Tiefe GeothermieBochums Untergrund wird kartiert

Messtrucks schicken Vibrationssignale in den Untergrund, um geologische Strukturen sichtbar zu machen.
(Bildquelle: A. Jüstel / Fraunhofer IEG)
In Bochum soll jetzt ein Schallbild des Untergrunds erstellt werden. Wie die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG mitteilt, will das Projekt Vesta Contrast damit Daten zur tiefen Geothermie der Region liefern. Die Daten sollen kartografisch aufbereitet werden und das Aufsuchen untertägiger Wärmespeicher erleichtern. Erfasst werde ein fünf Kilometer langes Stück in Bochum und Witten. Das vom IEG verantwortete Teilprojekt Contrast (CarBON TempeRAture Storage) werde im Seismik-Verfahren die Messungen vornehmen. Sie reichen bis maximal 2.000 Meter in die Tiefe. Das Messfenster betrage etwa eine Woche und soll in der Zeit bis einschließlich Februar 2025 liegen. Das BMWK fördere das Vorhaben mit rund 300.000 Euro.
Das Projekt Vesta (Very-High-Temperature Heat Aquifer Storage) wiederum werde eine Konzeptstudie zur Nutzung des Bochumer Untergrunds für die Wärmewende erstellen. Projektpartner sind das Deutsche GeoForschungsZentrum GFZ, das Karlsruher Institut für Technologie, die Stadtwerke München sowie die EnBW Energie Baden-Württemberg.
Laut IEG ist der Untergrund im Ruhrgebiet aufgrund seiner Bergbautradition bis in die Tiefen von circa 1.200 Metern gut bekannt. Darunter gebe es aber noch viele weiße Flecken, die für eine geothermale Nutzung und Speicherung sehr interessant sein können. „Wenn wir die tiefen Strukturen verstanden haben, haben die lokalen Energieversorger und Unternehmen eine bessere Basis für die Nutzung in klimaneutralen Energiesystemen“, sagt Florian Hahn, Projektleiter des übergeordneten Projekts VESTA am Fraunhofer IEG.
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