DüsseldorfEnergie-Kommune dank Wärme- und Verkehrswende

Düsseldorf setzt auf Wärmewende, Photovoltaik und neue Mobilitätsangebote.
(Bildquelle: Ingo Lammert)
Düsseldorf arbeitet an einem umfangreichen Programm für Klimaschutz und Energiewende. Laut der Stadtverwaltung hat der Stadtrat bereits 2019 beschlossen, die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt bis 2035 klimaneutral zu machen.
Der Plan sieht vor, die jährlichen Treibhausgasemissionen von derzeit knapp sieben Tonnen Kohlendioxid-Äquivalent pro Einwohnerin bzw. Einwohner auf etwa zwei Tonnen zu senken. Das Kohlendioxid-Äquivalent ist eine Maßeinheit, mit der sich unterschiedliche Treibhausgase vergleichbar machen lassen. Grundlage sind mehrere Energie- und Klimaschutzkonzepte der Stadt. Für diese Maßnahmen wurde die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt im Februar von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) zur Energie-Kommune des Monats gekürt.
Fachkräfte für die Energiewende
Ein Schwerpunkt liegt auf der Aus- und Weiterbildung von Fachkräften. Insbesondere Handwerkerinnen und Ingenieure sind für den Umbau der Energieversorgung in Gebäuden und Infrastruktur von großer Bedeutung.
Die Stadt unterstützt deshalb die Düsseldorfer Umweltakademie. Die Einrichtung der Kreishandwerkerschaft Düsseldorf bietet Schulungen für junge sowie erfahrene Handwerkerinnen und Handwerker an. Themen sind beispielsweise Versorgungssicherheit und Klimaschutz. Zudem organisiert die Akademie Informationsveranstaltungen für Gebäudeeigentümer und Mieter.
Auch die Hochschule Düsseldorf beteiligt sich. Sie bietet den berufsbegleitenden Studiengang „Haus-, Energie- und Anlagentechnik” an. Die Abkürzung HEAT steht für „House, Energy and Building Services Engineering”. Absolventinnen und Absolventen können dort einen Bachelorabschluss im Ingenieurwesen erwerben und zugleich einen Meistertitel im Installateur- und Heizungsbauerhandwerk erlangen.
Laut der Hochschule müssen sie nach dem Studium nur noch den praktischen Meisterteil bei der Handwerkskammer ablegen. Anschließend stehen ihnen auch weiterführende Masterstudiengänge offen.
Wärmewende und neue Mobilität
Die Wärmeversorgung der Stadt spielt eine zentrale Rolle. Laut Stadtverwaltung liegt der jährliche Wärmebedarf bei rund 7,8 Milliarden Kilowattstunden. Gleichzeitig gibt es Potenziale von 11,5 bis 13,4 Milliarden Kilowattstunden aus erneuerbaren Energien.
Der Wärmesektor wird derzeit jedoch überwiegend mit fossilen Energieträgern versorgt. Ihr Anteil liegt bei etwa 92 Prozent. Erdgas allein macht dabei mehr als zwei Drittel aus. Die kommunale Wärmeplanung soll deshalb den Umbau der Wärmeversorgung steuern.
Künftig könnten Wärmepumpen, oberflächennahe Geothermie und Fernwärme eine größere Rolle spielen. Geothermie bezeichnet die Nutzung von Erdwärme. Auch Oberflächengewässer und Solarthermie sollen als Energiequellen dienen.
Die Stadt prüft zudem den Einsatz großer Wärmepumpen im Rhein und am Klärwerk Süd. Außerdem soll Abwärme aus Industriebetrieben genutzt werden. So liefert etwa ein Werk des Chemiekonzerns Henkel seit Anfang 2026 industrielle Abwärme.
Geothermie möglich
Parallel dazu plant Nordrhein-Westfalen den Ausbau der Tiefengeothermie. Laut dem Masterplan des Landes sollen bis 2045 bis zu 20 Prozent des Wärmebedarfs durch Erdwärme gedeckt werden. Aufgrund seiner geologischen Bedingungen gilt Düsseldorf als möglicher Standort. Eine Erkundungsbohrung wird vorbereitet.
Auch im Verkehrssektor setzt die Stadt auf Veränderungen. Bis 2035 sollen rund 100 sogenannte Mobility Hubs entstehen. Diese sogenannten Mobility Hubs verbinden den öffentlichen Nahverkehr, Carsharing, Fahrradangebote und Ladepunkte für Elektroautos. Rund 30 solcher Stationen gibt es bereits. Das Netz öffentlicher Ladepunkte umfasst derzeit etwa 2.500 Anschlüsse. Bis 2030 sollen es nach Angaben der Stadt rund 8.000 sein.
Gleichzeitig wird der Zustand der Radinfrastruktur kritisiert. Im Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) schneidet Düsseldorf bei Leihrädern und geöffneten Einbahnstraßen gut ab. Verbesserungsbedarf sehen Radfahrerinnen und Radfahrer unter anderem bei der Baustellenführung, dem Falschparken auf Radwegen und den Ampelschaltungen.
Trotz zahlreicher Projekte sieht die Stadt noch einen langen Weg bis zur Klimaneutralität. Der Düsseldorfer Umweltdezernent Jochen Kral erklärt: „In der Landeshauptstadt Düsseldorf wirken die Stadtverwaltung, die lokale Wirtschaft, das Handwerk und insbesondere engagierte Bürgerinnen und Bürger gemeinsam am ehrgeizigen Ziel, bis 2035 die Klimaneutralität zu erreichen. Die Vielfalt der Projekte und Akteure zeigt, dass Klimaschutz eine Gemeinschaftsaufgabe ist: Durch lokales Handeln können wir unserer globalen Verantwortung gerecht werden, den menschengemachten Klimawandel zu mildern.“
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