Stadtwerke BochumFernwärmeausbau und Wärmepumpen geplant

Oberbürgermeister Jörg Lukat (links) und Stadtwerke-Geschäftsführerin Elke Temme stellen am in Bochum die kommunale Wärmeplanung vor.
(Bildquelle: Lutz Leitmann/Stadt Bochum)
Die Stadtwerke Bochum wollen den Ausbau der Fernwärme vorantreiben und das Stromnetz für den zunehmenden Einsatz von Wärmepumpen ertüchtigen. Wie der Energieversorger mitteilt, bildet die inzwischen vom Stadtrat verabschiedete kommunale Wärmeplanung die Grundlage für die weiteren Maßnahmen. Gemeinsam mit der Stadt und der Wohnungswirtschaft haben die Stadtwerke einen Fahrplan für den Umbau der Wärmeversorgung entwickelt.
Der Wärmeplan unterscheidet grundsätzlich zwischen Fernwärme-Versorgungsgebieten und dezentralen Versorgungsgebieten. In dicht bebauten Stadtteilen soll vor allem die Fernwärme ausgebaut werden. In Gebieten mit geringerer Wärmebedarfsdichte gelten dagegen individuelle Heizlösungen, insbesondere Wärmepumpen, als wirtschaftlich sinnvoller. Der Wärmeplan legt dabei keine bestimmte Heiztechnologie für einzelne Gebäude verbindlich fest.
Unterschiedliche Bereiche des Fernwärmeausbaus
Für den Fernwärmeausbau unterscheidet die Planung zwischen Bestands-, Eignungs- und Prüfgebieten. In Bestandsgebieten können Gebäude nach individueller Prüfung grundsätzlich kurzfristig angeschlossen werden. In Eignungsgebieten hängt der weitere Ausbau insbesondere von einer ausreichenden Nachfrage ab. In Prüfgebieten müssen zusätzlich die verfügbare Leistung, geeignete Leitungstrassen und das Interesse größerer Wärmeabnehmer berücksichtigt werden.
Nach Angaben der Stadtwerke ist das Anschlussinteresse der Eigentümer ein wesentlicher Faktor für die Ausbauplanung. Über eine interaktive Karte und eine Adresssuche können Gebäudeeigentümer prüfen, welchem Versorgungsgebiet ihre Immobilie zugeordnet ist. Fernwärmeanfragen lassen sich anschließend online stellen und werden individuell geprüft.
Um zusätzliche Anschlüsse zu fördern, bieten die Stadtwerke einen zeitlich befristeten Rabatt von 5.000 Euro auf einen Fernwärmeanschluss an. Der sogenannte Frühstarter-Bonus gilt bis zum 31. Januar 2027 und richtet sich insbesondere an Eigentümer in bestehenden Fernwärmegebieten, deren Gebäude zeitnah angeschlossen werden können.
Wärmepumpen in dezentralen Versorgungsgebieten
In den dezentralen Versorgungsgebieten setzen die Stadtwerke vor allem auf Wärmepumpen. Ein Fernwärmeausbau wäre dort laut Wärmeplanung wegen langer Leitungstrassen, geringer Wärmebedarfsdichte oder fehlender Möglichkeiten zur lokalen Wärmeerzeugung häufig unwirtschaftlich. Die Stadtwerke bereiten deshalb das Stromnetz auf eine steigende Zahl elektrischer Heizsysteme vor. Gemeinsam mit dem örtlichen Handwerk bieten sie zudem Wärmepumpen zum Kauf oder zur Pacht an.
Die Stadt Bochum will alle Gebäudeeigentümer schriftlich über die Ergebnisse der Wärmeplanung informieren. Ab November sind außerdem Informationsveranstaltungen in allen sechs Stadtbezirken vorgesehen. Dort sollen Bürger Fragen zu den Versorgungsmöglichkeiten und anstehenden Investitionen klären können.
Oberbürgermeister Jörg Lukat (SPD) betont, dass Eigentümer funktionierende Heizungen nicht vorzeitig ersetzen müssten. Sie sollten sich jedoch rechtzeitig über die langfristigen Möglichkeiten an ihrem Standort informieren, um notwendige Investitionen planen zu können.
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