GebäudesektorKlimaziele werden verfehlt

dena-Gebäudereport: Erneuerbare Energien spielen im Gebäudebestand bisher eine zu geringe Rolle.
(Bildquelle: Deutsche Energie-Agentur (dena))
Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat mit dem neuen Gebäudereport aktuelle Zahlen und Trends zum Klimaschutz im deutschen Gebäudebereich veröffentlicht. Der Bericht bietet eine umfassende Datenbasis zu Themen wie Gebäudebestand, Neubau, Energieverbrauch, Emissionen und Förderung. Positiv fällt die Bilanz für den Neubau aus: Hier setzen sich zunehmend klimafreundliche Technologien durch und der Energieverbrauch im Gebäudesektor sinkt leicht. Auch die Nachfrage nach Energieberatungen ist ungebrochen hoch.
Umstieg auf Erneuerbare kommt nur schleppend vor
Im Gebäudebestand gibt es laut dena allerdings noch große Herausforderungen. Noch immer werden 79 Prozent der knapp 20 Millionen Wohngebäude mit fossilen Energieträgern wie Öl und Gas beheizt. Im Jahr 2023 wurden 44 Prozent des Bedarfs mit Erdgas und 22 Prozent mit Öl gedeckt, während der Umstieg auf erneuerbare Energien nur schleppend vorankommt. „Die Zahlen zeigen deutlich, dass wir die Klimaziele im Gebäudesektor erneut verfehlen. Erneuerbare Energien spielen im Gebäudebestand bisher eine zu geringe Rolle. Hier müssen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam den eingeschlagenen Weg der Wärmewende konsequent fortsetzen“, sagt Corinna Enders, Vorsitzende der dena-Geschäftsführung.
Die gute Nachricht: Laut Gebäudereport ist der Wärmebedarf in Wohngebäuden seit 2021 leicht rückläufig, besonders erfreulich ist laut dena die hohe Nachfrage nach Energieberatungen. Im ersten Halbjahr 2024 wurden rund 80.000 Anträge auf Energieberatung für Wohngebäude gestellt, ein Plus von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Klimagerechte Entscheidungen treffen
Auch bei konkreten Sanierungsmaßnahmen seien Fortschritte sichtbar: Seit 2021 wurden 570.000 Förderanträge für Wärmepumpen gestellt. Das entspricht 51 Prozent aller Anträge im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). dena-Geschäftsführerin Enders betont: „Das Gebäudeenergiegesetz und die BEG setzen den Rahmen für die Klimaziele bis 2045. Und auch die gestiegenen Beratungszahlen zeigen das starke Interesse von Eigentümern an gezielter Unterstützung, um klimagerechte Entscheidungen treffen zu können. Um diese Bereitschaft und das Vertrauen zu stärken, müssen wir weiterhin umfassend zu den Rahmenbedingungen und technischen Möglichkeiten informieren.“
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