HamburgRaffinerie am Wasserstoffnetz

Der Vertrag zur Planung des Netzanschlusses wurde auf der Hydrogen Technology World Expo unterzeichnet.
v.l.: Dr. Peter Wolffram, Hamburger Energienetze; Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher; Lars Bergmann, GeschäftsführerHOLBORN Europa Raffinerie
(Bildquelle: Hamburger Energienetze)
Die Holborn Europa Raffinerie soll künftig Wasserstoff aus dem Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz HH-WIN beziehen. Wie die Hamburger Energienetze mitteilen, haben beide Unternehmen auf der Hydrogen Technology World Expo in Hamburg einen Vertrag zur Planung des Netzanschlusses unterzeichnet. Die Unterzeichnung fand im Beisein von Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher statt. Die Anschlussanlage soll ab 2028 einen neuen Produktionskomplex auf dem Raffineriegelände in Hamburg-Harburg versorgen.
Produktion von Green-Diesel
In dem derzeit im Bau befindlichen Green-Diesel-Production-Komplex (GDP) will Holborn künftig jährlich rund 220.000 Tonnen hydriertes Pflanzenöl (HVO) und nachhaltigen Flugkraftstoff (Sustainable Aviation Fuel, SAF) herstellen. Als Ausgangsstoffe dienen gebrauchte Speiseöle und andere biogene Reststoffe. Bei der Verarbeitung wird Wasserstoff eingesetzt, um die Rohstoffe unter hohem Druck und bei hohen Temperaturen in Kohlenwasserstoffe umzuwandeln, die als Diesel- beziehungsweise Flugkraftstoff verwendet werden können. Nach Angaben des Unternehmens könnten durch die geplante Produktion im Verkehrssektor jährlich bis zu 800.000 Tonnen CO₂ eingespart werden. Die tatsächliche Klimawirkung hängt unter anderem von den eingesetzten Rohstoffen und der Herkunft des Wasserstoffs ab.
Anschluss mit bis zu 62 Megawatt Leistung
Für die Versorgung der Raffinerie planen die Hamburger Energienetze eine Gasdruckregel- und Messanlage mit einer Dauerleistung von 35,4 Megawatt. Bei Lastspitzen soll eine Wasserstoffleistung von bis zu 62 Megawatt bereitgestellt werden können. Die Anlage soll direkt auf dem Raffineriegelände entstehen und an eine Hauptleitung des Wasserstoffnetzes zwischen Hamburg-Moorburg und Harburg angeschlossen werden. Das Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz HH-WIN soll im Herbst 2027 in Betrieb gehen. Mit Holborn gewinnt das Netz bereits in der Aufbauphase einen industriellen Großabnehmer.
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