Mittwoch, 23. September 2026

VKUFlexibilität ist immer lokal

[21.04.2017] In einem Pressegespräch hat der VKU mit Unterstützung des Nürnberger Versorgers N-ERGIE die Bundesregierung aufgefordert, die Verteilnetzebene und deren Betreiber zu stärken.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) hat in einem Pressegespräch mit Hauptgeschäftsführerin Katharina Reiche und dem Vorstandsvorsitzenden der Nürnberger N-ERGIE Josef Hasler die Bedeutung der Verteilnetzebene hervorgehoben. Reiche sagte: „Die Verteilnetze sind als lokale System-Manager der Schlüssel für das Gelingen der Energiewende.“ Sie steuern Energieerzeugung und -verbrauch vor Ort aus und halten das Gesamtsystem im Gleichgewicht, zugleich werden teure Maßnahmen auf höheren Netzebenen vermieden, so die Position des VKU. Dennoch, so Reiche: „Für die Umsetzung der Energiewende brauchen wir zukünftig beides: intelligente Verteilnetz-Cluster zum regionalen Ausgleich und leistungsfähige Übertragungstrassen zum weiträumigen Transport von Strom.“
In einer aktuellen Meldung fordert der VKU deshalb von der Bundesregierung
eine stärkere Systemverantwortung der Verteilnetzbetreiber. Als System-Manager müssten sie jederzeit in der Lage sein, die jeweils günstigste Flexibilitätsoption wählen zu können, um eine effiziente Versorgung zu gewährleisten. Gleichzeitig solle Energie möglichst auf lokaler und regionaler Ebene erzeugt, gespeichert und verbraucht werden. Für eine solche neue Qualität der Zusammenarbeit müssten die Aufgaben der Verteil- und Übertragungsnetzbetreiber im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) neu angepasst werden.
Auch sollten Verteilnetzbetreiber ihre Kooperationspartner frei wählen dürfen. In diesem Zusammenhang sollte der Bund nach Auffassung des VKU die Länder zu einer zeitgemäßen Anpassung ihres Gemeindewirtschaftsrechts motivieren.
Eine weitere Forderung des Branchenverbandes: Die Netzentgelte auf der Ebene der Niederspannung sollten zukünftig entnahmemengenunabhängig gebildet werden. Vorteile dabei seien sowohl eine Vereinfachung als auch eine verursachungsgerechte Netzentgeltsystematik. So seien die Stromnetzkosten größtenteils unabhängig von der Menge an entnommenen Kilowattstunden. Historisch bedingt würden die Netzkosten auf Höchst-, Hoch- und Mittelspannung vorzugsweise über Grundpreise, die Niederspannungsebene aber über die Menge an entnommenen Kilowattstunden abgerechnet. Vor der Energiewende waren die Kilowattstunden nach Auffassung des VKU als Umlagebasis geeignet. Mieterstrommodelle oder Eigenverbrauch reduzierten jedoch diese Umlagebasis und führten so zu unsachgemäßen Einnahmeausfällen, ohne dass die Netzkosten dabei sinken würden. Dies führe zu einer unsachgerechten Erhöhung der Netzentgelte und zu Fehlanreizen für alle anderen Kunden.
Zuletzt fordert der VKU angemessene regulatorische und technisch-wirtschaftliche Rahmenbedingungen. So müssten etwa die zukünftig durch intelligentere Verteilnetzsteuerung steigenden Betriebskosten (OPEX) gebührend anerkannt werden.



Stichwörter: Politik, N-ERGIE, Netze, VKU


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