Donnerstag, 13. August 2026

NürnbergZwei Studien zur Wärmespeicherung

[31.03.2025] Saisonale Wärmespeicher könnten eine zentrale Rolle in der zukünftigen Wärmeversorgung spielen. Zwei Studien der FAU Erlangen-Nürnberg und der TH Nürnberg Georg Simon Ohm analysieren, welche Technologien und Speichergrößen für den Energieversorger N‑ERGIE wirtschaftlich und technisch sinnvoll sind.

Wärmespeicher des Energieversorgers N-ERGIE.

(Bildquelle: N‑ERGIE/Claus Felix)

Die Speicherung von Wärme über längere Zeiträume gilt als vielversprechende Lösung, um Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit in einer zunehmend von erneuerbaren Energien geprägten Energieversorgung zu gewährleisten. Zwei neue Studien der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm untersuchen, welche Technologien sich dafür eignen und welche Speicherkapazitäten wirtschaftlich sinnvoll sind.

Erkenntnisse der FAU-Studie

Wie der Nürnberger Energieversorger N-ERGIE mitteilt, konzentriert sich die FAU-Studie „Speicherung von Wärme für die regionale Wärmeversorgung“ auf die technische Machbarkeit der saisonalen Wärmespeicherung. Unter der Leitung von Professor Jürgen Karl analysiert sie verschiedene Technologien, mit denen überschüssiger Solarstrom aus dem Sommer in Form von Wärme gespeichert und im Winter für Nah- und Fernwärmenetze nutzbar gemacht werden kann. Besonders vielversprechend erscheinen dabei Niedertemperaturspeicher, die mit vergleichsweise geringen Investitionskosten eine Überbrückung von Zeiträumen bis zu einem Monat ermöglichen. Die Studie zeigt, dass solche Speicher als Wärmequellen für Wärmepumpen dienen könnten, indem sie sommerlichen PV-Strom in Warmwasser-Reservoirs speichern, um ihn später für die Wärmeerzeugung zu nutzen. Allerdings bleibt der hohe Flächenbedarf solcher Speicher eine Herausforderung.

Untersuchung der TH Nürnberg Georg Simon Ohm

Die Untersuchung der TH Nürnberg Georg Simon Ohm unter der Leitung von Professor Matthias Popp betrachtet die wirtschaftlichen Aspekte eines Speichereinsatzes für die N‑ERGIE. Sie bewertet verschiedene Speichergrößen hinsichtlich ihrer Kosteneffizienz und prognostiziert mögliche Einsparungen. Entscheidend ist demnach, dass die Investitions- und Betriebskosten eines Speichers durch die Einsparungen bei der Wärmeerzeugung in günstigen Marktphasen aufgewogen werden. Die Ergebnisse zeigen, dass die wirtschaftlich optimale Speichergröße stark von den Baukosten und finanziellen Rahmenbedingungen abhängt. Während kleinere Speicher nur eine Tagesreserve ermöglichen, wären mit kostengünstigeren Konzepten – wie sie in Skandinavien bereits genutzt werden – auch deutlich größere Kapazitäten realisierbar, um Dunkelflauten über mehrere Wochen zu überbrücken.

„Wärmespeicher helfen dabei, diese Phasen zu überbrücken, die Wärmeversorgung zu sichern und auch erneuerbare Energien zu integrieren“, erklärt Norman Villnow, Geschäftsführer von N‑ERGIE Kraftwerke. Die Erkenntnisse der beiden Studien sollen als Orientierung für die zukünftige Planung der Wärmespeicherung bei N‑ERGIE dienen.

Forschungsergebnisse in die Anwendung bringen

Die Zusammenarbeit mit den Hochschulen ist Teil einer langjährigen Partnerschaft, die Wissenschaft und Praxis enger verzahnt. Neben der Ausbildung von Fachkräften geht es darum, Forschungsergebnisse in die unternehmerische Anwendung zu bringen und innovative Lösungen für die Herausforderungen der Energiewende zu entwickeln.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Wärmeversorgung

Stuttgart: KEA-BW-Fachtagung zu Wärmenetzen

[06.08.2026] Die KEA-BW lädt am 18. November 2026 zur Fachtagung „Energiewende kompakt“ nach Stuttgart ein. Im Mittelpunkt stehen Wärmenetze und erneuerbare Energien sowie der Erfahrungsaustausch zwischen Kommunen, Stadtwerken und weiteren Fachleuten. mehr...

BBSR: Fortschritte bei der kommunalen Wärmeplanung

[05.08.2026] Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt inzwischen in Kommunen mit abgeschlossenem Wärmeplan. Eine aktuelle BBSR-Auswertung zeigt den Fortschritt der kommunalen Wärmeplanung und macht zugleich den hohen Handlungsbedarf bei Gebäudesanierung und Wärmenetzen deutlich. mehr...

Berlin: Workshop zur Umsetzung der Wärmeplanung

[30.07.2026] Ein Workshop des IÖW und des Aktionskreises Energie hat den Unterstützungsbedarf von Berliner Nahwärme-Initiativen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Bürgerprojekte eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung übernehmen können. mehr...

Köln: Grundsteinlegung für Europas größte Flusswasser-Wärmepumpe

[29.07.2026] RheinEnergie baut in Köln Europas größte Flusswasser-Wärmepumpe für die Fernwärmeversorgung. Mit der Grundsteinlegung startet ein Großprojekt, das ab 2028 bis zu 50.000 Haushalte versorgen und als Vorbild für andere Städte dienen soll. mehr...

SAENA: Webinar zur Umsetzung der Wärmeplanung

[29.07.2026] Nach der kommunalen Wärmeplanung rückt die Umsetzung in den Fokus. Ein Webinar der Sächsischen Energieagentur zeigt sächsischen Kommunen, wie sie einen Umsetzungsmanager fördern lassen können und welche Unterstützung dafür bereitsteht. mehr...

Bremerhaven: Wärme für kommunale Wohnungen

[22.07.2026] Eine langfristige Vereinbarung zur Wärmeversorgung von mehr als 5.000 Wohnungen haben die Städtische Wohnungsgesellschaft Bremerhaven und swb geschlossen. Nach Angaben von swb soll damit die Wärmeversorgung des kommunalen Wohnungsbestands schrittweise weiterentwickelt und auf dem Weg zur Klimaneutralität Fernwärme mit dezentralen Wärmelösungen kombiniert werden. mehr...

Konstanz: Wärmeverbund für neuen Stadtteil

[22.07.2026] Die Stadtwerke Konstanz und die Firma solarcomplex haben die Projektgesellschaft Wärmeversorgung Hafner gegründet. Sie soll den Aufbau und Betrieb eines Wärmeverbunds im ersten Bauabschnitt des Neubaugebiets Hafner übernehmen. mehr...

Blick über die Baustelle des Quartiers Lagarde auf dem ehemaligen Kasernengelände in Bamberg. Im Vordergrund liegen gebündelte Kunststoffrohre für die Wärmeversorgung, dahinter sind Bewehrungsarbeiten, Baugruben und Erdarbeiten zu sehen. Mehrere Kräne, Bagger und Baustellenfahrzeuge prägen das Bild. Im Hintergrund stehen sanierte historische Backsteingebäude des entstehenden Campus, der im Rahmen der Wärmewende mit einer klimafreundlichen Energieinfrastruktur ausgestattet wird.

Bamberg: Beispielhafte Wärmewende im Quartier

[20.07.2026] Der Lagarde Campus in Bamberg soll nach Angaben der Fraunhofer-Allianz Energie zeigen, wie eine klimaneutrale und wirtschaftliche Wärmeversorgung in urbanen Quartieren umgesetzt werden kann. Das Projekt verbindet erneuerbare Wärmequellen, digitale Steuerung und sektorenübergreifende Energieversorgung. Die Erfahrungen sollen auch in die kommunale Wärmeplanung einfließen. mehr...

Luftaufnahme eines zylindrischen Wärmespeichers auf dem Gelände eines Heizwerks in Gelsenkirchen. Der weiß verkleidete Speicher steht neben Industriegebäuden, einem Schornstein und Rohrleitungen. Rundherum sind Straßen, Parkplätze, Gewerbebauten und Grünflächen zu sehen. Der Wärmespeicher ist in das Fernwärmenetz des Standorts eingebunden.

Steag Iqony: Wärmespeicher auf Schalke

[09.07.2026] Die Steag Iqony Group hat nach etwas mehr als zwei Jahren Bauzeit einen Wärmespeicher in Gelsenkirchen in Betrieb genommen. Die Anlage soll die Ruhrfernwärme flexibler machen und Erzeugung sowie Verbrauch zeitlich besser aufeinander abstimmen. mehr...

EWE: Großwärmepumpe ist eingetroffen

[08.07.2026] EWE hat die Großwärmepumpe für das Wärmenetz im Oldenburger Stadtteil Ohmstede geliefert. Die Anlage ist das Kernstück der Modernisierung der Heizzentrale und soll die Wärmeversorgung klimafreundlicher sowie unabhängiger von fossilen Energieträgern machen. mehr...

Bremen: Klimaturm eingeweiht

[07.07.2026] Auf der Bremer Überseeinsel ist der erste Klimaturm der Stadt in Betrieb gegangen, eine vertikale Luft-Wasser-Großwärmepumpe für urbane Quartiere. Das System soll eine Lücke zwischen Fernwärme und dezentralen Wärmepumpen schließen und könnte für die kommunale Wärmeplanung in schwer erschließbaren Gebieten relevant werden. mehr...

Ein Mitarbeiter von enercity trägt einen roten Schutzhelm und eine gelbe Warnweste und steht in einer technischen Anlage vor einer großen blauen Pumpeneinheit. Im Hintergrund bedient ein weiterer Mitarbeiter Armaturen und Rohrleitungen. Das Bild zeigt Arbeiten an einer Anlage zur Wärme- oder Energieversorgung.

enercity: Mehr Wärme aus Müllverbrennung

[29.06.2026] Die Energieversorgung in Hannover soll künftig stärker auf Fernwärme aus der thermischen Abfallverwertung setzen. EEW Energy from Waste und enercity erweitern dafür die Wärmekapazität der Anlage in Hannover-Lahe von 50 auf bis zu 85 Megawatt. mehr...

Bisher ungenutzte Abwärme kann einen Beitrag zur nachhaltigen Wärmeversorgung Berlins leisten.

Berlin: Hauptstadt hat Wärmeplan

[29.06.2026] Berlin hat einen gesamtstädtischen Wärmeplan beschlossen und legt damit den Fahrplan für eine klimaneutrale Wärmeversorgung bis 2045 fest. Das Konzept zeigt, wo Wärmenetze ausgebaut werden sollen und wo dezentrale Lösungen sinnvoll sind. mehr...

Augsburg: Kommunaler Wärmeplan beschlossen

[29.06.2026] Augsburg hat seinen kommunalen Wärmeplan beschlossen und legt damit die strategische Grundlage für die Wärmewende fest. Das Konzept zeigt mögliche Versorgungswege auf und wird durch neue Beratungs- und Unterstützungsangebote für Bürgerinnen und Bürger ergänzt. mehr...

Tettnang: Richtfest für Nahwärmezentrale

[24.06.2026] Das Nahwärmeprojekt in Tettnang hat einen weiteren Meilenstein erreicht. Knapp elf Monate nach dem Spatenstich wurde das Richtfest für die Energiezentrale gefeiert. Die erste Versorgung öffentlicher Gebäude mit erneuerbarer Wärme ist für September 2026 vorgesehen. mehr...