Samstag, 20. Juni 2026

Stadtwerke TübingenFörderung für Großwärmepumpe erhalten

[20.03.2026] Die Stadtwerke Tübingen erhalten 23 Millionen Euro Förderung für eine Großwärmepumpe am Klärwerk. Damit gewinnt die Transformation der Fernwärme an Tempo und ein zentraler Baustein für die Dekarbonisierung rückt näher.

Die Stadtwerke Tübingen haben jetzt für den Bau einer Großwärmepumpe eine Förderung vom Bund erhalten.

(Bildquelle: swt/Jaeger)

Die Stadtwerke Tübingen treiben den Bau einer Großwärmepumpe am Klärwerk mit einer Bundesförderung von 23 Millionen Euro voran. Wie der Energieversorger mitteilt, stammt das Geld aus dem Programm für effiziente Wärmenetze und ermöglicht es, die Planungen für eines der wichtigsten Projekte der lokalen Fernwärmetransformation zu beschleunigen.

Die Anlage gilt als zentraler Schritt hin zu einer klimafreundlicheren Wärmeversorgung. Künftig soll sie große Mengen erneuerbarer Wärme in das Netz einspeisen und so fossile Energieträger ersetzen. Die Ausschreibungen und Detailplanungen sollen noch in diesem Jahr starten, der Spatenstich ist für 2028 vorgesehen. Die erste Ausbaustufe soll 2030 in Betrieb gehen.

Die Transformation der Fernwärme verlangt laut Stadtwerk hohe Investitionen und einen parallelen Ausbau der Netzinfrastruktur. Größere Wärmemengen aus erneuerbaren Quellen müssen über leistungsfähige Leitungen zu den Verbrauchern transportiert werden. Die Stadtwerke setzen dabei auf eine abgestimmte Strategie aus neuen Erzeugungsanlagen und dem Ausbau zentraler Trassen.

Zur Absicherung der Versorgung entsteht zusätzlich im Gebiet Mühlbachäcker ein gasbetriebenes Spitzenlast-Heizwerk mit 20 Megawatt Leistung. Es ersetzt mehrere sanierungsbedürftige Anlagen und schaffe frühzeitig neue Anschlussmöglichkeiten für Kunden, bis die Großwärmepumpe verfügbar ist. Später soll es vor allem in Lastspitzen als Reserve dienen.

In den vergangenen zwei Jahren hat das Unternehmen bereits wichtige Etappen erreicht. Dazu zählen der Solarthermiepark Au, der seit Herbst 2025 Wärme ins Netz einspeist, sowie neue Leitungsabschnitte entlang zentraler Entwicklungsachsen. Ein technisch aufwendiges Projekt war zudem die Verlegung einer Fernwärmeleitung unter dem Neckar, die zwei Teilnetze verbindet und weitere Ausbaugebiete erschließt.

Mit der Förderung sieht sich das Unternehmen in seiner Strategie bestätigt. Die Großwärmepumpe am Klärwerk markiert den nächsten großen Schritt, um die Fernwärme in Tübingen langfristig klimaneutral auszurichten.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

DStGB/DGRV: Genossenschaften als Motor der kommunalen Wärmewende

[19.06.2026] Eine neue Publikation von DStGB und DGRV zeigt, wie Genossenschaften die kommunale Wärmewende voranbringen können. Anhand von Praxisbeispielen verdeutlicht sie, warum gerade Städte, Gemeinden und ländliche Regionen von diesem Modell profitieren. mehr...

Nürnberg: Spatenstich für neues Heizkraftwerk

[17.06.2026] N-ERGIE baut im Nürnberger Südwesten ein innovatives Heizkraftwerk für eine klimafreundliche Fernwärmeversorgung. Die Anlage soll ein neues Stadtquartier und Teile des bestehenden Netzes versorgen und gilt als wichtiger Baustein der Wärmewende. mehr...

Koblenz: Konkretisierung der Wärmepläne

[15.06.2026] Koblenz treibt die kommunale Wärmeplanung voran und konkretisiert Projekte für Wärmenetze in mehreren Stadtteilen. Neue Bundesvorgaben verändern zwar den gesetzlichen Rahmen, doch für Eigentümer werden nun wichtige Weichen für die künftige Wärmeversorgung gestellt. mehr...

Krefeld/Kassel: Fortschritte bei der Wärmeplanung

[15.06.2026] Die Städte Krefeld und Kassel treiben ihre kommunale Wärmeplanung voran und schaffen damit strategische Grundlagen für die Wärmewende. Während Krefeld den politischen Fahrplan bereits beschlossen hat, hat Kassel die nächste Beschlussstufe erreicht und bereitet die verstärkte Umsetzung vor. mehr...

Stadtwerke Flensburg: Grundstein für Großwärmepumpe gelegt

[10.06.2026] Die Stadtwerke Flensburg haben den Grundstein für ihre erste Großwärmepumpe mit 60 MW thermischer Leistung gelegt. Das 70-Millionen-Euro-Projekt soll ab 2027 Wärme aus Fördewasser ins Fernwärmenetz einspeisen und ist ein zentraler Baustein für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. mehr...

Oldenburg: Rat hat Wärmeplanung beschlossen

[10.06.2026] Der Rat der Stadt Oldenburg hat den kommunalen Wärmeplan mit 18 Maßnahmen zur Wärmewende beschlossen. Nun startet die Umsetzung von Wärmenetzstudien, Beratungsangeboten und neuen Beteiligungsformaten, die den Umstieg auf klimafreundliche Wärmeversorgung voranbringen sollen. mehr...

bericht

Darmstadt: Fahrplan bis 2045 vorgestellt

[09.06.2026] Darmstadt hatte sich bereits 2022 zur Erarbeitung einer kommunalen Wärmeplanung entschlossen. Nach umfassender Datenerhebung liegen jetzt die Ergebnisse vor. Eine Erkenntnis: Wasserstoff ist für Darmstadt keine realistische Option zur flächendeckenden Wärmeversorgung. mehr...

Luftaufnahme eines Energie- und Fernwärmestandorts am Kölner Hafen. Die Anlage liegt auf einer Landzunge zwischen einem Hafenbecken und dem Rhein. Zu sehen sind mehrere Industriegebäude, ein großer Kühlturm, Schornsteine, Rohrleitungen sowie runde Speicher- und Tankanlagen. Im Hintergrund fließt der Rhein, dahinter erstrecken sich Grünflächen und Bäume. Das Bild zeigt die bestehende Infrastruktur des Standorts Köln-Niehl, an dem eine große Flusswasser-Wärmepumpe errichtet werden soll.

RheinEnergie: Bau einer Flusswasser-Wärmepumpe startet

[09.06.2026] In Köln hat die Hauptbauphase für eine der europaweit größten Flusswasser-Wärmepumpen begonnen. Das Unternehmen RheinEnergie investiert 280 Millionen Euro in das Projekt am Standort Köln-Niehl. Ab 2028 soll die Anlage Fernwärme für bis zu 50.000 Haushalte liefern. mehr...

Kiel: Förderung für Quartierswärmemanagement

[08.06.2026] Schleswig-Holstein fördert erstmals ein Quartierswärmemanagement zur Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung. Die Stadt Kiel erhält dafür rund 198.000 Euro und startet in zwei Quartieren mit Beratungs- und Unterstützungsangeboten für die Wärmewende. mehr...

bericht

Kommunale Wärmeplanung: Fossile Energieträger dominieren

[03.06.2026] Eine aktuelle Studie zur kommunalen Wärmeplanung zeigt: Großstädte setzen auf den Ausbau der Fernwärme. In kleineren Kommunen werden dezentrale Strategien mit Wärmepumpen und biogenen Energieträgern verfolgt. mehr...

Bremen: Erster Klimaturm soll Quartier versorgen

[03.06.2026] Towergy nimmt Ende Juni in Bremen den ersten Klimaturm in Betrieb, eine kompakte Luft-Wasser-Großwärmepumpe für dicht bebaute Quartiere. Das System soll erneuerbare Wärme und Kälte platzsparend bereitstellen und könnte neue Möglichkeiten für die Wärmewende in Städten eröffnen. mehr...

Berlin: Wärme aus dem Rechenzentrum für Modell-Campus

[01.06.2026] Auf dem Modell-Campus ringberlin soll künftig Wärme aus einem benachbarten Rechenzentrum genutzt werden. Langfristig ist die Wärmeversorgung des gesamten Quartiers geplant. mehr...

Wärmewende: Austauschprojekt zwischen Städten gestartet

[29.05.2026] Stuttgart, Leipzig und Köln starten mit der Forschungsstelle für Energiewirtschaft das Projekt GLOW-Up zur kommunalen Wärmewende. Das Netzwerk soll Städten helfen, Wärmepläne schneller umzusetzen, Bürger früh einzubinden und praxistaugliche Lösungen für Finanzierung und Infrastruktur zu entwickeln. mehr...

Kaiserslautern: Quartier erhält Energiezentrale

[29.05.2026] Im Pfaff-Quartier in Kaiserslautern ist eine Energiezentrale für die klimaneutrale Wärmeversorgung des neuen Stadtviertels in Betrieb gegangen. Das Gebäude verbindet Niedertemperatur-Wärmenetz, Abwärmenutzung und Forschung zum bidirektionalen Laden von Elektrofahrzeugen und gilt als Kernstück des Projekts EnStadt. mehr...

Borken: Kaltes Nahwärmenetz geplant

[27.05.2026] Borken will ein kaltes Nahwärmenetz aufbauen, das Wärme aus gereinigtem Abwasser nutzt. Für das kommunale Modellprojekt stellen Bund und Kommune zusammen mehr als zehn Millionen Euro bereit – mit dem Ziel, öffentliche Gebäude weitgehend ohne fossile Energien zu beheizen. mehr...