Montag, 5. Januar 2026

Baden-WürttembergPositive Bilanz zu Klimaschutz-Projekt

[20.11.2025] Vier Kommunen in Baden-Württemberg ziehen zwei Jahre nach Start des Landesprojekts „Auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2035“ eine positive Bilanz. Denzlingen, Freiburg, Ludwigsburg und der Landkreis Calw haben ihre Förderung für zahlreiche Klimaschutzvorhaben genutzt.

Im Landkreis Calw haben 150 Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Klima-Challenge die Gelegenheit, handwerkliche Berufe in den Klimagewerken kennenzulernen und gegeneinander in Spielen anzutreten.

(Bildquelle: Lightworkart/Manuel Kamuf/Alexander Kijak)

Vier Kommunen in Baden-Württemberg haben nach zwei Jahren Projektlaufzeit erste Ergebnisse ihrer Teilnahme am Landesprogramm Auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2035 vorgelegt. Wie die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA-BW) berichtet, setzen die Gemeinde Denzlingen, die Städte Freiburg und Ludwigsburg sowie der Landkreis Calw ihre Fördermittel des Umweltministeriums Baden-Württemberg für umfangreiche Klimaschutzmaßnahmen ein. Insgesamt stehen dafür bis zu 11,5 Millionen Euro zur Verfügung, das Projekt läuft bis Anfang 2027.

Fokus auf Mobilität

Denzlingen richtet sein Augenmerk auf Mobilität, energetische Sanierung und Solarenergie. Nach Angaben der KEA-BW umfasst die neue Klimaschutzkampagne unter anderem Angebote zum Test klimafreundlicher Verkehrsmittel, ein Parkraumkonzept sowie Informationsaktionen wie Fahrradkino und Klimaspaziergang. Eine Photovoltaik-Freiflächenanalyse ergab, dass Parkplätze wenig Potenzial bieten. Daher soll nahe dem Schwimmbad im Gewann Weihermatten eine ungenutzte Fläche für eine PV-Anlage erschlossen werden, betrieben von der örtlichen Bürgerenergiegenossenschaft. Denzlingen fördert zudem seit längerem Wärmenetze und plant, rund 500 Haushalte über zwei Grundwasserwärmepumpen mit erneuerbarer Wärme zu versorgen.

Vorteile gegenüber Ausbau abbauen

Freiburg setzt seine Förderung vor allem für eine breit angelegte Klimakommunikation ein. Der Stadt zufolge sollen Maßnahmen transparent dargestellt und Vorurteile gegenüber dem Ausbau der Windkraft abgebaut werden. Für das neu gestartete Klimaquartier in Zähringen entwickelt die Stadtteilbevölkerung gemeinsam eine Vision für energieeffiziente Bauweise, erneuerbare Energien, Grünräume und klimafreundliche Mobilität. Ergänzend unterstützt die Stadt den Ernährungsrat Freiburg und Region, der regionale Wertschöpfungsketten stärkt und im Sommer 2025 eine Aktion mit saisonalen Gerichten in Gastronomie und Kantinen organisierte.

Ludwigsburg feiert Solarpartys

Ludwigsburg arbeitet an Projekten in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr. Wie die KEA-BW mitteilt, informiert die Stadt mit Solar-Checks, ehrenamtlicher Beratung und Solarpartys über Photovoltaik. Ein Thermografie-Tool liefert kostenfrei Wärmebilder von Gebäuden und schafft so Grundlagen für energetische Sanierungen. Weitere Bausteine sind die Sanierungsoffensive „Wir Energiewender“ und ein Netzwerkformat für Unternehmen zu Themen wie Nachhaltigkeitsberichterstattung oder Lieferketten. Die Stadt hat bereits über 240 PV-Eignungsprüfungen und rund 950 Wärmebildaufnahmen verzeichnet.

Innovationsfonds für Klimaschutzprojekte

Im Landkreis Calw unterstützt ein Innovationsfonds 19 Klimaschutzprojekte in 25 Gemeinden. Den Angaben der KEA-BW zufolge reicht die Spanne von Lastenradangeboten und E-Fahrzeugen für Bauhöfe über Geothermie-Studien bis zur Umrüstung einer Sporthallen-PV-Anlage mit Speicher. Eine Social-Media-Kampagne wirbt zudem für Nachwuchs in handwerklichen Berufen, die für Klimaschutzvorhaben besonders gefragt sind. Ergänzend traten sechs Schulklassen bei einer Klima-Challenge gegeneinander an und lernten handwerkliche Tätigkeiten kennen.

Das Umweltministerium wählte die vier Kommunen 2023 in einem Wettbewerb aus, um beispielhafte Wege zur Klimaneutralität aufzuzeigen und übertragbare Modelle zu entwickeln (wir berichteten). Die Auswahl sollte gewährleisten, dass Erfahrungen aus unterschiedlich großen Kommunen für andere nutzbar sind.





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