Sonntag, 8. März 2026

Mitnetz StromWeniger Netzeingriffe

[31.03.2025] Die Zahl der Eingriffe ins Stromnetz der Mitnetz Strom ist 2024 trotz eines neuen Rekordhochs bei den erneuerbaren Energien gesunken. Gründe dafür sind der fortschreitende Netzausbau sowie gezielte Maßnahmen zur Netzsteuerung.

Die Zahl der Netzeingriffe ist bei Mitnetz Strom im vergangenen Jahr gesunken.

(Bildquelle: Mitteldeutsche Netzgesellschaft Strom mbH)

Mitnetz Strom musste im Jahr 2024 insgesamt 1.277-mal die Einspeisung erneuerbarer Energien zeitweise reduzieren lassen. Damit sank die Zahl der Netzeingriffe im Vergleich zum Vorjahr (1.395 Eingriffe), obwohl die Einspeisung aus erneuerbaren Quellen weiter zugenommen hat. Wie das Unternehmen mitteilt, war die Netzregion Sachsen-Anhalt mit 833 Maßnahmen besonders betroffen. In Brandenburg, Westsachsen und Südsachsen waren Eingriffe mit 210, 125 und 109 Maßnahmen seltener notwendig. Diese Maßnahmen erfolgen im Rahmen des gesetzlich vorgeschriebenen Redispatchings, um Überlastungen im Netz zu vermeiden.

Als Hauptgrund für die Abregelungen nennt Dirk Sattur, technischer Geschäftsführer von Mitnetz Strom, die weiterhin steigende Einspeisung erneuerbarer Energien bei vergleichsweise geringem Stromverbrauch in der Region. „Vor allem an Tagen mit viel Wind und Sonnenschein sind Eingriffe erforderlich, um die Netzstabilität zu gewährleisten“, erklärt Sattur. Im Jahr 2024 war dies an 225 Tagen der Fall, während es 2023 noch 204 Tage waren. Auch die Zahl der Tage mit Lastflussumkehr – also der Rückspeisung überschüssiger EEG-Leistung ins übergeordnete Übertragungsnetz – stieg auf 320 Tage (2023: 309 Tage).

Gleichzeitig verzeichnete Mitnetz Strom mit rund 182 Gigawattstunden (GWh) deutlich weniger abgeregelte Energiemengen als im Vorjahr (413 GWh). Dabei gingen 77 Prozent der reduzierten Leistung auf Anforderungen des vorgelagerten Übertragungsnetzbetreibers zurück, auf die Mitnetz Strom keinen Einfluss hat. Der Rückgang ist vor allem auf massive Investitionen in den Netzausbau zurückzuführen. Allein im Jahr 2024 flossen 426 Millionen Euro in den Ausbau, die Verstärkung und die Digitalisierung des Netzes – ein Rekordwert. Für 2025 sind nochmals höhere Investitionen geplant.

Um die Eingriffe weiter zu reduzieren, sei jedoch auch die Politik gefordert, betont Sattur. „Die Genehmigungsverfahren für den Netzausbau müssen deutlich beschleunigt werden. Zudem sind politische Anreize für große Stromspeicher nötig, da diese Überschussmengen aufnehmen könnten.“ Auch die gezielte Ansiedlung großer Stromverbraucher wie Industrieunternehmen, Rechenzentren oder Ladeparks für Elektromobilität könne helfen, die Netzstabilität zu verbessern. Schließlich müsse der Ausbau neuer Einspeiseanlagen vorrangig in Regionen mit freien Netzkapazitäten erfolgen, um Engpässe zu vermeiden.





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