GroßbatteriespeicherBruchsal als Innovationsstandort
Im TRIWO Technopark in Bruchsal entsteht nach Angaben von CAPAC Energy das erste europäische Großbatteriespeicherprojekt auf Basis von Zink-Bromid-Batterien. Das Unternehmen setzt das Vorhaben gemeinsam mit den Stadtwerken Bruchsal, TRIWO und JP Holding um. Die 36 geplanten Energie-Container sollen noch im Laufe dieses Jahres geliefert und in Betrieb genommen werden.
Eigenständige Infrastrukturanlage
Laut CAPAC Energy soll der Speicher als eigenständige Infrastrukturanlage betrieben werden. Erlöse sollen demnach unter anderem durch den Handel an Strombörsen, die Bereitstellung von Flexibilität sowie weitere Systemdienstleistungen erzielt werden. Die Vermarktung und Optimierung sollen über automatisierte, KI-gestützte Handels- und Optimierungsalgorithmen erfolgen.
Benjamin Henecka, Gründer und Geschäftsführer von CAPAC Energy, bezeichnet Großbatteriespeicher als eine eigene Anlageklasse für Infrastrukturinvestitionen. „Die wirtschaftliche Grundlage des Geschäftsmodells liegt in der Bereitstellung von Flexibilität für ein zunehmend volatiles Stromsystem. Großbatteriespeicher machen Strom zeitlich verfügbar, unterstützen die Integration erneuerbarer Energien und schaffen einen messbaren Beitrag zu Versorgungssicherheit und Systemstabilität.“
Batterien ohne Lithium, Kobalt und Nickel
Im Mittelpunkt des Projekts steht die eingesetzte Speichertechnologie. Nach Angaben des Unternehmens kommen die Batterien ohne Lithium, Kobalt und Nickel aus. Stattdessen basiert die Technologie auf einer wasserbasierten Zellchemie. Die Batteriemodule stammen von dem US-Unternehmen Eos Energy Enterprises und werden in Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania gefertigt. CAPAC Energy teilt mit, die Technologie sei für stationäre und zyklenintensive Anwendungen entwickelt worden. Der wasserbasierte Elektrolyt sei nicht entflammbar. Zudem benötigten die Speicher keine aufwendigen Kühl- oder Klimaanlagen. Die Lebensdauer werde mit mehr als 25 Jahren angegeben. Die kumulierte Degradation liege über diesen Zeitraum bei rund drei Prozent.
Erstes Projekt auf Basis der Zink-Bromid-Technologie
„Mit dem Großbatteriespeicherprojekt in Bruchsal realisieren wir das erste Energieinfrastrukturprojekt in Europa auf Basis der Zink-Bromid-Technologie unseres Partners Eos Energy Enterprises“, sagte Henecka. Die Anlage solle den Markteintritt dieser Speichertechnologie in Europa unterstützen. Nach Angaben der Projektpartner verbindet das Vorhaben Industrieflächen mit regionaler Energieexpertise.
Bruchsals Oberbürgermeister Sven Weigt sagte: „Bruchsal etabliert sich mit der Ansiedlung des ersten europäischen Projekts für einen Zink-Bromid-Großbatteriespeicher einmal mehr als Innovationsstandort.“ Sebastian Haag, Geschäftsführer der Stadtwerke Bruchsal, erklärte: „Für uns ist entscheidend, dass dieses Projekt technologisch, sicherheitstechnisch und wirtschaftlich überzeugt.“ Das Unternehmen wolle Lösungen unterstützen, die langfristig zur Stabilität des Energiesystems beitragen. Auch TRIWO sieht in Batteriespeichern einen wichtigen Bestandteil künftiger Energieinfrastruktur. Vorstandsmitglied Johannes Sieringer sagte: „Das Projekt in Bruchsal verbindet einen geeigneten Standort, eine spannende und vorteilhafte Speichertechnologie und ein tragfähiges Geschäftsmodell.“
Projektentwickler und Investor
CAPAC Energy übernimmt laut Mitteilung die Projektentwicklung und beteiligt sich als Investor. Das Unternehmen verantwortet demnach unter anderem Standortprüfung, technische Planung, Netzanschluss und den späteren Betrieb. TRIWO bringt seine Erfahrung als Standort- und Infrastrukturpartner ein. Die Stadtwerke Bruchsal begleiten das Projekt als regionaler Energiedienstleister. Die JP Holding beteiligt sich als Investor.
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