Serie kommunaler Klimaschutz (Teil 6)Bewusstsein schärfen

Die Erarbeitung von Kommunikationskonzepten und eine systematische Öffentlichkeitsarbeit helfen Kommunen bei der Stärkung des Klimaschutzes vor Ort.
(Bildquelle: KEA)
Kommunale Klimaschutzmaßnahmen sind umso erfolgreicher, je mehr Personen sich aktiv daran beteiligen. Deshalb ist es wichtig, bei relevanten Zielgruppen das Bewusstsein für die Folgen des Klimawandels zu stärken. Dazu gehört, dass geplante Klimaschutzmaßnahmen transparent und für die Beteiligten akzeptabel sein sollten und dass sie die Menschen zur Mitwirkung animieren. „Diese Ziele lassen sich am besten mit einem systematischen Kommunikationskonzept und einer engagierten Öffentlichkeitsarbeit erreichen“, weiß Harald Bieber, Leiter des Kompetenzzentrums Kommunaler Klimaschutz der KEA aus vielen Jahren Projekterfahrung.
In einem ersten Schritt gilt es dabei, wichtige Zielgruppen zu identifizieren. Mitarbeiter der kommunalen Verwaltungen gehören klassischerweise dazu, ebenso lokale Medien sowie Privatpersonen. Aber auch Akteure innerhalb und außerhalb der Kommunen gelten als wichtige Mitspieler: Geht es beispielsweise um die Bildung von Energieeffizienznetzwerken zur Verminderung von Treibhausgasemissionen, spielen Gewerbebetriebe eine große Rolle.
Kommunikationskanäle sinnvoll nutzen
Das kommunale Kommunikationskonzept sollte zudem die einschlägigen Ziele sowie die notwendigen Instrumente zu deren Umsetzung beschreiben. Als Kommunikationskanäle stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: So eignen sich Rundbriefe, Broschüren und Projekt-Flyer, um Zielgruppen über die Notwendigkeit der Klimaschutzmaßnahmen zu informieren. Auch die Pflege eines attraktiven Internet-Auftritts sowie Artikel in regionalen Tageszeitungen, Mitarbeiterzeitschriften und Amtsblättern stellen sinnvolle Informationskanäle dar.
Workshops, Veranstaltungen, Messen und Ausstellungen sprechen die Menschen direkt an und beziehen sie aktiv in den Klimaschutz ein. Für die Belegschaft kommunaler Verwaltungen sowie von Schulen und Kindergärten bieten sich Exkursionen an, beispielsweise zu Passivhäusern oder Biomasse-Heizwerken. Zur Mitarbeit animieren auch öffentlichkeitswirksame Wettbewerbe. „Besonders erfolgreich sind umfassende Klimaschutz-Kampagnen mit einer kreativen Leitidee, einer Marke und einem Logo, die gezielt nach außen kommuniziert werden“, so Bieber.
Klimaschutz-Kampagne der Stadt Tübingen
Mithilfe einer großangelegten Kampagne ruft Tübingen bereits seit 2008 das Thema Klimaschutz in das Bewusstsein wichtiger Akteure. Unter dem Motto „Tübingen macht blau“ nutzt die Universitätsstadt dabei die komplette Bandbreite an Kommunikationsmitteln: von Faltblättern mit Energie- und Klimaschutzthemen über jährlich stattfindende Klimatage bis hin zu zahlreichen Mitmachaktionen. Zudem bietet die Stadt Fördermittel, einen kostenfreien Nahverkehr an Samstagen und regelmäßige Beratungsangebote zu zahlreichen Energie-, Umwelt- und Klimaschutzthemen an. Das sorgt dafür, dass Klimaschutzmaßnahmen nicht nur akzeptiert, sondern auch von der Öffentlichkeit mitgetragen werden. Auf einer eigens eingerichteten Web-Seite können sich Bürger und Unternehmen über alle Aktionen der Kampagne informieren.
http://www.energiekompetenz-bw.de
Serie kommunaler Klimaschutz (Teil 1)
Serie kommunaler Klimaschutz (Teil 2)
Rhein-Lahn-Kreis: Klimaschutzportal bündelt Daten
[22.01.2026] Der Rhein-Lahn-Kreis stellt mit einem regionalen Klimaschutzportal eine zentrale Online-Plattform für klimarelevante Daten, Förderangebote und Aktivitäten bereit. Das Portal soll Transparenz schaffen, Information bündeln und perspektivisch mehr Beteiligung ermöglichen. mehr...
Verbandsgemeinde Schweich: Maßnahmenpaket für Energiewende
[21.01.2026] Die Verbandsgemeinde Schweich baut ihre Eigenstromerzeugung massiv aus und organisiert die Energiewende künftig über eine neue Anstalt des öffentlichen Rechts. Photovoltaik, Strombilanzkreis und geplante Wärmenetze sollen den Weg zur klimaneutralen kommunalen Energieversorgung beschleunigen. mehr...
Kreis Borken: Positive Bilanz zu Beratungsangeboten
[21.01.2026] Der Klimakreis Borken zieht für 2025 eine positive Bilanz seiner Informationsangebote zur energetischen Sanierung und kündigt für 2026 neue Beratungstage und Veranstaltungsformate an. Nach Angaben des Netzwerks stießen insbesondere Vorträge, Klimawochen und Energiechecks auf große Resonanz in der Bevölkerung. mehr...
Enzkreis: Bis 2040 treibhausgasneutral
[19.01.2026] Der Landkreis Enz setzt auf den Ausbau von Solar- und Windenergie sowie auf Beratung und Beteiligung. Dafür wurde er von der AEE zur Energie-Kommune des Monats gekürt. mehr...
Klimaaktive Kommune: Aufruf zur Teilnahme an Wettbewerb
[09.01.2026] Das Deutsche Institut für Urbanistik ruft Kommunen zur Teilnahme am Wettbewerb Klimaaktive Kommune 2026 auf. Ausgezeichnet werden erfolgreich umgesetzte Klimaschutzprojekte, die mit jeweils 40.000 Euro Preisgeld gefördert werden. mehr...
Sächsische Energieagentur: Energieportal erweitert
[06.01.2026] Das Energieportal Sachsen der Sächsischen Energieagentur wird um mehrere neue Kategorien erweitert. Ziel ist es, Kommunen, Unternehmen und Bürgern einen noch besseren Überblick über qualifizierte Akteure im Bereich Energie und Klimaschutz zu geben. mehr...
Stadtwerke Rostock: Waldaktie als Goodie
[12.12.2025] Die Stadtwerke Rostock verknüpfen ab 2026 neue Regionaltarife für Strom und Gas mit dem Erwerb der Waldaktie. Damit steigt nach Angaben des Klimaschutzministeriums die Nachfrage nach dem seit fast zwei Jahrzehnten erfolgreichen Ökowertpapier weiter. mehr...
BDEW/ZSW: Erneuerbare decken 2025 fast 56 Prozent des Stromverbrauchs
[11.12.2025] Erneuerbare Energien lieferten 2025 nach Berechnungen von ZSW und BDEW knapp 56 Prozent des deutschen Stromverbrauchs. Trotz schwachem Windjahr stützte vor allem der starke Photovoltaikzubau das Plus. mehr...
Stuttgart: Energiekommune dank Bildung und Sparen
[09.12.2025] Stuttgart will spätestens 2035 klimaneutral sein. Die Stadt arbeitet seit vielen Jahren an ihrem Energiemanagement und unterstützt auch Bürger beim Energiesparen. Schulen spielen dabei eine zentrale Rolle. mehr...
AEE: Tool soll Klimaschutz und Energiewende vermitteln
[28.11.2025] Ein neues mehrsprachiges Online-Tool soll Kommunen und Institutionen helfen, Klimaschutz und Energiewende verständlich zu vermitteln. Entwickelt wurde das kostenlose Awareness Toolkit im Rahmen des vom Auswärtigen Amt geförderten Projekts Energiewende Partnerstadt 3.0. mehr...
Difu: Sechs klimaaktive Kommunen ausgezeichnet
[27.11.2025] Sechs Kommunen erhalten im Wettbewerb Klimaaktive Kommune 2025 jeweils 40.000 Euro für besonders gelungene Klimaschutzprojekte. Ziel des vom Deutschen Institut für Urbanistik ausgelobten Wettbewerbs ist es, wirksame lokale Maßnahmen sichtbar zu machen und Nachahmer zu finden. mehr...
Osnabrück: Erster Klima-Abend
[25.11.2025] In Osnabrück haben vergangene Woche rund 200 Gäste beim ersten Klima-Abend der Stadt über Wege zur Klimaneutralität 2040 diskutiert. Die Veranstaltung bot laut Stadt Einblicke in zentrale Handlungsfelder und viel Raum für direkten Austausch. mehr...
Difu: Auszeichnung von klimaaktiven Kommunen
[24.11.2025] Auf der Kommunalen Klimakonferenz in Berlin werden diese Woche am 25. November die sechs Preisträger des Bundeswettbewerbs „Klimaaktive Kommune 2025“ vorgestellt. Jede ausgezeichnete Kommune erhält 40.000 Euro, insgesamt stehen 240.000 Euro bereit. mehr...
Mainz: Fördermittel ausgeschöpft
[24.11.2025] Das Mainzer Förderprogramm für Photovoltaik-Speicher ist beendet, die Mittel aus dem kommunalen Investitionsprogramm KIPKI sind vollständig vergeben. Rund 500.000 Euro ermöglichten den Bau hunderter Anlagen mit großer Solar- und Speicherkapazität. mehr...
Baden-Württemberg: Positive Bilanz zu Klimaschutz-Projekt
[20.11.2025] Vier Kommunen in Baden-Württemberg ziehen zwei Jahre nach Start des Landesprojekts „Auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2035“ eine positive Bilanz. Denzlingen, Freiburg, Ludwigsburg und der Landkreis Calw haben ihre Förderung für zahlreiche Klimaschutzvorhaben genutzt. mehr...
















