Stadtwerke MünchenErfolgreiche Offensive

Geothermie-Anlage der Stadtwerke München in Riem.
(Bildquelle: SWM/Stefan Obermeier)
Die Ausbauoffensive „Erneuerbare Energie” der Stadtwerke München (SWM) hat ihr Ziel erreicht. Ab dem Jahr 2025 kann der kommunale Versorger 6,7 Terawattstunden (TWh) Ökostrom pro Jahr in eigenen Anlagen erzeugen. Der Stromverbrauch in München liegt derzeit laut SWM bei rund 6,2 TWh und soll in den kommenden Jahren leicht steigen. Diese Zahlen nannte SWM-Chef Florian Bieberbach bei einer Pressekonferenz am 1. Juli 2025 in München.
Der Strom stammt aus Windkraft-, Solar-, Wasser-, Biomasse- und Geothermieanlagen im In- und Ausland. Damit sei man dem Beschluss des Stadtrats aus dem Jahr 2009 gefolgt, sagte Bieberbach: „Langjähriges Engagement hat sich ausgezahlt. Wir können heute stolz verkünden, dass wir unser ambitioniertes Ziel erreicht haben.” Laut SWM kann die tatsächliche Strommenge je nach Wetterbedingungen leicht schwanken. Dennoch gehen die Stadtwerke davon aus, dass sie bereits im laufenden Jahr, trotz eines schlechten Windjahres, mehr Strom erzeugen werden, als in München verbraucht wird. Eine endgültige Bilanz sei aber erst Ende des Jahres möglich.
Ausbau seit 2009
Im Jahr 2009 beschloss die Stadt, dass die eigenen Stadtwerke bis 2025 so viel Ökostrom erzeugen sollen, wie ganz München benötigt. Damals lag der Anteil bei lediglich rund fünf Prozent des Bedarfs, was etwa 0,4 TWh entsprach. In den folgenden Jahren beteiligten sich die SWM an großen Windparks an Land und auf See sowie an Solaranlagen, vor allem in Südeuropa. Viele dieser Anlagen liegen nicht in der Nähe von München. Bieberbach wies Kritik daran zurück. Die globale Klimakrise mache schließlich nicht an Stadtgrenzen halt. Auch Studien des Öko-Instituts Freiburg und des Hamburg Instituts hätten diese Strategie empfohlen. Inzwischen sei auch der Ausbau im Großraum München deutlich vorangekommen.

Laut den SWM habe sich die Ökostromproduktion auch wirtschaftlich gelohnt. In den Jahren 2020 bis 2024 trugen die Anlagen im Durchschnitt rund 130 Millionen Euro pro Jahr zum Betriebsergebnis des Konzerns bei. Für die kommenden fünf Jahre erwarten die SWM noch rund 100 Millionen Euro jährlich. Der Rückgang liegt laut Unternehmen vor allem daran, dass die Förderungen für Offshore-Windparks auslaufen.
Bis Ende 2024 haben die SWM rund 4,2 Milliarden Euro in die erneuerbare Stromerzeugung investiert. Davon seien bereits 3,5 Milliarden Euro zurückgeflossen. Die Anlagen sollen noch viele Jahre in Betrieb bleiben und Erträge bringen. Mit dem Erreichen des Ziels für das Jahr 2025 ist die Ausbauoffensive aber nicht abgeschlossen. Da die Zahl der Wärmepumpen und Elektroautos steigt, wird auch der Stromverbrauch zunehmen. Daher will das Unternehmen weiter in neue Anlagen investieren.
In München und Umgebung sind bereits mehr als 230 Solaranlagen, vier Solarparks, zwei Windkraftanlagen, 13 Wasserkraftwerke sowie eine Geothermie- und eine Biomasseanlage in Betrieb. In den kommenden Monaten sollen drei weitere Solarparks in Zengermoos, Garching und Stachusried ans Netz gehen. In Zengermoos entsteht mit einer jährlichen Erzeugung von 44 Gigawattstunden (GWh) die größte Photovoltaikanlage im Umland. Ebenfalls geplant sind Windkraftanlagen in Schernfeld (Landkreis Eichstätt) und Rammertshofen (Landkreis Fürstenfeldbruck). In Schernfeld sollen bis 2030 sechs Anlagen errichtet werden.
Klimaneutralität bis 2040
Die SWM wollen langfristig klimaneutral wirtschaften – und zwar bis 2040, also fünf Jahre früher als vom Bund geplant. Dazu soll unter anderem die Fernwärmeproduktion umgestellt werden. Derzeit wird diese noch in Gaskraftwerken zur kombinierten Strom- und Wärmeerzeugung produziert. Eine Umstellung auf Wasserstoff ist möglich, sobald dieser sicher verfügbar ist.
Youtube-Video über die Ausbauoffensive
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