Mittwoch, 9. September 2026

DVGWNorwegen bleibt zentraler Energiepartner

[09.09.2026] Norwegen spielt nach Einschätzung des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs eine Schlüsselrolle für die deutsche Versorgungssicherheit und die Energiewende. Beim German-Norwegian Energy Dialogue 2026 in Oslo warb der Verband für eine engere Zusammenarbeit bei Wasserstoff und CO2-Infrastrukturen.

DVGW-Vorstandsvorsitzender Gerald Linke beim German-Norwegian Energy Dialogue 2026 in Oslo.

(Bildquelle: DVGW)

Nach Angaben des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfachs (DVGW) ist Norwegen derzeit der mit Abstand wichtigste Gaslieferant Deutschlands. Von den im Jahr 2025 importierten 1.031 Terawattstunden (TWh) Gas stammten laut Bundesnetzagentur 44 Prozent aus Norwegen. Auf die Niederlande entfielen 24 Prozent, auf Belgien 21 Prozent. Die Bedeutung Norwegens gehe jedoch über die gegenwärtige Gasversorgung hinaus, erklärte DVGW-Vorstandsvorsitzender Gerald Linke beim German-Norwegian Energy Dialogue 2026 in Oslo. 

Offshore-Wasserstoff-Infrastruktur im Gigawatt-Maßstab

Deutschland und Norwegen arbeiteten unter anderem beim Aufbau von Transport- und Speicherinfrastrukturen für Kohlendioxid (CO2), bei der Erzeugung von klimaneutralem Wasserstoff sowie bei der Transformation der Energie-Infrastruktur in der Nordsee zusammen. Als Beispiel nennt der Verband das Projekt AquaDuctus, mit dem eine Offshore-Wasserstoff-Infrastruktur im Gigawatt-Maßstab aufgebaut werden soll.

Ein Energiesystem auf Basis erneuerbarer Energien und einer Zusammenarbeit mit Partnern wie Norwegen sei langfristig die günstigste und sicherste Lösung für Deutschland, sagte Linke. Gemeinsame Projekte zur Erzeugung und zum Transport von Wasserstoff und CO2 müssten deshalb bereits heute vorbereitet werden. Wasserstoff und andere gasförmige Energieträger werden nach Einschätzung des DVGW auch künftig für Energieversorgung und Dekarbonisierung benötigt.

Handlungsbedarf für den Winter

Mit Blick auf den Winter 2026/2027 sieht der Verband allerdings Handlungsbedarf. Die derzeitigen Gasimportmengen reichten nach Einschätzung Linkes noch nicht aus. Bis zum 1. November müssten die deutschen Gasspeicher entsprechend der gesetzlichen Vorgabe zu 70 Prozent gefüllt sein. Nach Berechnungen des DVGW würde dieses Ziel bei einer durchschnittlichen Einspeicherung von zuletzt 0,499 TWh pro Tag verfehlt. Ab Mitte September sei eine durchschnittliche Rate von 1,0 TWh pro Tag notwendig, ab Ende September wären es 1,25 TWh. Zum 29. August lag der Speicherfüllstand laut DVGW bei 52,6 Prozent.

Der Verband begrüßt vor diesem Hintergrund den Vorschlag des Bundeswirtschaftsministeriums für eine nationale strategische Gasreserve. Vorgesehen sei eine Reserve von rund 24 TWh beziehungsweise etwa zehn Prozent der Speicherkapazität. Nach Angaben des DVGW könnte sie allerdings frühestens im Gaswirtschaftsjahr 2027/2028 wirksam werden.





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