Donnerstag, 3. September 2026

Frankfurt (Oder)Stadtwerke setzen auf Echtzeit-Steuerung

[15.04.2026] Die Stadtwerke Frankfurt (Oder) treiben die digitale Optimierung ihrer Energieanlagen voran. In Zusammenarbeit mit Data Cybernetics soll eine Software den Betrieb flexibler und wirtschaftlicher gestalten. Das Ziel ist eine automatisierte Steuerung in Echtzeit.

Die Stadtwerke Frankfurt (Oder) arbeiten an einer neuen Form der Kraft-Wärme-Steuerung. Dies geht aus einer Mitteilung des Unternehmens Data Cybernetics hervor. Seit 2024 kooperieren beide Seiten, um Wärmespeicher und Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen besser zu nutzen.

Bei der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) erzeugen Anlagen gleichzeitig Strom und Wärme. Wärmespeicher nehmen überschüssige Wärme auf und geben sie später wieder ab. Im ersten Schritt werteten die Partner reale Betriebsdaten aus dem Jahr 2024 aus. Diese Phase wird als „Schattenoptimierung“ bezeichnet. Dabei lief die Optimierung nur in der Simulation, nicht im realen Betrieb.

Mehr Erlöse durch flexible Steuerung

Der Fokus lag auf dem Stromhandel am sogenannten Intraday-Markt. Das ist ein Handelsplatz, an dem Strom mit sehr kurzen Fristen, teils im Minutenabstand, gehandelt wird. Die Preise schwanken dort stark.

Laut Mitteilung zeigte die Analyse: Wer Anlagen flexibel steuert und auf Preissignale reagiert, kann zusätzliche Erlöse erzielen. Das ermittelte Potenzial liegt bei rund 5.000 Euro pro Megawatt Leistung und Jahr. Diese Effekte entstehen, wenn Wärmespeicher und KWK-Anlagen gezielt auf Preisschwankungen reagieren. Eine Software soll dabei helfen, die optimale Fahrweise zu berechnen.

Automatisierung im laufenden Betrieb

Nun beginnt die nächste Phase. Die bisher getestete Software „Gramian Grid“ soll in den realen Betrieb überführt werden. Das Ziel ist eine vollautomatische Steuerung.

Dazu sind drei Schritte geplant: Die Optimierung soll in Echtzeit erfolgen. Prognose- und Handelssysteme sollen direkt miteinander verbunden werden. Zudem sollen manuelle Prozesse entfallen.

Carsten Blank von Data Cybernetics sagt: „Der besondere Wert dieses Projekts liegt für uns in der engen, pragmatischen Zusammenarbeit mit dem Energieeinkauf und der Leitwarte vor Ort. Mit unserem Produkt Gramian Grid entstehen Lösungen, die datengesteuerte Automation und reale Praxisanforderungen ideal zusammenbringen.“

Auch die Stadtwerke sehen darin einen wichtigen Schritt. Marcel Georgi erklärte: „Mit diesem Projekt gehen wir einen entscheidenden Schritt für die Energiewende und die Wärmetransformation. Durch die automatisierte Sektorkopplung und den smarten Energieeinkauf heben wir neue Erlöspotenziale im Intraday-Handel und verzahnen den Strom- und den Wärmemarkt so eng wie nie zuvor.“





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