Donnerstag, 29. Oktober 2026

Power-to-HeatGroße Chancen für Unternehmen

[12.02.2016] Power-to-Heat kann in zehn Jahren bis zu zehn Prozent des industriellen Wärmebedarfs liefern, sagen die Experten des Münchner Unternehmens Enerstorage.
Auch in Münster treibt ein Elektrodenheizkessel seit Kurzem die Energiewende voran.

Auch in Münster treibt ein Elektrodenheizkessel seit Kurzem die Energiewende voran.

(Bildquelle: Stadtwerke Münster)

Das Münchner Unternehmen Enerstorage sieht in den kommenden zehn Jahren große Chancen in der elektrischen Wärmeerzeugung für Unternehmen. Bis zu zehn Prozent des industriellen Wärmebedarfs kann Power-to-Heat bis dahin liefern, so die Einschätzung der Experten. Da die erneuerbaren Energien im Jahr 2015 erstmals mehr Strom als jeder andere Energieträger erzeugt haben und die Power-to-Heat-Technologie überschüssig produzierten Strom für den Wärmemarkt nutzbar macht, könne vor allem der Wärmemarkt profitieren. Tobias Assmann, Mitgründer und Geschäftsführer des Pionierunternehmens für Power-to-Heat, sagt: „Gelingt es, die Stromwende als Treiber der Wärmewende zu nutzen, sind auch die CO2-Ziele der Bundesregierung näher als gedacht.“ Vor allem energieintensive Industrien und Stadtwerke könnten mit Power-to-Heat-Anlagen überschüssigen Strom nutzen und diesen als Dampf oder Heißwasser in das eigene Wärme- und Dampf- oder Fernwärmenetz einspeisen. Damit könne Power-to-Heat fossile Energieträger im Wärmemarkt ersetzen. Laut Assmann ist der aktuelle Anteil ersetzter fossiler Energieträger noch verschwindend gering und die gezielte Wärmebereitstellung durch Power-to-Heat angesichts der Strompreise noch zu teuer. Assmann erläutert: „Der entscheidende Beitrag von Power-to-Heat zur Energiewende liegt heute in der Bereitstellung von Flexibilitäten, um unsere Stromnetze zu stabilisieren. Dieser Einsatz im Regelleistungsmarkt macht Power-to-Heat schon jetzt wirtschaftlich.“ So können Power-to-Heat-Anlagen ihre Leistung 24/7 am Regelleistungsmarkt anbieten. Im Falle von Contracting-Modellen fallen für die Unternehmen niedrige bis keine Investitionskosten an. Gleichzeitig nutzen die Anlagen den Überschussstrom anstatt ihn abzuregeln. Ab einem Anteil der erneuerbaren Energien von 45 Prozent an der Stromerzeugung könne sich dann aber auch die gezielte Wärmeerzeugung mittels Strom rechnen. Solche Werte könnten erstmals im Jahr 2025 erreicht werden. Von da an könnte es entsprechend günstiger sein, Wärme mit Strom als über fossile Brennstoffe zu erzeugen. Zusätzlich kann Power-to-Heat als Backup für die Dampfversorgung des Unternehmens genutzt werden. Assmann ist überzeugt: „Aus der heutigen industriellen Backup- und Flexibilitätslösung wird künftig ein bedeutender Wärmelieferant.“





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