Freitag, 6. November 2026

EuropaMarktstabilitätsreserve soll kommen

[26.02.2015] Das Europäische Parlament hat sich für die Einführung einer Marktstabilitätsreserve ausgesprochen. Ab Ende 2018 sollen damit überschüssige CO2-Zertifikate aus dem Markt genommen werden. Aus Sicht der Branchenverbände in Deutschland könnte es durchaus zügiger vorangehen.
Die europäische Marktstabilitätsreserve für CO2-Zertifikate soll im Jahr 2018 eingeführt werden.

Die europäische Marktstabilitätsreserve für CO2-Zertifikate soll im Jahr 2018 eingeführt werden.

(Bildquelle: Liza Litsch / pixelio.de)

Der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments hat am Dienstag (24. Februar 2015) für die Einführung und Ausgestaltung einer Marktstabilitätsreserve im EU-Emissionshandelssystem gestimmt. Die Abgeordneten sprachen sich dafür aus, den Mechanismus Ende des Jahres 2018 einzuführen. Zudem sollen die im Rahmen des Backloadings zurückgehaltenen Zertifikate (17686+wir berichteten) nicht in den Markt zurückgeführt werden, sondern in die Reserve einfließen. „Diese Abstimmung sendet ein starkes Signal, dass das Parlament es mit der Bekämpfung des Klimawandels ernst meint, aber auch die Bedenken der Industrie berücksichtigt“, erklärt EU-Abgeordneter Ivo Belet (EPP, BE). „Die Reform zeigt, dass wir eine ambitionierte Klimapolitik mit Wachstum und Arbeitsplätzen verbinden können.“ Die Marktstabilitätsreserve werde sicherstellen, dass mehr in die Energieeffizienz investiert werde. Das geplante Gesetz sieht vor, einen Anteil der Emissionsrechte aus dem Markt zu nehmen, wenn der Überschuss an Zertifikaten einen bestimmten Schwellenwert übersteigt. In einem umgekehrten Szenario sollen die Emissionsrechte wieder in den Markt fließen.

Schnellere Umsetzung erwünscht

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) begrüßt die Entscheidung des EU-Parlaments. Dennoch sei es bedauerlich, die Marktstabilitätsreserve erst Ende 2018 einführen zu wollen. „Damit wurde die Chance vergeben, ein wichtiges Signal für die zügige Stärkung des Emissionshandels auszusenden“, sagt Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung. Positiv hingegen sei der Entschluss des Ausschusses, die zeitweise zurückgehaltenen Backloading-Zertifikate vollständig in die Reserve zu überführen. „Dies ist wichtig, um die Planungssicherheit der Unternehmen zu stärken und Investitionen in CO2-arme und hocheffiziente Technologien auszulösen“, so Müller weiter. Eine zügige Umsetzung wünscht sich auch der Verband kommunaler Unternehmen (VKU). Nach wie vor sei es ideal, die Reserve bereits im Jahr 2017 einzuführen, so VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck. Dabei bleibt das EU-Parlament bereits jetzt deutlich vor dem geplanten Zeitplan der EU-Kommission: Dieser sieht die Einführung der Reserve im Jahr 2021 vor.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Politik

Kraftwerksausschreibung: Kritik an Marktkonzentration

[05.11.2026] Bei der ersten Ausschreibung für gesicherte Kraftwerksleistung haben sich vor allem RWE und LEAG durchgesetzt. Während die Bundesnetzagentur den intensiven Wettbewerb begrüßt, kritisieren Branchenverbände die Konzentration der Zuschläge auf zwei Energiekonzerne und die Benachteiligung von Batteriespeichern. mehr...

Kraftwerksstrategie: Erste Ausschreibung abgeschlossen

[04.11.2026] Die erste Ausschreibung für neue Gaskraftwerke und Langzeitkapazitäten nach dem Strom-Versorgungssicherheits- und Kapazitätsgesetz (StromVKG) ist abgeschlossen. Die Ergebnisse wertet Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche als Erfolg. mehr...

Berlin: Solarpflicht wird evaluiert

[04.11.2026] In Berlin sind inzwischen rund 69.000 Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 583 Megawattpeak installiert. Drei Jahre nach Einführung der Solarpflicht prüft der Senat nun, ob das Gesetz angepasst werden muss. mehr...

BMI: Sabotageschutz für Energieanlagen ausgeweitet

[02.11.2026] Die Bundesregierung will den Schutz Kritischer Infrastrukturen vor Sabotage verstärken. Künftig sollen auch Beschäftigte in bestimmten Energieanlagen, virtuellen Kraftwerken und Flüssigerdgas-Terminals einer Sicherheitsüberprüfung unterzogen werden. mehr...

EEG-Finanzierung: Förderbedarf für 2027 liegt bei 17,5 Milliarden Euro

[29.10.2026] Der Finanzierungsbedarf für die Förderung Erneuerbarer Energien wird 2027 voraussichtlich 17,5 Milliarden Euro betragen. Ausschlaggebend für die Belastung des Bundeshaushalts ist vor allem die Differenz zwischen den garantierten Vergütungen für Ökostrom und den Erlösen am Strommarkt. mehr...

ASEW: Strom-Umlagen steigen 2027 um knapp 23 Prozent

[27.10.2026] Die Strom-Umlagen steigen 2027 um insgesamt 22,9 Prozent. Vor allem höhere Kosten für die Stromnetze treiben die Belastung nach oben. Auch bei den Netzentgelten und Gaspreisen müssen Verbraucher mit steigenden Kosten rechnen. mehr...

BMWE: Bund und Länder wollen Netzfinanzierung erleichtern

[15.10.2026] Bund und Länder haben sich auf gemeinsame Eckpunkte zur Finanzierung von Stromverteil- und Wärmenetzen verständigt. Ein neues Finanzierungsinstrument soll die Eigenkapitalbasis von Stadtwerken stärken und Investitionen in die Energieinfrastruktur erleichtern. mehr...

VKU: Strategie für grüne Gase gefordert

[15.10.2026] Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) begrüßt erste Eckpunkte des Bundeswirtschaftsministeriums für eine Grüngasquote, sieht aber noch erhebliche offene Fragen. Vor allem müsse die Bundesregierung klären, woher die benötigten Mengen an grünen Gasen kommen sollen und welche Kosten auf die Verbraucher zukommen. mehr...

BDEW: Stromsteuersenkung für alle gefordert

[15.10.2026] Der BDEW begrüßt die Ankündigung der CDU, die Stromsteuer bei ausreichendem Haushaltsspielraum für alle Verbrauchergruppen zu senken. Der Verband fordert eine schnelle und dauerhafte Absenkung auf das europäische Mindestmaß. mehr...

Sachsen: Millionen für Wärmewende bewilligt

[12.10.2026] Sachsen hat erste Millionenförderungen für den Umbau der kommunalen Wärmeversorgung bewilligt. Sechs größere Projekte sollen den Einsatz erneuerbarer Energien voranbringen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern. mehr...

Grünes Licht für E-Mobilität: Baden-Württemberg födert den Kauf von E-Fahrzeugen und den Bau von Ladesäulen.

MiSpeL: Bundesnetzagentur erleichtert Nutzung von Stromspeichern

[09.10.2026] Die Bundesnetzagentur hat die Festlegung zur Marktintegration von Stromspeichern und Ladepunkten (MiSpeL) beschlossen. Künftig können Speicher und bidirektionale Ladepunkte sowohl Netzstrom als auch selbst erzeugten Solarstrom aufnehmen und ins Netz zurückspeisen, ohne dass die EEG-Förderung entfällt. mehr...

Netzpaket: Redispatch-Vorbehalt stößt auf deutliche Kritik

[09.10.2026] Der geplante Redispatch-Vorbehalt im Netzpaket der Bundesregierung stößt bei zahlreichen Sachverständigen auf Widerstand. In einer Anhörung des Bundestags warnten sie vor rechtlichen Risiken und schlechteren Investitionsbedingungen für erneuerbare Energien. mehr...

Bremen: Fecker kritisiert Umschichtung von KTF-Mitteln

[07.10.2026] Bremens Finanzsenator Björn Fecker kritisiert, dass der Bund Einnahmen aus dem Emissionshandel künftig teilweise dem allgemeinen Haushalt statt dem Klima- und Transformationsfonds zuführen will. Nach Angaben der Bremer Finanzverwaltung geht es 2027 um 2,7 Milliarden Euro, bis 2030 könnten sich die Umschichtungen auf bis zu 13 Milliarden Euro summieren. mehr...

Energy Sharing: Impulspapier fordert klare Standards

[06.10.2026] Seit Juni 2026 ist Energy Sharing in Deutschland formal möglich, in der Praxis stehen Projekten aber noch Hürden bei Netzzugang, Bilanzierung und Abrechnung entgegen. Ein Impulspapier des Projekts Forum EnShare nennt zehn Empfehlungen, die den Einstieg erleichtern sollen. mehr...

Forschungsstelle für Energiewirtschaft: Pachtdeckel könnte EEG-Kosten deutlich senken

[06.10.2026] Eine Begrenzung der Pachten für Windenergieflächen könnte nach Berechnungen der Forschungsstelle für Energiewirtschaft die EEG-Förderkosten bis 2045 um Milliarden Euro senken. Bei der im Entwurf zum EEG 2027 vorgesehenen Obergrenze von 3,5 Prozent des Jahresumsatzes errechnet das Institut je nach Vergleichsszenario Einsparungen zwischen rund drei und 37 Milliarden Euro. mehr...