NetzausbauFreileitungen statt Erdkabel

Erdkabel: Die Kosten für den Netzausbau haben sich durch die teurere Technik verdoppelt.
(Bildquelle: TransnetBW GmbH)
Die Übertragungsnetzbetrieber 50Hertz, TenneT und TransnetBW haben in einem gemeinsamen Positionspapier erklärt, dass neue Gleichstromtrassen wie OstWestLink, NordWestLink und SuedWestLink als Freileitungen gebaut werden sollten. Nach ihren Angaben ließen sich dadurch mindestens zwanzig Milliarden Euro sparen. Die Netzbetreiber erinnern daran, dass 2015 der Erdkabelvorrang gesetzlich eingeführt wurde, um mehr Akzeptanz zu erreichen. Dieses Ziel sei verfehlt worden, heißt es im Papier. Stattdessen seien neue Konflikte entstanden, etwa mit Landwirten und Grundstückseigentümern. Gleichzeitig hätten sich die Kosten durch die teurere Technik verdoppelt.
Zusätzliche Risiken durch Hybridlösungen
Nach Einschätzung der Netzbetreiber sind reine Freileitungen in mehrfacher Hinsicht überlegen. Sie seien leichter zu reparieren und schneller wieder in Betrieb. Fehler ließen sich einfacher lokalisieren. Zudem senke die bessere Verfügbarkeit die sogenannten Redispatch-Kosten, also die Ausgaben für den Ausgleich von Netzengpässen. Dagegen brächten Hybridlösungen zusätzliche Risiken mit sich, etwa durch die notwendigen Übergabestationen zwischen Kabel und Leitung. Diese seien technisch komplex, anfällig und teuer.
Auch beim Flächenverbrauch sehen die Unternehmen deutliche Vorteile. Freileitungen beanspruchen Boden fast nur an den Maststandorten. Kabeltrassen erforderten dagegen durchgehende Eingriffe in den Boden. Jede Übergabestation zwischen Kabel und Leitung beanspruche zusätzlich bis zu 3,4 Hektar Fläche. Dies könne vor allem Land- und Forstwirtschaft dauerhaft belasten.
Warnung vor erheblichen Verzögerungen
Die Netzbetreiber warnen zudem vor erheblichen Verzögerungen in Genehmigungsverfahren. Jeder Wechsel zwischen Erdkabel und Freileitung müsse gesondert begründet und genehmigt werden. Dadurch entstünden neue Konflikte zwischen Kommunen und Bundesländern. Erfahrungen aus dem SuedLink-Projekt hätten bereits gezeigt, dass Hybridlösungen regionale und überregionale Auseinandersetzungen verstärkten. Nach Angaben der Netzbetreiber ließe sich die Bauzeit der drei geplanten Leitungen um mindestens ein Jahr verkürzen, wenn sie als reine Freileitung ausgeführt würden. Die Hybridvariante sei nur ein scheinbarer Kompromiss, tatsächlich aber deutlich aufwendiger und konfliktträchtiger.
Netzentwicklungsplan: Zweiten Entwurf bei Bundesnetzagentur eingereicht
[18.03.2026] Die Übertragungsnetzbetreiber haben den zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans Strom 2037/2045 veröffentlicht. Der Plan integriert nun auch das Szenario C und zeigt damit neue Perspektiven für den Ausbau des Höchstspannungsnetzes. mehr...
Stadtwerke Konstanz: Installation von Transformator
[10.03.2026] Die Stadtwerke Konstanz haben im Umspannwerk Weiherhof einen neuen 40-MVA-Transformator installiert. Der Ausbau reagiert auf den stark steigenden Strombedarf durch Wärmepumpen, Elektromobilität und neue Baugebiete und ist Teil einer langfristigen Netzstrategie. mehr...
Smight: Lösung integriert Kurzschlussanzeiger
[09.03.2026] Das Smight Grid2 Gateway Plus bindet erstmals Kurzschlussanzeiger aus der Mittelspannung direkt in eine Lösung zur Netzüberwachung ein. Verteilnetzbetreiber können damit Störungen schneller lokalisieren und erhalten gleichzeitig zusätzliche Transparenz über die Niederspannung. mehr...
Ostsee: Hybrider Strom-Interkonnektor geplant
[24.02.2026] Deutschland, Lettland und Litauen planen mit dem Baltic-German PowerLink einen hybriden Strom-Interkonnektor durch die Ostsee. Das rund 600 Kilometer lange Seekabel soll Offshore-Windparks anbinden und die Märkte enger koppeln – nun starten die Netzbetreiber die Detailplanung. mehr...
Mitnetz Strom: Zahl der Netzeingriffe gesunken
[17.02.2026] Der Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom hat 2025 erneut weniger Einspeisemanagement-Eingriffe verzeichnet – trotz neuer Rekorde bei erneuerbaren Energien. Grund sind umfangreiche Netzinvestitionen, doch weiter steigende EEG-Leistungen und politische Rahmenbedingungen bleiben entscheidend. mehr...
Balzhausen: Pilot für die Einspeisesteckdose
[09.02.2026] Die Einspeisesteckdose stellt übliche Ausschreibungsverfahren für erneuerbare Energien auf den Kopf. LEW Verteilnetz hat dieses Verfahren jetzt in seinem Netzgebiet im Rahmen eines Pilotprojekts in Balzhausen erprobt. mehr...
enercity Netz: Digitaler Zwilling von Niederspannungsnetz in Betrieb
[09.02.2026] enercity Netz hat einen Digitalen Zwilling für das Niederspannungsnetz in Betrieb genommen. Das virtuelle Echtzeitmodell soll die Netzführung in Hannover präziser machen und bereitet den Weg für automatisierte Steuerung, schnellere Entstörung und neue Planungsprozesse. mehr...
Westfalen Weser Netz: Niederspannungsleitsystem mit CLS-Management gekoppelt
[09.02.2026] Westfalen Weser Netz koppelt erstmals ein Niederspannungsleitsystem direkt mit dem CLS-Management. Der gestartete Pilotbetrieb zeigt, wie sich Netzzustände automatisiert steuern lassen und welche Rolle das für §14a EnWG spielt. mehr...
Netzanschlüsse: Reifegrad statt Windhundprinzip
[06.02.2026] Die Übertragungsnetzbetreiber ändern das Verfahren für Netzanschlüsse grundlegend. Künftig ist nicht mehr die Schnelligkeit eines Antrags entscheidend, sondern dessen Umsetzbarkeit. Das Ziel besteht darin, einen transparenten und planbaren Prozess zu etablieren. mehr...
Hertener Stadtwerke: Stabiles Stromnetz
[05.02.2026] Das Stromnetz in Herten hat 2024 erneut eine sehr hohe Zuverlässigkeit erreicht. Mit einem SAIDI-Wert von rund 1,84 Minuten pro Haushalt liegt die Ausfallzeit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. mehr...
BDEW: Milliardeninvestitionen in den Netzausbau gefordert
[02.02.2026] Neue Regionalszenarien der Stromverteilnetzbetreiber zeigen einen drastisch steigenden Bedarf an Netzanschlüssen bis 2045. Der BDEW fordert deshalb Milliardeninvestitionen in den Netzausbau und bessere regulatorische Rahmenbedingungen, um privates Kapital zu mobilisieren. mehr...
Hessen: Projektstart von SGLive
[26.01.2026] Mit dem Projekt SGLive startet in Hessen ein dreijähriges Vorhaben zur Digitalisierung der Verteilnetze und zur Stärkung der Resilienz des Energiesystems. Die Hochschule Darmstadt, das Ingenieurbüro Pfeffer und die Denkfabrik House of Energy arbeiten dabei mit rund einer Million Euro EU-Kofinanzierung an Smart-Grid-Technologien und IT-Sicherheitskonzepten. mehr...
Hamburger Energienetze: eRound bündelt drei digitale Lösungen
[05.12.2025] Die Hamburger Energienetze bündeln unter der Marke eRound drei digitale Lösungen für Lade-Infrastruktur, Verteilnetze und Smart-City-Anwendungen. Ziel ist eine effizientere Steuerung der Energiewende und ein transparenter Blick auf den Zustand kritischer Infrastruktur. mehr...
TransnetBW: Gesetz zur Strompreis-Senkung verabschiedet
[04.12.2025] Ein staatlicher Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro soll 2026 die Netzentgelte und damit die Strompreise für Verbraucherinnen und Verbraucher spürbar dämpfen. Bundestag und Bundesrat haben das entsprechende Gesetz verabschiedet. mehr...
Niederviehbach: Zweite Einspeisesteckdose gestartet
[02.12.2025] In Niederviehbach ist das zweite bayerische Pilotprojekt zur sogenannten Einspeisesteckdose gestartet. Damit soll laut Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger der Netzausbau schneller, effizienter und planbarer werden. mehr...













