Samstag, 21. März 2026

Schleswig-HolsteinWestküstenleitung unter Strom

[15.12.2016] Der erste Bauabschnitt der 380-kV-Westküstenleitung ist fertiggestellt, ab 2017 soll die Leitung Windstrom in Richtung Süden transportieren. Die Bauarbeiten für den zweiten Abschnitt haben bereits begonnen.
Energiewende-Minister Robert Habeck und Tennet-Chef Urban Keussen geben den Startschuss für den ersten Abschnitt der Westküstenleitung.

Energiewende-Minister Robert Habeck und Tennet-Chef Urban Keussen geben den Startschuss für den ersten Abschnitt der Westküstenleitung.

(Bildquelle: TenneT TSO GmbH)

Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet hat jetzt den ersten Bauabschnitt der 380-Kilovolt-Westküstenleitung betriebsbereit gestellt. Damit konnte für die Windleitung in Schleswig-Holstein ein erstes Etappenziel erreicht werden. Mit einem symbolischen Knopfdruck haben Schleswig-Holsteins Energiewendeminister Robert Habeck (Bündnis 90/Die Grünen) und Urban Keussen, Vorsitzender der Geschäftsführung von Tennet, gemeinsam das rund 14 Kilometer lange und 42 Masten umfassende Teilstück zwischen Brunsbüttel und dem neuen Umspannwerk Süderdonn offiziell unter Spannung gesetzt. Ab Anfang 2017 wird die Leitung Windstrom in Richtung Süden transportieren. Keussen sagte: „Die Bereitstellungen des ersten Abschnitts der Westküstenleitung und des neuen Umspannwerks Süderdonn sind wichtige Schritte, jetzt müssen alle Anstrengungen dahin gehen, die weiteren Abschnitte zügig fertigzustellen. So schaffen wir die Voraussetzungen für den Abtransport der Windenergie nach Süden.“ Deshalb habe Tennet bereits die Bauarbeiten für den zweiten Bauabschnitt von Süderdonn bis Heide gestartet und auch mit den Baumaßnahmen am Umspannwerk Heide/West begonnen. Denn, wie das Unternehmen mitteilt, kommt die Energie nur dorthin, wo sie gebraucht wird, wenn der Windstrom durchgehend von Nord nach Süd transportiert werden kann. „Wir kommen mit dem Netzausbau in Schleswig-Holstein gut voran, denn wir messen dem Ausbau der Stromnetze hohe Priorität bei. Im Dialog mit Bürgerinnen und Bürgern, Verbänden, Kreisen und Kommunen haben wir schwierige Themen frühzeitig aufgegriffen, Alternativen diskutiert und im Ergebnis gemeinsam eine tragfähige Planung erarbeitet“, erklärte Energiewendeminister Robert Habeck. Insgesamt soll die 140 Kilometer lange Westküstenleitung in vier Bauabschnitten zwischen Brunsbüttel und Klixbüll bei Niebüll und von dort in einem geplanten fünften Bauabschnitt bis zur dänischen Grenze realisiert werden. Ziel ist es, den an der Schleswig-Holsteinischen Westküste produzierten Strom in die Verbrauchszentren in der Mitte und im Süden Deutschlands zu transportieren. Außerdem soll das Projekt für die geforderte Erhöhung der Übertragungskapazität zwischen Deutschland und Dänemark sorgen. Die Fertigstellung ist für das Jahr 2019 vorgesehen, der fünfte Bauabschnitt soll bis 2021 folgen. Nach Angaben des Übertragungsnetzbetreibers befinden sich die Abschnitte drei und vier bereits im Planfeststellungsverfahren. Bis Ende 2018 sollen auf dem 23 Kilometer langen zweiten Bauabschnitt weitere 58 Masten errichtet werden. Auf 20 Kilometern dieses Bauabschnitts soll außerdem die 110-Kilovolt-Leitung von Schleswig-Holstein Netz mitgeführt werden. Die alten 110-Kilovolt-Masten sollen später demontiert werden. Wie Tennet mitteilt, ist die Mitnahme ein Ergebnis des Bürger- und Planungsdialoges und habe, da landschaftsschonend, zu einer größeren Akzeptanz des Projekts beigetragen. Insgesamt sind in Schleswig-Holstein gesetzlich neue Höchstspannungsleitungen mit einer Gesamtlänge von 590 Kilometern vorgesehen. Dazu gehören laut der Landesregierung drei große Leitungsprojekte an Land: die Westküstenleitung, die Mittelachse und die Ostküstenleitung. Die Mittelachse von Hamburg nach Dänemark ist zirka 150 Kilometer lang, wobei die Hälfte bereits gebaut sei, die Ostküstenleitung befinde sich derzeit im Bürgerdialog- und im Planfeststellungsverfahren. Die internationale Seekabelverbindung NordLink, für die der Spatenstich im September 2016 erfolgte (wir berichteten), hat in Schleswig-Holstein eine Länge von 118 Kilometern, insgesamt ist die Leitung rund 620 Kilometer lang. Wie die Landesregierung weiter mitteilt, konnten bislang außerdem drei Leitungen zu Offshore-Windparks mit einer Gesamtlänge von 465 Kilometern gebaut werden.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Netze | Smart Grid

Netzentwicklungsplan: Zweiten Entwurf bei Bundesnetzagentur eingereicht

[18.03.2026] Die Übertragungsnetzbetreiber haben den zweiten Entwurf des Netzentwicklungsplans Strom 2037/2045 veröffentlicht. Der Plan integriert nun auch das Szenario C und zeigt damit neue Perspektiven für den Ausbau des Höchstspannungsnetzes. mehr...

Stadtwerke Konstanz: Installation von Transformator

[10.03.2026] Die Stadtwerke Konstanz haben im Umspannwerk Weiherhof einen neuen 40-MVA-Transformator installiert. Der Ausbau reagiert auf den stark steigenden Strombedarf durch Wärmepumpen, Elektromobilität und neue Baugebiete und ist Teil einer langfristigen Netzstrategie. mehr...

Smight: Lösung integriert Kurzschlussanzeiger

[09.03.2026] Das Smight Grid2 Gateway Plus bindet erstmals Kurzschlussanzeiger aus der Mittelspannung direkt in eine Lösung zur Netzüberwachung ein. Verteilnetzbetreiber können damit Störungen schneller lokalisieren und erhalten gleichzeitig zusätzliche Transparenz über die Niederspannung. mehr...

Ostsee: Hybrider Strom-Interkonnektor geplant

[24.02.2026] Deutschland, Lettland und Litauen planen mit dem Baltic-German PowerLink einen hybriden Strom-Interkonnektor durch die Ostsee. Das rund 600 Kilometer lange Seekabel soll Offshore-Windparks anbinden und die Märkte enger koppeln – nun starten die Netzbetreiber die Detailplanung. mehr...

Mitnetz Strom: Zahl der Netzeingriffe gesunken

[17.02.2026] Der Verteilnetzbetreiber Mitnetz Strom hat 2025 erneut weniger Einspeisemanagement-Eingriffe verzeichnet – trotz neuer Rekorde bei erneuerbaren Energien. Grund sind umfangreiche Netzinvestitionen, doch weiter steigende EEG-Leistungen und politische Rahmenbedingungen bleiben entscheidend. mehr...

bericht

Balzhausen: Pilot für die Einspeise­steckdose

[09.02.2026] Die Einspeisesteckdose stellt übliche Ausschreibungsverfahren für erneuerbare Energien auf den Kopf. LEW Verteilnetz hat dieses Verfahren jetzt in seinem Netzgebiet im Rahmen eines Pilotprojekts in Balzhausen erprobt. mehr...

enercity Netz: Digitaler Zwilling von Niederspannungsnetz in Betrieb

[09.02.2026] enercity Netz hat einen Digitalen Zwilling für das Niederspannungsnetz in Betrieb genommen. Das virtuelle Echtzeitmodell soll die Netzführung in Hannover präziser machen und bereitet den Weg für automatisierte Steuerung, schnellere Entstörung und neue Planungsprozesse. mehr...

Westfalen Weser Netz: Niederspannungsleitsystem mit CLS-Management gekoppelt

[09.02.2026] Westfalen Weser Netz koppelt erstmals ein Niederspannungsleitsystem direkt mit dem CLS-Management. Der gestartete Pilotbetrieb zeigt, wie sich Netzzustände automatisiert steuern lassen und welche Rolle das für §14a EnWG spielt. mehr...

Hochspannungsmast mit mehreren Stromleitungen vor blauem Himmel mit Wolken.

Netzanschlüsse: Reifegrad statt Windhundprinzip

[06.02.2026] Die Übertragungsnetzbetreiber ändern das Verfahren für Netzanschlüsse grundlegend. Künftig ist nicht mehr die Schnelligkeit eines Antrags entscheidend, sondern dessen Umsetzbarkeit. Das Ziel besteht darin, einen transparenten und planbaren Prozess zu etablieren. mehr...

Hertener Stadtwerke: Stabiles Stromnetz

[05.02.2026] Das Stromnetz in Herten hat 2024 erneut eine sehr hohe Zuverlässigkeit erreicht. Mit einem SAIDI-Wert von rund 1,84 Minuten pro Haushalt liegt die Ausfallzeit deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. mehr...

BDEW: Milliardeninvestitionen in den Netzausbau gefordert

[02.02.2026] Neue Regionalszenarien der Stromverteilnetzbetreiber zeigen einen drastisch steigenden Bedarf an Netzanschlüssen bis 2045. Der BDEW fordert deshalb Milliardeninvestitionen in den Netzausbau und bessere regulatorische Rahmenbedingungen, um privates Kapital zu mobilisieren. mehr...

Hessen: Projektstart von SGLive

[26.01.2026] Mit dem Projekt SGLive startet in Hessen ein dreijähriges Vorhaben zur Digitalisierung der Verteilnetze und zur Stärkung der Resilienz des Energiesystems. Die Hochschule Darmstadt, das Ingenieurbüro Pfeffer und die Denkfabrik House of Energy arbeiten dabei mit rund einer Million Euro EU-Kofinanzierung an Smart-Grid-Technologien und IT-Sicherheitskonzepten. mehr...

Hamburger Energienetze: eRound bündelt drei digitale Lösungen

[05.12.2025] Die Hamburger Energienetze bündeln unter der Marke eRound drei digitale Lösungen für Lade-Infrastruktur, Verteilnetze und Smart-City-Anwendungen. Ziel ist eine effizientere Steuerung der Energiewende und ein transparenter Blick auf den Zustand kritischer Infrastruktur. mehr...

TransnetBW: Gesetz zur Strompreis-Senkung verabschiedet

[04.12.2025] Ein staatlicher Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro soll 2026 die Netzentgelte und damit die Strompreise für Verbraucherinnen und Verbraucher spürbar dämpfen. Bundestag und Bundesrat haben das entsprechende Gesetz verabschiedet. mehr...

Niederviehbach: Zweite Einspeisesteckdose gestartet

[02.12.2025] In Niederviehbach ist das zweite bayerische Pilotprojekt zur sogenannten Einspeisesteckdose gestartet. Damit soll laut Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger der Netzausbau schneller, effizienter und planbarer werden. mehr...