. 2031 soll der Wert bei 4,55 Euro liegen. Das Unternehmen bestätigt zudem sein Dividendenziel von 1,32 Euro je Aktie für 2026. Bis 2031 soll die Dividende ebenfalls jährlich um zehn Prozent steigen.

Segment Offshore Wind

Im Segment Offshore Wind stieg das bereinigte EBITDA im ersten Halbjahr von 643 auf 810 Millionen Euro. Ausschlaggebend waren vor allem höhere Produktionsmengen, nachdem sich die Windbedingungen im Vergleich zum schwachen Vorjahreszeitraum normalisiert hatten.

Onshore Wind/Solar erzielte ein bereinigtes EBITDA von 1,016 Milliarden Euro nach 830 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2025. Neben dem Ausbau der Erzeugungskapazitäten wirkten sich bessere Windbedingungen in Europa positiv aus. Belastungen ergaben sich unter anderem aus der Umrechnung von US-Dollar in Euro.

Das Segment Flexible Erzeugung steigerte sein bereinigtes EBITDA von 606 Millionen auf 1,025 Milliarden Euro. Einen wesentlichen Anteil daran hatte eine Entschädigung des niederländischen Staates in Höhe von 332 Millionen Euro. Hintergrund war eine gesetzliche Einschränkung der Kohleverstromung im Jahr 2022, durch die das RWE-Kraftwerk Eemshaven seine Stromproduktion vorübergehend reduzieren musste. Zudem stiegen die Einnahmen aus dem britischen Kapazitätsmarkt.

Positive Entwicklung im Energiehandel

Auch der Energiehandel entwickelte sich besser als im Vorjahr. Nach einem schwachen Jahresauftakt verbesserte sich die Entwicklung im Eigenhandel von RWE Supply & Trading im zweiten Quartal. Das bereinigte EBITDA des Segments erreichte im ersten Halbjahr 134 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 16 Millionen Euro.

Trotz der hohen Investitionen blieb die Finanzlage aus Sicht des Unternehmens solide. Zum 30. Juni 2026 lag die Nettoverschuldung bei 15 Milliarden Euro. Der Anstieg gegenüber dem Jahresende 2025 geht vor allem auf die Investitionen und saisonale Effekte beim bereinigten operativen Cashflow zurück. RWE rechnet deshalb mit einem höheren Leverage Factor, also einem höheren Verhältnis von Nettoschulden zu bereinigtem EBITDA. Die Zielmarke liegt im unteren Bereich des Korridors von drei bis 3,5. Nach Einschätzung des Konzerns dürfte dieser Wert dennoch unterschritten werden.



Stichwörter: Unternehmen, RWE, Amprion,


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