FöhrenGroßbatteriespeicher eingeweiht

Klimaschutzministerin Katrin Eder während ihrer energiepolitischen Grundsatzrede zur Eröffnung des Großbatterieparks.
(Bildquelle: MKUEM)
Mit der Einweihung eines Großbatteriespeichers im Industriepark Region Trier hat Rheinland-Pfalz nach Angaben des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität einen wichtigen Schritt zur Stabilisierung des Stromnetzes getan. Wie das Ministerium berichtet, gehört die in Föhren installierte Anlage zu den ersten Systemen dieser Art im kontinentaleuropäischen Verteilnetz. Sie kann Strom bei Überlast aufnehmen, bei Bedarf wieder einspeisen und damit als Puffer für das öffentliche Netz dienen.
Der Batteriespeicher wird im Rahmen des Forschungsprojekts SUREVIVE untersucht, an dem neben dem Betreiber Schoenergie auch Westnetz, das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) und die Universität Stuttgart beteiligt sind. Ziel ist es laut Ministerium, im Feldversuch zu erproben, wie sogenannte netzbildende Wechselrichtergemeinsam mit Großbatteriespeichern Systemdienstleistungen übernehmen können – etwa die Bereitstellung einer Momentanreserve, die im Fall von Frequenzschwankungen innerhalb von Sekunden Energie bereitstellt.
Der Speicher in Föhren nutzt Lithium-Eisen-Phosphat-Batterien mit einer Leistung von 21 Megawatt und einer Kapazität von 55 Megawattstunden. Diese Batterietechnologie gilt als besonders sicher. Eine weitere Besonderheit ist die Schwarzstartfähigkeit der Anlage: In Verbindung mit dem benachbarten Solarpark Schweich (bis zu 20 Megawatt Leistung) kann das System nach einem kompletten Netzausfall eigenständig wieder Strom erzeugen und das Netz schrittweise hochfahren.
Energie- und Klimaschutzministerin Katrin Eder (Bündnis 90/Die Grünen) erklärte bei der Eröffnung, mit dem Batteriespeicherpark in Föhren werde „ein Technologie-Meilenstein“ gesetzt. Die Kombination aus Photovoltaik, Speicher und intelligenter Netzführung sei eine Voraussetzung für ein Stromsystem, das „erneuerbar, zuverlässig und bezahlbar“ bleibt. Sie betonte zugleich, dass Strom künftig nicht nur klimafreundlich erzeugt, sondern auch „intelligent gesteuert“ werden müsse, um Schwankungen aus Wind- und Solarenergie auszugleichen.
Nach Angaben des Ministeriums hat sich die installierte Photovoltaik-Leistung in Rheinland-Pfalz zwischen 2019 und 2024 mehr als verdoppelt – von 2.302 auf 5.102 Megawatt. Ende August 2025 waren im Land bereits 124.000 Batteriesysteme mit einer Bruttoleistung von fast 830 Megawatt und einer nutzbaren Speicherleistung von über 1.200 Megawattstunden in Betrieb. Diese Entwicklung zeige, so Eder, dass Speichertechnologien „unverzichtbare Partner beim weiteren Ausbau der Solarenergie“ seien.
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