BDEWWasserstoffhochlauf stockt

Die meisten Wasserstoffprojekte sind erst in der Planungsphase.
(Bildquelle: Adobe Stock)
Von bundesweit 169 Wasserstofferzeugungsprojekten sind bislang 44 mit einer Gesamtleistung von 181 Megawatt (MW) in Betrieb. Das geht nach Angaben des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) aus dessen Wasserstoffmonitor hervor. Weitere 27 Projekte mit zusammen 1.271 MW befinden sich im Bau oder haben eine finale Investitionsentscheidung erreicht. Mit 98 Vorhaben und einer geplanten Leistung von insgesamt 11.896 MW befindet sich der größte Teil hingegen noch in der Planungsphase.
Finanzierung sichern
Der BDEW wertet die Zahlen als Zeichen dafür, dass der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland stockt. Der Verband sieht insbesondere bei den Finanzierungsbedingungen Handlungsbedarf. Während das Wasserstoffkernnetz aufgebaut werde und der Bedarf bis 2030 steigen dürfte, bestehe die Gefahr, dass sich Investitionsentscheidungen für Erzeugungsprojekte verzögerten oder Vorhaben aufgegeben würden.
„Wer den Wasserstoffhochlauf will, muss jetzt die Finanzierung ermöglichen und sichern“, erklärt Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Der Verband fordert deshalb ein Wasserstoffgesetz mit verlässlichen Regeln für den Markthochlauf. Dabei sollten ordnungspolitische Vorgaben, Anreize und Förderinstrumente miteinander verbunden werden.
Stärkere europäische Zusammenarbeit
Eine zentrale Rolle misst der BDEW Wasserstoff-Differenzverträgen, sogenannten Contracts for Difference (CfDs), bei. Diese sollen die Differenz zwischen den Kosten für erneuerbaren und kohlenstoffarmen Wasserstoff und der Zahlungsbereitschaft potenzieller Abnehmer verringern und dadurch Investitionen ermöglichen. Dafür fordert der Verband einen eigenen zweckgebundenen Haushaltstitel für Wasserstoff-CfDs im Klima- und Transformationsfonds des Bundeshaushalts 2027.
Zudem spricht sich der BDEW für eine stärkere europäische Zusammenarbeit aus. Deutschland solle den Aufbau einer europäischen Wasserstoff-Allianz der EU-Mitgliedstaaten vorantreiben. Ein grenzüberschreitender Wasserstoffmarkt sei nach Einschätzung des Verbands notwendig, um den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft zu unterstützen.
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