Montag, 15. Juni 2026

ÜNBEEG-Umlage 2017 beträgt 6,88 Cent

[14.10.2016] Die Übertragungsnetzbetreiber haben jetzt die Höhe der EEG-Umlage 2017 bekannt gegeben. Sie beträgt 6,88 Cent je Kilowattstunde. Die Verbände nehmen die steigende Umlage zum Anlass, um die wichtige Rolle der Netze bei der Energiewende zu unterstreichen.

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW haben heute die Prognose der im Jahr 2017 zu erwartenden Einspeisung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sowie die daraus resultierende EEG-Umlage für 2017 veröffentlicht. Zudem wurde die EEG-Mittelfristprognose bekannt gegeben. Die EEG-Umlage 2017 wurde auf Basis von Prognosen unabhängiger Gutachter ermittelt. Danach ergibt sich für 2017 ein Umlagebetrag von 23,98 Milliarden Euro. Dieser resultiert aus der Vergütung der Anlagenbetreiber abzüglich dem Gegenwert durch Börsenerlöse sowie Berücksichtigung des EEG-Kontostands und der Liquiditätsreserve. Im Jahr 2017 liegt die EEG-Umlage bei 6,88 Cent pro Kilowattstunde. Damit steigt die EEG-Umlage um 8,3 Prozent (EEG-Umlage 2016: 6,354 Cent pro Kilowattstunde). Der Grund: Im Jahr 2017 wird eine um knapp 11 Terawattstunden (TWh) ansteigende Erzeugung an elektrischer Energie aus Erneuerbare-Energien-Anlagen erwartet (2016: 176 TWh, 2017: 187 TWh). Abzüglich der verminderten Börsenerlöse ergibt sich für das Jahr 2017 eine prognostizierte Deckungslücke von etwa 24,4 Milliarden Euro. Die Erlöse an der Börse sinken aufgrund des niedrigen Börsenstrompreises, der vor allem das Ergebnis der Einspeisung aus EE-Anlagen ist. Aus diesen Zahlen würde sich eine EEG-Umlage von in etwa 7 Cent ergeben. Das EEG-Konto ist mit 1,9 Milliarden Euro aktuell im Plus, was die EEG-Umlage rein rechnerisch um knapp 0,6 Cent pro Kilowatttstunde senkt. Die Liquiditätsreserve federt beispielsweise wetterbedingte Schwankungen auf dem EEG-Konto ab. Die Liquiditätsreserve wurde mit 6 Prozent angesetzt und liegt damit im Jahr 2017 bei knapp 1,5 Milliarden Euro. Damit erhöht sie die EEG-Umlage um 0,4 Cent je Kilowattstunde. Die Ermittlung der EEG-Umlage erfolgte in Abstimmung mit der Bundesnetzagentur (BNetzA), die die Aufgabe hat, die Ermittlung, Festlegung, Veröffentlichung und Weitergabe der EEG-Umlage zu überwachen. Für das Jahr 2021 wird eine installierte Leistung erneuerbarer Energiequellen von knapp 121 Gigawatt erwartet, wovon 92 Prozent auf Solar und Windenergie entfallen sollen. Die prognostizierte Jahresarbeit liegt für das Jahr 2021 dann bei über 224 TWh.

Steigende Netzentgelte erhöhen die Kosten der Energiewende

Die Branchenverbände nehmen die gestiegene EEG-Umlage vor allem zum Anlass, um auf die Notwendigkeit des Netzausbaus hinzuweisen. Katherina Reiche, Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), kommentiert die EEG-Umlage 2017 wie folgt: „Die Kosten für die Umsetzung der Energiewende machen sich nicht mehr nur in der gestiegenen EEG-Umlage bemerkbar, sondern immer stärker durch die Steigerung der Netzentgelte.“ Der Stromnetzaus- und -umbau, vor allem aber auch der nicht stattgefundene Netzausbau verursache Ausgaben, die direkt auf die Energiewende zurückzuführen seien. So entstünden Kosten durch die Abregelung von Kraftwerken aufgrund fehlenden Netzausbaus. Die Abregelung von Erneuerbare-Energien-Anlagen ziehe kostspielige Entschädigungszahlungen nach sich. Gleichzeitig müssten jenseits des Engpasses Kraftwerke hochgefahren werden, was wiederum Kosten verursache. Diese Eingriffe seien in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, da der Ausbau der großen Stromtrassen nicht vorankomme. „Um das Tempo der Energiewende hoch zu halten und die finanziellen Aufwendungen zu begrenzen, brauchen wir eine leistungsfähige Infrastruktur vor Ort“, sagt Reiche. Aufgrund des Ausbaus der erneuerbaren Energien werde das Thema Systemsicherheit und -stabilität künftig stärker eine lokale und regionale Aufgabe werden. Reiche: „Wir plädieren deshalb für einen zellularen Ansatz, in dem Strom, soweit möglich, lokal und regional erzeugt, gespeichert und verbraucht wird.“ Stefan Kapferer, Vorsitzender der BDEW-Hauptgeschäftsführung, sieht den Anstieg der EEG-Umlage als weiteres Signal für einen Reform-Druck bei der Erneuerbaren-Förderung: „Mit der EEG-Novelle 2017 ist ein erster sehr wichtiger Schritt gemacht: Die künftige Ermittlung der Förderung über Ausschreibungen wird zu einem deutlich kosteneffizienteren Ausbau der regenerativen Energien führen.“ Zudem brauche man ein Konzept zur langfristigen Weiterentwicklung des EEG in Richtung marktwirtschaftlier Instrumente. In den vergangenen Tagen habe es aus vielen Richtungen Vorschläge für alternative Finanzierungsmodelle des Erneuerbaren-Ausbaus gegeben. Aus Sicht von Kapferer haftet allen die gleiche Schwäche an: Sie führten vor allem zu einer Umverteilung der Kosten in andere Bereiche wie Wärme und Verkehr, anstatt einen kosteneffizienteren Ausbau in den Mittelpunkt zu rücken. Mit Blick auf die aktuelle Strompreisdebatte verwies Kapferer auf die hohen staatlichen Steuern, Abgaben und Umlagen und die Netzentgelte. Ein alleiniger Blick auf Beschaffungskosten und EEG-Umlage greife hingegen zu kurz. Steigende Netzentgelte, mit denen in vielen Regionen noch gerechnet werden müsse, führte auch Kapferer zu einem großen Teil auf Netzeingriffe (Redispatch und Einspeise-Management) zurück. Diese Kosten würden die Netzbetreiber jetzt zeitversetzt an die Verbraucher weiterreichen. Und auch Kapferer kommt zu dem Schluss: „Ohne Netzausbau wird die stark schwankende Stromeinspeisung aus Erneuerbaren Energien die Kosten weiter steigen lassen.“





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Hessen: Finanzielle Beteiligung soll Pflicht werden

[15.06.2026] Hessen will Kommunen künftig verpflichtend an den Erträgen von Wind- und Solaranlagen beteiligen. Das neue Gesetz soll die Akzeptanz der Energiewende vor Ort erhöhen und den Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigen. mehr...

BDEW Kongress 2026: Branche fordert Planungssicherheit

[11.06.2026] Die Energiebranche fordert von der Bundesregierung zügige Entscheidungen bei zentralen energiepolitischen Vorhaben. Beim BDEW Kongress 2026 warnten Verbandsvertreter vor Verzögerungen bei wichtigen Gesetzen und forderten mehr Planungssicherheit für Investitionen. mehr...

Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), spricht auf der Bühne des BDEW-Kongresses 2026 an einem Rednerpult. Hinter ihr ist das Kongresslogo auf einer großflächigen, violett beleuchteten Bühnenwand zu sehen. Im Vordergrund stehen die roten Buchstaben des BDEW-Logos. Die Aufnahme zeigt ihren Auftritt während der Eröffnung der Fachveranstaltung.

BDEW Kongress 2026: Verband drängt auf schnelle Beschlüsse

[11.06.2026] Der BDEW fordert von der Bundesregierung ein abgestimmtes Energiepaket für 2026. Nach Ansicht des Verbands müssen mehrere zentrale Gesetzesvorhaben zügig beschlossen werden, um Investitionen in die Energieinfrastruktur abzusichern. mehr...

Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche spricht auf dem BDEW-Kongress 2026 an einem Rednerpult vor einem großen Publikum. Hinter ihr zeigt eine überdimensionale Leinwand eine Nahaufnahme der Ministerin während ihrer Rede. Der Bühnenhintergrund ist in violetten und magentafarbenen Tönen gestaltet und trägt das Logo „BDEW Kongress 2026“.

BDEW Kongress 2026: Reiche wirbt für Energiekonsens

[11.06.2026] Auf dem BDEW Kongress setzte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ein Zeichen. Um Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit gleichermaßen zu gewährleisten, sei ein Energiekonsens zwischen Politik, Energiewirtschaft und Gesellschaft notwendig. Die Energiewende könne nur gelingen, wenn politische Ziele und energiewirtschaftliche Realität zusammengeführt würden. mehr...

Nordrhein-Westfalen: Bürgerenergiegesetz überarbeitet

[11.06.2026] Nordrhein-Westfalen hat das Bürgerenergiegesetz für Windenergieprojekte überarbeitet und das Beteiligungsverfahren vereinfacht. Kommunen erhalten in bestimmten Fällen mehr Geld, während neue Regeln die Umsetzung von Projekten erleichtern. mehr...

Mehrere Photovoltaikmodule sind auf dem geneigten Ziegeldach eines Wohnhauses installiert. Die Solaranlage wird von Sonnenlicht angestrahlt, während im Hintergrund unscharf Bäume und ein blauer Himmel zu sehen sind. Das Bild symbolisiert die dezentrale Erzeugung von Solarstrom und die Nutzung erneuerbarer Energien im privaten Haushalt.
bericht

Energy Sharing: Solarstrom teilen

[03.06.2026] Seit diesem Monat können die Bürger selbst erzeugten Solarstrom untereinander teilen. Das sogenannte Energy Sharing soll für beide Seiten Vorteile bringen. Doch es gibt noch Hürden für die Stromgemeinschaften. mehr...

Titelbild des „Fortschrittsmonitors 2026 Energiewende“ von EY und dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Zu sehen ist eine Person mit Schutzhelm und Sicherheitsgeschirr, die auf dem Maschinenhaus einer Windenergieanlage sitzt und über eine hügelige Landschaft mit zahlreichen Windrädern blickt. Links im Bild steht der Schriftzug „Fortschrittsmonitor 2026 Energiewende“ in einem farbigen Rahmen. Unten rechts sind die Logos von EY und BDEW platziert. Die Szene vermittelt den Ausbau erneuerbarer Energien und die Energiewende in Deutschland.

BDEW/EY: Fortschritte bei der Energiewende

[02.06.2026] Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung sind in Deutschland 2025 weiter vorangekommen. Das geht aus dem aktuellen Fortschrittsmonitor Energiewende von BDEW und EY hervor. Gleichzeitig sehen die Herausgeber erheblichen Handlungsbedarf, um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen. mehr...

EEG-Novelle: Bayern und Baden-Württemberg fordern Änderungen

[02.06.2026] Baden-Württemberg und Bayern fordern im Bundesrat Änderungen an der geplanten EEG-Novelle, um den Ausbau der Windenergie an Land zu beschleunigen. Die Länder wollen mehr Ausschreibungsvolumen und bessere Bedingungen für Projekte im Süden, um Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit zu stärken. mehr...

Energieministerkonferenz: Geschlossenes Signal für die Energiewende

[27.05.2026] Die Energieministerkonferenz auf Norderney hat sich geschlossen für den weiteren Ausbau der Energiewende ausgesprochen und zugleich neue Maßnahmen für Versorgungssicherheit, Netzausbau und Kraftwerksplanung beschlossen. mehr...

GModG: BSW-Solar begrüßt Stärkung der Solarthermie

[19.05.2026] Das Bundeskabinett will Solarthermie im neuen Gebäudemodernisierungsgesetz stärken und den Einsatz von Solarkollektoren beim Heizungstausch erleichtern. Der Bundesverband Solarwirtschaft erwartet dadurch neue Impulse für den Wärmemarkt, kritisiert aber zugleich die geplante Deckelung des CO₂-Preises. mehr...

VKU/BDEW: Stellungnahme zu neuen Gesetzentwürfen

[18.05.2026] Die Bundesregierung vergangenen Mittwoch die Entwürfe für das Gebäudemodernisierungsgesetz und das neue Kraftwerksgesetz beschlossen. Der VKU und BDEW begrüßen die Signale für Wärme- und Versorgungssicherheit, sehen aber große Risiken bei Infrastrukturplanung, Wettbewerb und Investitionsbedingungen. mehr...

Mehrstöckiges Wohnhaus mit Holzfassade und großer Photovoltaikanlage auf dem Dach in einem grünen Wohngebiet. Das Gebäude verfügt über Balkone, große Fenster und eine Terrasse mit Sitzmöbeln. Im Hintergrund sind weitere Häuser, Bäume und eine hügelige Landschaft zu sehen.

Baden-Württemberg: Energiebranche begrüßt Koalitionsvertrag

[07.05.2026] Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg sieht im neuen Koalitionsvertrag von Grünen und CDU eine Grundlage für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Der Verband fordert zugleich ein konsequentes Vorgehen der künftigen Landesregierung. mehr...

Netzausbau: Neue Stromleitungen geplant

[04.05.2026] Die Bundesregierung will den Ausbau der Stromnetze beschleunigen und neue Leitungen planen. Ein Gesetzentwurf sieht 45 zusätzliche Projekte vor. Ziel sind mehr Planungssicherheit und geringere Kosten im Energiesystem. mehr...

Arbeiter in Schutzkleidung und Helmen steigen an einem hohen Strommast aus Metall hinauf, während sie an Hochspannungsleitungen arbeiten; der Himmel ist blau mit wenigen Wolken.

Energiewende: Kommunen profitieren

[30.04.2026] Viele Städte und Gemeinden erzielen laut einer Umfrage zusätzliche Einnahmen durch erneuerbare Energien. Gleichzeitig bremsen nach Angaben der Kommunen vor allem fehlende Netze und knappe Haushaltsmittel den weiteren Ausbau. mehr...

DStGB: Forderung nach autonomen Bussen

[30.04.2026] Deutschlands Kommunen verlangen deutlich mehr Geld für den Nahverkehr und drängen zugleich auf autonome Busse im ländlichen Raum. Hintergrund sind Rekorddefizite in den Haushalten, drohende Angebotskürzungen im ÖPNV und die Frage, wie Mobilität außerhalb der Ballungszentren künftig gesichert werden kann. mehr...