Klimaschutz-IndexDeutschland rutscht auf Rang 29

Der jährlich von German Watch und CAN Europe veröffentlichte Klimaschutz-Index vergleicht die Klimaschutz-Leistungen von 58 Staaten.
(Bildquelle: German Watch / CAN Europe)
Die 12. Auflage des Klimaschutz-Index – dieser vergleicht die Klimaschutzleistungen von 58 Staaten, die zusammen für mehr als 90 Prozent der energiebedingten Emissionen verantwortlich sind – gibt laut der Umwelt-und Entwicklungsorganisation Germanwatch Anlass zu vorsichtigem Optimismus. Der Weltklimavertrag von Paris habe den erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz weltweit Rückenwind gegeben. So verzeichne denn auch der Klimaschutz-Index einen stabilen Aufwärtstrend. Dennoch blieben weiterhin die ersten drei Plätze unbelegt, da noch kein Land genug tue, um das 1,5 Grad Ziel zu erreichen. Die weltweite Energiewende verlaufe weiterhin zu langsam, warnt die Umwelt- und Entwicklungsorganisation. Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten könne den notwendigen Umbau in den USA noch weiter verlangsamen. Dennoch sagt Jan Burck von Germanwatch und Hauptautor des Index: „Die Voraussetzungen für eine globale Energiewende waren nie besser als derzeit. Das liegt vor allem an den weiter sinkenden Kosten der erneuerbaren Energien und der Effizienztechnologien.“ Investitionen in fossile Energien würden immer riskanter, so dass es keine nachvollziehbaren Entschuldigungen mehr für Regierungen gebe, bei der Umsetzung des Pariser Abkommens noch zu zögern. Ein Teil der Staaten haben dies erkannt, andere seien noch nicht auf der Höhe der Zeit angekommen. Positive Beispiele seien der Klimagipfel-Gastgeber Marokko mit massiven Investitionen in Solarkraftwerke auf Rang 8, aber auch große Schwellenländer wie Indien auf Rang 20, Argentinien auf Rang 36 und Brasilien auf Rang 40 hätten sich verbessert. Frankreich profitiere vor allem von den guten Noten für die bemerkenswerte Führungsrolle bei den Klimaverhandlungen in Paris und führe den Index zum ersten Mal auf Rang 4 an. Es folgen Schweden auf Rang 5 und Großbritannien auf Rang 6. Beide Staaten holen sich jedoch auf einer ambitionierten Klimapolitik der Vergangenheit aus, die von den aktuellen Regierungen teilweise ausgebremst wird, heißt es in einer Meldung von Germanwatch.
Schlechte Noten für die Drosselung Erneuerbarer
Jan Burck bezeichnet es als besorgniserregend, dass in verschiedenen EU-Ländern die Rahmenbedingungen für Investitionen in erneuerbare Energien verschlechtert und nationale Klimaziele in Frage gestellt werden. Ein Beispiel hierfür sei auch Deutschland, dass erneut um einige Plätze auf Rang 29 gerutscht ist. Burck sagt: „In Deutschland hängt vieles davon ab, wie schnell die Braunkohle zurückgefahren werden wird.“ Besonders negativ schlage sich hier das wahrscheinliche Verfehlen der 2020-Klimaschutzziele zu Buche sowie der immer noch fehlende Plan zum Ausstieg aus der Kohle. Relativ gute Noten habe Deutschland für den erreichten Bestand an erneuerbaren Energien erhalten, auch hier werde jedoch die Geschwindigkeit des weiteren Ausbaus gedrosselt. Der gerade beschlossene Klimaschutzplan 2050 habe noch keinen Eingang in die Index-Beurteilung gefunden. Burck: „Der Klimaschutzplan enthält Sektorziele, die aufzeigen, dass Deutschland für das Erreichen seiner Klimaziele in allen Sektoren eine Schippe drauflegen muss. Was fehlt, ist eine Korrektur des deutschen 2050-Klimaziels nach oben und die klare Ansage, dass nun der Ausstieg aus der Kohle beginnt.“ Negativbeispiele seien erneut die Industrieländer Kanada auf Rang 55, Australien auf Rang 57 und Japan auf Rang 60. Auch die weltweit größten CO2-Emittenten China (48) und USA (43) verharrten im unteren Bereich. Gerade die USA seien um mehrere Plätze abgerutscht, obwohl die Wahl Trumps noch keine Berücksichtigung gefunden habe. „Neben dem stabilen Aufschwung bei den Erneuerbaren Energien sehen wir weltweit deutliche Signale, dass die fossilen Energien in die Defensive geraten“, sagt Jan Burck. „Die niedrigen Ölpreise haben bisher nicht zu einem Anstieg des Verbrauchs geführt und eine wachsende Zahl von Ländern rückt mehr und mehr von der Kohleverstromung ab.“ Der Kohleverbrauch sei im Jahr 2015 weltweit um 1,8 Prozent zurückgegangen und habe damit den niedrigsten Wert seit 2005 erreicht. So habe China etwa den Bau von 30 neuen Kohlekraftwerken gestoppt. Burck abschließend: „Um die Pariser Klimaziele zu erreichen, dürfen weltweit keine neuen Kohlekraftwerke mehr errichtet werden und die Staaten müssen nun ambitionierte Klimaschutzpläne vorlegen sowie ihre Langfristplanungen für einen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas vorantreiben. Zumindest die Industrie- und größeren Schwellenländer müssen diese Dekarbonisierung bis zur Mitte des Jahrhunderts geschafft haben.“
http://germanwatch.org/ksi
Klimaschutz-Index 2017 (PDF, 2,66 MB)
AEE: Greifswald ist Energie-Kommune 2025
[02.03.2026] Die Stadt Greifswald hat die bundesweite Abstimmung zur „Energie-Kommune des Jahres 2025” gewonnen. Dies teilte die Agentur für erneuerbare Energien mit. 42,3 Prozent der Stimmen entfielen auf die Universitäts- und Hansestadt. mehr...
Region Mitte Niedersachsen: Förderung dreier Klimaschutz-Projekte
[02.03.2026] Die Zukunftsregion Mitte Niedersachsen fördert drei Projekte zu Mikrowärmenetzen, energetischer Sanierung und Abfallpädagogik mit rund 540.000 Euro. Die Bescheide übergab Landesbeauftragter Ottmar von Holtz in Rehburg-Loccum und setzte damit ein Signal für die interkommunale Zusammenarbeit in Klimaschutz und Kreislaufwirtschaft. mehr...
Würzburg: Fahrplan zur Klimaneutralität
[23.02.2026] Bis 2028 soll die Stadtverwaltung Würzburg treibhausgasneutral werden. Dabei stützt sie sich unter anderem auf einen kapazitätsoptimierten Sanierungsfahrplan für städtische Liegenschaften. mehr...
Anklam: Bioenergie-Cluster und H2-Kraftwerk
[17.02.2026] Die Hansestadt Anklam setzt auf Bioenergie, Wasserstoff und kommunale Wärmeplanung. Im Mittelpunkt stehen zwei Projekte: das Innovationsbündnis biogeniV und ein geplantes Verbundkraftwerk. Das Ziel ist Klimaneutralität bis 2040. mehr...
Mannheim: Phosphorrecyclinganlage in Betrieb gegangen
[16.02.2026] MVV Energie hat in Mannheim eine Phosphorrecyclinganlage in ihre bestehende Abfallverbrennung integriert. Damit gewinnt das Unternehmen aus Klärschlamm bis zu 90 Prozent des enthaltenen Phosphors zurück und stärkt die regionale Kreislaufwirtschaft in Baden-Württemberg. mehr...
Kreis Nienburg: Land fördert modulare Thermolyseanlage
[13.02.2026] Niedersachsen fördert den Bau einer modularen Thermolyseanlage des Unternehmens Waste2Value im Landkreis Nienburg mit 6,05 Millionen Euro. Die Anlage soll schwer recycelbare Kunststoffe chemisch verwerten, 27 Arbeitsplätze schaffen und den Strukturwandel in der Region vorantreiben. mehr...
Klimamanagement: Software und Beratung aus einer Hand
[11.02.2026] Der IT-Dienstleister regio iT unterstützt Kommunen mit einem modularen Lösungspaket bei Klimaschutz- und Klimaanpassungsstrategien. Es handelt sich um eine synergetische Kombination aus IT-gestütztem Datenmanagement, strategischer Beratung und effizienter Beschaffung. mehr...
Hessischer Staatspreis Energie 2026: Bewerbungsphase gestartet
[11.02.2026] In Hessen hat die Bewerbungsphase für den Staatspreis Energie 2026 begonnen. Bis Ende April können Projekte eingereicht werden, die zu einer sicheren, klimafreundlichen und bezahlbaren Energieversorgung beitragen. mehr...
Trianel: evm entwickelt Strategie für erneuerbare Stromversorgung
[09.02.2026] Die Energieversorgung Mittelrhein entwickelt mit Trianel eine Gesamtportfoliostrategie für eine vollständig erneuerbare Stromversorgung. Ziel ist es, Planung, Betrieb und Vermarktung so zu verzahnen, dass Klimaziele, Wirtschaftlichkeit und Marktrisiken zusammenpassen. mehr...
Baden-Württemberg: Klimaschutz-Programm reaktiviert
[04.02.2026] Kommunen in Baden-Württemberg können wieder Förderanträge für Beratungs- und Begleitmaßnahmen zur energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude stellen. Das Land reaktiviert dafür den zweiten Teil des Programms Klimaschutz-Plus und ergänzt die bereits laufende Investitionsförderung. mehr...
Energie-Kommune des Jahres: Drei Finalisten stehen fest
[04.02.2026] Greifswald, der Landkreis Regensburg und Schwalmtal stehen im Finale um den Titel „Energie-Kommune des Jahres 2025“. Die Entscheidung fällt am 26. Februar bei einer digitalen Auszeichnungsveranstaltung nach öffentlicher Abstimmung. mehr...
Hamburg: Forschungsgebäude für Energiewende geplant
[03.02.2026] Die Freie und Hansestadt Hamburg plant am Energie-Campus der HAW Hamburg ein neues Forschungsgebäude für die Energiewende. Rund 20 Millionen Euro fließen in Labore, Büros und einen Showroom für Zukunftstechnologien, der 2028 in Betrieb gehen soll. mehr...
Rheinland-Pfalz: Ausbau der Erneuerbaren nimmt zu
[27.01.2026] Der Ausbau der erneuerbaren Energien in Rheinland-Pfalz hat 2025 deutlich zugelegt, insbesondere bei Windenergie-Genehmigungen und Photovoltaik-Zubau. Nach Angaben des Klimaschutzministeriums sieht sich das Land damit auf Kurs in Richtung Klimaneutralität bis 2040. mehr...
KlimaAgentur Hamm: Auf vier weitere Jahre
[22.01.2026] Die KlimaAgentur Hamm wird für weitere vier Jahre beauftragt und setzt ihren Beratungs- und Unterstützungsauftrag für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen fort. Neue Schwerpunkte liegen auf sozialverträglicher Energiewende, klimaneutraler Mobilität und dem Ausbau des Beratungsangebots. mehr...
Rhein-Lahn-Kreis: Klimaschutzportal bündelt Daten
[22.01.2026] Der Rhein-Lahn-Kreis stellt mit einem regionalen Klimaschutzportal eine zentrale Online-Plattform für klimarelevante Daten, Förderangebote und Aktivitäten bereit. Das Portal soll Transparenz schaffen, Information bündeln und perspektivisch mehr Beteiligung ermöglichen. mehr...















