Stadtwerke LübeckErstes eigenes Rechenzentrum in Betrieb genommen

Mit ihrem eigenen Rechenzentrum haben die Stadtwerke Lübeck jetzt volle Kontrolle über ihre Daten.
v.l.: Dr. Jens Meier, CEO Stadtwerke Lübeck Gruppe; Christoph Schweizer, COO Stadtwerke Lübeck Gruppe
(Bildquelle: Stadtwerke Lübeck Gruppe GmbH)
Die Stadtwerke Lübeck haben ihr erstes eigenes Rechenzentrum offiziell in Betrieb genommen. Wie das Unternehmen mitteilt, soll die neue Anlage eine regionale Infrastruktur für besonders sensible und geschäftskritische Daten bereitstellen und so die digitale Unabhängigkeit von internationalen Cloud-Anbietern stärken.
Bereits vor der Eröffnung waren die Kapazitäten der ersten Ausbaustufe nahezu vollständig vergeben. Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Betreiber kritischer Infrastruktur aus der Region nutzen das Angebot, ihre Daten lokal zu verarbeiten und zu speichern. Ziel ist es, Datensouveränität, Sicherheit und Verfügbarkeit zu erhöhen und gleichzeitig die Resilienz zentraler digitaler Systeme zu stärken.
Standortvorteil für Wirtschaft und Verwaltung
„Das Rechenzentrum ist ein Meilenstein für Lübeck. Wir schaffen eine digitale Infrastruktur, die Sicherheit, Unabhängigkeit und Energieeffizienz vereint – und wir tun das bewusst in kommunaler Verantwortung“, sagt Jens Meier, CEO der Stadtwerke Lübeck Gruppe. Digitale Daseinsvorsorge gehöre zu den zentralen Aufgaben kommunaler Versorger. Mit der neuen Anlage sichere man die Datenhoheit vor Ort und schaffe zugleich einen Standortvorteil für Wirtschaft und Verwaltung.
Technisch ist das Rechenzentrum für hochverfügbare Anwendungen ausgelegt. Zentrale Systeme sind mehrfach redundant aufgebaut, sodass der Betrieb auch bei Störungen aufrechterhalten werden kann. Eine leistungsfähige Netzanbindung und moderne Schutzmechanismen gegen Cyber-Angriffe sollen zusätzliche Sicherheit gewährleisten.
Der Betrieb basiert auf einem energieeffizienten Gesamtkonzept. In einem benachbarten Umspannwerk errichten die Stadtwerke zwei Blockheizkraftwerke mit jeweils 100 Kilowatt elektrischer Leistung. Sie liefern Wärme für das entstehende Quartier Geniner Ufer und erzeugen gleichzeitig Strom, der vorrangig im Rechenzentrum genutzt wird. Überschüssige Energie wird in das öffentliche Netz eingespeist. Ergänzend entsteht auf dem Dach des Gebäudes eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 180 bis 200 Kilowatt peak. Die Abwärme der Server wird zudem zur Beheizung angrenzender Räume genutzt.
Hohe Nachfrage
Der wirtschaftliche Bedarf für ein regionales Rechenzentrum gilt als hoch. Nach einer Umfrage der IHK zu Lübeck aus dem Jahr 2022 unter 156 Mitgliedsbetrieben kann sich rund die Hälfte der Unternehmen mit eigener IT-Infrastruktur vorstellen, ein regionales Rechenzentrum zu nutzen. Besonders wichtig sind ihnen demnach Datensouveränität, hohe Verfügbarkeit und regionale Ansprechpartner.
„Die sehr hohe Nachfrage und Auslastung zum Start zeigen, dass sich Unternehmen und öffentliche Einrichtungen intensiv mit der Frage der Datensouveränität beschäftigen“, sagt Christoph Schweizer, COO der Stadtwerke Lübeck Gruppe. Das Rechenzentrum schaffe eine skalierbare Infrastruktur für die wachsenden digitalen Anforderungen der Region.
Die Stadtwerke planen bereits den nächsten Ausbau. Noch in diesem Jahr soll eine weitere Bauphase beginnen. Danach wird mehr als das Dreifache der heutigen Kapazität zur Verfügung stehen. Perspektivisch sollen zusätzliche Flächen auch für High-Performance-Computing und Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz entstehen.
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