Freitag, 30. Oktober 2026

Smart-Meter-InitiativeInteresse an dynamischen Stromtarifen wächst

[30.10.2026] Dynamische Stromtarife werden bekannter, doch bislang nutzen sie nur drei Prozent der Deutschen. Weitere 15 Prozent würden gerne einen solchen Tarif abschließen, wie eine YouGov-Umfrage zeigt. Der geringe Smart Meter Roll-out bremst jedoch die Verbreitung.

Smart Meter sind die Voraussetzung für dynamische Stromtarife.

(Bildquelle: adobestock)

Drei Prozent der Erwachsenen in Deutschland nutzen bereits einen dynamischen Stromtarif, weitere 15 Prozent möchten künftig einen solchen Tarif abschließen. Das zeigt eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag der Smart-Meter-Initiative (SMI), die von den Stromanbietern Octopus Energy, Ostrom, Tibber und Rabot Energy gegründet wurde. Für die repräsentative Erhebung befragte das Meinungsforschungsinstitut vom 9. bis 12. Oktober 2026 insgesamt 2.043 Personen ab 18 Jahren.

Die Bekanntheit dynamischer Stromtarife ist gegenüber 2024 deutlich gestiegen. Während damals 38 Prozent der Befragten angaben, solche Tarife zu kennen, sind es inzwischen mehr als 50 Prozent. Allerdings weiß nur etwa die Hälfte dieser Gruppe, wie dynamische Tarife funktionieren. Bei diesen Tarifen orientiert sich der Strompreis am Börsenstrompreis, der sich viertelstündlich ändern kann. Verbraucher können dadurch Kosten sparen, wenn sie ihren Stromverbrauch in Zeiten niedriger Preise verlagern.

Voraussetzung für die automatisierte Nutzung dynamischer Tarife ist ein intelligentes Messsystem, ein so genannter Smart Meter. Dessen Verbreitung kommt in Deutschland allerdings nur langsam voran. Nach den von der SMI angeführten Zahlen der Bundesnetzagentur waren Mitte 2026 erst knapp sechs Prozent der Haushalte mit einem solchen Zähler ausgestattet.

Auch die Bekanntheit der Smart Meter steigt nur langsam. Laut Umfrage wissen inzwischen 39 Prozent der Befragten über die Technologie Bescheid. Das sind neun Prozentpunkte mehr als 2024. Von diesen Befragten kennen 35 Prozent den Messstellenbetreiber als zuständige Stelle für die Bestellung eines Smart Meters. Dagegen halten 40 Prozent den Stromanbieter und 13 Prozent den Vermieter oder die Hausverwaltung für zuständig.

Die Smart-Meter-Initiative sieht in der geringen Verbreitung intelligenter Messsysteme ein Hindernis für die Nutzung dynamischer Stromtarife. Sie fordert deshalb vereinfachte Anmeldeprozesse und unterstützt die von der Bundesregierung im Juli angekündigte Einführung eines Smart Meter Light. Dabei handelt es sich um einen Zähler mit reduziertem Funktionsumfang, der nach Vorstellung der Initiative insbesondere Haushalten ohne größere steuerbare Verbraucher wie Wärmepumpen oder Wallboxen den Zugang zu dynamischen Tarifen erleichtern soll.

„Das Problem ist nicht die mangelnde Nachfrage, sondern weiterhin der schleppende Smart Meter Roll-out“, sagt Matthias Martensen, Geschäftsführer von Ostrom und Mitgründer der Initiative. Stromanbieter, Messstellenbetreiber und Bundesregierung müssten gemeinsam für einen schnelleren Ausbau sorgen.

Die Umfrage zeigt zudem, dass knapp 30 Prozent der Befragten bereits mindestens eine Technologie nutzen, die für die Energiewende relevant ist. Dazu zählen Photovoltaikanlagen und Balkonkraftwerke ebenso wie Wärmepumpen und Wallboxen. Die SMI sieht darin ein wachsendes Potenzial für die flexible Steuerung des Stromverbrauchs.





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