Freitag, 16. Oktober 2026

Pumpspeicherkraftwerk HeimbachPlanungen verlangsamt

[11.04.2017] Die Mainzer Stadtwerke haben die Planungen für das Pumpspeicherkraftwerk Heimbach zurückgestellt. Als Grund nennt das Unternehmen die aktuellen politischen Rahmenbedingungen.

Die Mainzer Stadtwerke haben die Planungen für das Projekt Pumpspeicherkraftwerk Heimbach (PSW Heimbach) bei Bingen deutlich verlangsamt. Wie die Mainzer Stadtwerke mitteilen, hat der Vorstandsvorsitzende Detlev Höhne bereits die Ortsbürgermeister beider Gemeinden und weitere Projektpartner unterrichtet. Als Grund nennen die Stadtwerke die politischen Rahmenbedingungen. Diese seien nicht geeignet, um einen wirtschaftlichen Betrieb solcher Anlagen zu gewährleisten. Höhne verweist auf ähnliche Entscheidungen von Investoren in Pumpspeicherprojekte wie die Stadtwerke Trier oder die Stadtwerke-Kooperation Trianel und sagt: „Die gesamte Energiebranche übt sich zurzeit in Zurückhaltung und wartet ab, wie sich die politische Landschaft in dieser Hinsicht weiter entwickelt.“ Dabei rechne man nicht mit wesentlichen Änderungen vor der kommenden Bundestagswahl.
Immerhin gebe es einen aktuellen Antrag im Bundesrat, der das weitere Vorantreiben von Pumpspeicherkraftwerken unterstützen soll. Auch zielten verschiedene Initiativen aktueller PSW-Projekte gegenüber der Bundesregierung und der Bundesnetzagentur in diese Richtung.
Vor diesem Hintergrund habe sich der Stadtwerke-Vorstand dazu entschlossen, das bevorstehende Planfeststellungsverfahren und die Sicherung erforderlicher Grundstücke zunächst zurückzustellen. Für die Umsetzung dieser Schritte sei ein zweistelliger Millionenbetrag erforderlich. Laut Höhne kann aber eine Investition in dieser Größenordnung nur dann vertreten werden, wenn ein anschließender Betrieb wirtschaftlich sei.
Grundsätzlich hält Detlev Höhne Pumpspeicherkraftwerke weiterhin für unabdingbar für das Gelingen der Energiewende. Außerdem verweist er auf die positive Resonanz aus der Bevölkerung. Auch der Dialog mit den Umweltverbänden verlaufe äußerst vertrauensvoll.
Höhne sagt: „Wir halten das PSW-Projekt in Niederheimbach und Trechtingshausen für ein sinnvolles Projekt und wollen es daher auch nicht aufgeben.“ Bislang hätten die Stadtwerke drei Millionen Euro in das Vorhaben investiert. Trage man den bestehenden Rahmenbedingungen Rechnung, dann könne das Projekt allerdings nur deutlich langsamer vorangetrieben werden als ursprünglich geplant.
Die bereits laufenden Voruntersuchungen für das Planfeststellungsverfahren würden indessen fortgesetzt. Hierbei handle es sich vor allem um geologische und hydrogeologische Erkundungen für das Oberbecken sowie um naturschutzfachliche Erhebungen, die jahreszeitenabhängig erfolgen. Abschließend weist Höhne daraufhin, dass aus Sicht der Stadtwerke der Standort für das PSW Heimbach zu den besten in Deutschland gehört und auch die technische Machbarkeit sehr positiv eingeschätzt werde.





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