Dienstag, 20. Oktober 2026

denaKommunenbefragung zur Wärmeplanung

[25.11.2025] Viele Kommunen kommen bei der kommunalen Wärmeplanung schneller voran als im Vorjahr. Laut dena zeigt die jüngste KWW-Kommunenbefragung, dass gründliche Vorbereitung der entscheidende Faktor für reibungslosere Abläufe ist.

Die kommunale Wärmeplanung gewinnt an Tempo. Wie die Deutsche Energie-Agentur (dena) in ihrer KWW-Kommunenbefragung 2025 berichtet, steigt die Zahl der Kommunen, die sich bereits mitten im Planungsprozess befinden, im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent. Parallel dazu hat sich die Gruppe derjenigen, die noch in der Vorbereitungsphase stecken, halbiert. Dadurch liegen mehr praktische Erfahrungen aus den frühen Projektphasen vor, die in die Analyse eingeflossen sind.

Nach Angaben der dena zeigt sich dabei ein Muster: Eine sorgfältige Vorbereitung erleichtert die gesamte Wärmeplanung. Kommunen berichten, dass die Wahl eines geeigneten Dienstleisters und die frühe Abstimmung mit lokalen Akteuren wie Energieversorgern entscheidend seien. Auch eine gezielte Kommunikation mit der Öffentlichkeit zu Beginn des Prozesses hilft, Widerstände zu mindern. Erst darauf folgt der Einstieg in die Datenerhebung, bei dem klare Zuständigkeiten in der Verwaltung den Ablauf straffen.

Gründliche Vorbereitung von Vorteil

Insgesamt haben 967 Städte, Gemeinden und Landkreise an der bereits dritten KWW-Erhebung teilgenommen. Sie beschreibt, wie Kommunen Hürden bewältigen und wo sie Potenziale sehen. Robert Brückmann, Leiter des Kompetenzzentrums Kommunale Wärmewende (KWW), betont: „Die meisten Stellschrauben und Hürden liegen am Beginn der Wärmeplanung.“ Die Befragung bestätige, dass gründliche Vorbereitung den Prozess deutlich vereinfache.

Zur Dauer der kommunalen Wärmepläne nennt die dena einen bundesweiten Durchschnitt von 18 Monaten. Große Kommunen mit über 100.000 Einwohnern benötigen im Schnitt 19,7 Monate, kleine unter 10.000 Einwohnern etwa 16,6 Monate. Die Bestands- und Potenzialanalyse ist mit durchschnittlich fünf Monaten der zeitintensivste Abschnitt. Die Kosten bleiben stabil bei rund 3,79 Euro pro Einwohner, abhängig von Größe und Ausgangslage der Kommune.

Fehlende Ressourcen als Hindernis

Als größte Hindernisse gelten weiter fehlende personelle und finanzielle Ressourcen. Kommunen berichten zudem von rechtlichen Unsicherheiten, etwa im Zusammenspiel von Gebäudeenergie- und Wärmeplanungsgesetz oder bei fehlenden Landesvorgaben. Schwierige Datenbeschaffung und der Aufwand für die Beteiligung der Öffentlichkeit sowie der Fachakteure bleiben ebenfalls zentrale Herausforderungen. Laut dena übernehmen vermehrt Landkreise und Verbandsgemeinden die Leitung für kleinere Gemeinden, um Abläufe zu bündeln.

Neu abgefragt wurde die Einschätzung der Kommunen zu ihren Zielszenarien. Die Mehrheit hält diese für methodisch nachvollziehbar. Doch nur 39 Prozent haben mehrere Varianten verglichen. 44 Prozent halten ihre eigenen Zielbilder für realistisch, während ein Drittel skeptisch bleibt. Brückmann zufolge zeigt erst die Praxis, ob Szenarien tragfähig sind.

Arbeit an konkreten Maßnahmen

Bereits 77 Prozent der Kommunen mit Wärmeplan arbeiten laut dena an konkreten Maßnahmen. Dazu zählen energetische Sanierungen, Effizienzsteigerungen in kommunalen Gebäuden und Machbarkeitsstudien zu einzelnen Projekten. Jede fünfte Kommune mit abgeschlossenem Wärmeplan schätzt ihr Wissen zur Wärmeplanung jedoch als gering ein. Für den Know-how-Aufbau seien spezialisierte Dienstleister häufig unverzichtbar, betont Brückmann, doch sollten Kommunen genügend eigenes Fachwissen entwickeln, um zentrale Entscheidungen selbst zu treffen.

Das KWW in Halle (Saale) arbeitet im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und stellt Wissen, Materialien und Austauschformate für die kommunale Wärmeplanung bereit. Es bereitet Praxiserfahrungen auf und wirkt an der Entwicklung einheitlicher Standards mit, um die lokale Wärmewende in Deutschland voranzubringen.





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