Mittwoch, 2. September 2026

PotsdamTiefengeothermie für Energiewende

[11.04.2025] Die Energie und Wasser Potsdam fordert bessere Rahmenbedingungen für den Umbau in Zeiten der Energiewende und erhält Unterstützung vom VKU.

Besichtigung des aktuellen Arbeitsstands an der Energiezentrale der Geothermieanlage an der Heinrich-Mann-Allee in Potsdam.

v.l.: Eckard Veil, techn. Geschäftsführer EWP; Christiane Preuß, kaufm. Geschäftsführerin EWP; Ingbert Liebing, Hauptgeschäftsführer des VKU; Andre Gerstenberg, Experte erneuerbare Energien/Infrastrukturprojekte EWP; Julian Büche, Landesgeschäftsführer des VKU Berlin-Brandenburg

(Bildquelle: Reinhardt&Sommer)

Die Energie und Wasser Potsdam GmbH (EWP) treibt den Umbau der Energieversorgung in der brandenburgischen Landeshauptstadt mit Nachdruck voran. Im Mittelpunkt stehen dabei der Ausbau der Tiefengeothermie, die Erneuerung der Netze und ein dezentraler Mix aus erneuerbaren Energien. Vertreter des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU) informierten sich bei einem Vor-Ort-Besuch über Fortschritte und Herausforderungen – und forderten politische Unterstützung.

VKU fordert Energiewendefonds

„Potsdam macht große Schritte bei der Umsetzung der Energiewende“, lobte VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing beim Besuch der im Bau befindlichen Tiefengeothermieanlage an der Heinrich-Mann-Allee. Die EWP sei auf einem sehr guten Weg.“ Gleichzeitig warnte Liebing: „Kommunen und kommunale Energieversorger stehen ohnehin unter großem Druck – mit der Energiewende kommt eine weitere Aufgabe hinzu.“ Der VKU fordert daher einen bundesweiten Energiewendefonds, der vor allem die Eigenkapitalfrage adressieren soll. Liebing: „Wir hoffen, dass die Bundesregierung zügig ihre Arbeit aufnimmt.“

Auch Julian Büche, VKU-Hauptgeschäftsführer Berlin-Brandenburg, betonte: „Die EWP treibt die Wärmewende beeindruckend innovativ und schnell voran.“ Um das große Potenzial der tiefen Geothermie nutzen zu können, seien eine Fündigkeitsrisikoabsicherung und mehr Instrumente zur Stärkung des Eigenkapitals notwendig. Zudem sei eine personelle Aufstockung der Planungs- und Genehmigungsbehörden notwendig, um die Verfahren „messbar zu verkürzen“.

Eigenkapital als Schlüssel

EWP-Geschäftsführerin Christiane Preuß sieht das Unternehmen in einer Vorreiterrolle: „Wir zeigen, wie der Ausbau der erneuerbaren Energien konkret gelingen kann. Das überzeugt auch die Banken.“ Doch trotz fortgeschrittener Finanzierungsgespräche bleibe das Eigenkapital der Flaschenhals: „Wir wünschen uns, dass sich gerade beim Thema Eigenkapital neue Türen für Kommunen und Stadtwerke öffnen.“

Eckard Veil, Geschäftsführer Technik, forderte, die Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes gezielt für die Energiewende einzusetzen: „Die gesetzlichen Anforderungen an die künftigen Netze und Erzeugungsanlagen sind hoch – und die Investitionen entsprechend groß.“ Es brauche Garantien, Risikoabsicherungen und vor allem „einen deutlichen und konsequenten Bürokratieabbau“.

André Lehmann, Geschäftsführer der Netzgesellschaft Potsdam (NGP), unterstrich schließlich die Bedeutung einer transparenten Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern. Gleichzeitig forderte er ein investitionsfreundliches Umfeld: „Die Verteilnetzbetreiber in Deutschland brauchen eine deutliche Entbürokratisierung durch die Bundesnetzagentur.“





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Geothermie

Münster: Hochschulstandort baut Geothermie-Anlage weiter aus

[02.09.2026] Die FH Münster baut ihre Geothermie-Anlage am Technologie-Campus Steinfurt für 18,8 Millionen Euro aus. Künftig soll Erdwärme rund 64 Prozent des Wärmebedarfs decken und zugleich als Reallabor für effizientere Wärmepumpen dienen. mehr...

Stadtwerke Munster-Bispingen: Heißes Wasser mit bis zu 154 Grad Celsius entdeckt

[28.08.2026] Die Stadtwerke Munster-Bispingen sehen nach ersten Arbeiten am Tiefengeothermie-Projekt in Munster gute Chancen für eine wirtschaftliche Wärmenutzung. In einem ertüchtigten Bohrloch stieß die Unternehmenstochter HeideGeo auf Wasser mit Temperaturen von bis zu 154 Grad Celsius. mehr...

München: Seismik-Messungen gestartet

[26.08.2026] Im Großraum München wird der tiefe Untergrund in den kommenden Monaten großflächig untersucht. Die Daten sollen ein dreidimensionales geologisches Modell ermöglichen und die Planung weiterer Geothermieprojekte unterstützen. Die Messungen sind Teil des Forschungsprojekts GIGA-M. mehr...

Fraunhofer IEG: Forschungsprojekt zu Kalkgestein in der Rhein-Ruhr-Region

[17.08.2026] Ein Forschungsprojekt entwickelt neue Werkzeuge für die Tiefengeothermie in der Rhein-Ruhr-Region. R3Chain soll das Potenzial von Kalkgestein genauer bestimmen und Stadtwerken sowie Energieversorgern frühere Planungssicherheit geben. mehr...

Fraunhofer IEG: EU-Projekt entwickelt neue Bohrtechnik

[13.08.2026] Das EU-Projekt UPLIFT entwickelt mit der MTD-Technologie eine Bohrtechnik, die bestehende Geothermiebohrungen durch seitliche Mikro-Bohrungen erweitern soll. Das Verfahren wird in einer drei Kilometer tiefen Bohrung in Tschechien getestet und soll höhere Wärmeleistungen bei geringerem Erschließungsrisiko ermöglichen. mehr...

Hamburg: Tiefengeothermie-Projekt steht kurz vor Inbetriebnahme

[10.08.2026] Hamburgs erstes Tiefengeothermie-Projekt steht vor der Inbetriebnahme. Noch 2026 soll Erdwärme aus mehr als 1.300 Metern Tiefe in das Fernwärmenetz von Wilhelmsburg eingespeist werden. mehr...

Badenova: Vorbereitung von Tiefbohrungen

[10.08.2026] Das Geothermieprojekt Erdwärme Breisgau hat die bergrechtliche Genehmigung für die nächste Projektphase erhalten. Badenova und Herrenknecht bereiten nun die Bohrungen vor und investieren gemeinsam in die Erschließung eines Tiefengeothermie-Reservoirs. mehr...

Rheinisches Revier: Vorbereitung zu seismischen Messungen

[27.07.2026] Fraunhofer IEG bereitet seismische Messungen zur Erkundung des geothermischen Potenzials im Rheinischen Revier vor. Die Untersuchungen sollen die Datengrundlage für kommunale Wärmeplanung und künftige Geothermieprojekte verbessern. mehr...

EWP Potsdam: Bohrstart für Tiefengeothermie

[17.07.2026] Die Energie und Wasser Potsdam hat am Heizkraftwerk Süd die Bohrungen zur Erschließung von Tiefengeothermie begonnen. Mit dem Projekt soll eine weitere erneuerbare Wärmequelle für die Fernwärmeversorgung der Landeshauptstadt erschlossen werden. mehr...

München: Große Seismik-Kampagne

[14.07.2026] Im Großraum München beginnt Ende August eine groß angelegte seismische Messkampagne zur Erkundung von Geothermiepotenzialen. Nach Angaben des Forschungsprojekts GIGA-M soll dabei erstmals ein durchgängiges dreidimensionales Modell des tiefen Untergrunds entstehen. mehr...

Ruhrgebiet: Größtes Geothermie-Erlaubnisfeld

[25.06.2026] Im Ruhrgebiet entsteht das bislang größte Geothermie-Untersuchungsfeld in Deutschland. Für das Projekt „Erdwärme Metropole Ruhr“ wurde nun die entsprechende Erlaubnis erteilt. mehr...

Potsdam: Verlängerung von Projekt zur Tiefengeothermie

[24.06.2026] EWP und das GFZ erschließen in Potsdam gemeinsam weitere Standorte für die Tiefengeothermie. Die vierjährige Kooperation soll den Umbau der Wärmeversorgung beschleunigen und den Weg für den Ersatz des bestehenden Heizkraftwerks ebnen. mehr...

Münster: Forschungsbohrung für 2027 geplant

[22.06.2026] In Münster soll 2027 eine Forschungsbohrung prüfen, ob sich heißes Thermalwasser in mehr als einem Kilometer Tiefe nutzen lässt. Das Projekt könnte die Grundlage für eine klimafreundliche Wärmeversorgung legen und wichtige Entscheidungen für die Wärmewende in der Region beeinflussen. mehr...

Schematische Darstellung einer Anlage zur tiefen Geothermie. Die Grafik zeigt einen Querschnitt durch den Untergrund mit mehreren Gesteinsschichten. Zwei Bohrungen reichen bis in rund 3.500 Meter Tiefe zu einer etwa 150 Grad Celsius heißen wasserführenden Schicht. Heißes Wasser wird über eine Förderbohrung an die Oberfläche geleitet, zur Erzeugung von Fernwärme und Elektrizität genutzt und anschließend über eine zweite Bohrung wieder in den Untergrund zurückgeführt. An der Oberfläche sind Gebäude, Felder, Stromleitungen und technische Anlagen dargestellt. Die Beschriftungen „Fernwärme“ und „Elektrizität“ verdeutlichen die Nutzung der geothermischen Energie.

Baden-Württemberg: Landesregierung setzt auf Geothermie

[12.06.2026] Die neue Landesregierung in Baden-Württemberg will den Ausbau der tiefen Geothermie vorantreiben. Nach Angaben der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg sollen Hemmnisse für die Technologie abgebaut werden. Derzeit befinden sich 17 Anlagen im Land in Planung, eine weitere wird gebaut. mehr...

Stadtwerke Husum: Tiefengeothermie für Wärmeversorgung

[02.06.2026] Die Stadtwerke Husum lassen die Möglichkeiten für eine Nutzung von Tiefengeothermie untersuchen. Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob und wo Bohrungen möglich sind und unter welchen Voraussetzungen sich das Vorhaben umsetzen lässt. mehr...