BSW-SolarSpeicherboom in Deutschland

Batteriespeicher in Alsdorf: Besonders stark wuchs das Segment der Großspeicher.
(Bildquelle: Voltfang)
Im ersten Quartal 2026 sind in Deutschland mehr als zwei Gigawattstunden (GWh) zusätzliche Batteriespeicherkapazität in Betrieb gegangen. Das teilt der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) mit. Besonders stark wuchs demnach das Segment der Großspeicher. Dort stieg der Zubau im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 290 Prozent auf mehr als eine GWh.
Trotz dieser Entwicklung sei offen, ob Deutschland in den kommenden Jahren genügend Speicherkapazitäten aufbauen könne. Darauf verweist der BSW-Solar unter Berufung auf eine Analyse der Unternehmensberatung Enervis. Demnach könnte der Zubau von Großspeichern bis 2029 bei ungünstigen Rahmenbedingungen lediglich 15 GWh erreichen.
Gesamtkapazität von rund 30 GWh
„Deutschland erlebt derzeit einen Speicherboom. Ob daraus tatsächlich die benötigten Speicherkapazitäten entstehen, hängt entscheidend von den politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen ab. Batteriespeicher sind eine Schlüsseltechnologie für die Integration erneuerbarer Energien und damit für den Erfolg der Energiewende“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft.
Nach Angaben des Verbandes verfügen die in Deutschland betriebenen Batteriespeicher derzeit über eine Gesamtkapazität von rund 30 GWh. Davon entfallen etwa sechs GWh auf Großspeicher. Laut der Enervis-Analyse gelten bis 2029 lediglich rund 15 GWh zusätzlicher Großspeicherkapazität als vergleichsweise gesichert. Weitere Projekte mit einer Kapazität von rund 58 GWh befinden sich demnach in Planung. Ihre Umsetzung sei jedoch mit erheblichen Unsicherheiten verbunden.
Integration erneuerbarer Energien
Batteriespeicher gelten als wichtige Voraussetzung für die Integration erneuerbarer Energien. Sie können überschüssigen Strom aus Wind- und Solaranlagen speichern, Netzengpässe verringern und Eingriffe in das Stromsystem reduzieren. Nach Einschätzung des BSW-Solar wird der Ausbau zunehmend durch langwierige und uneinheitliche Netzanschlussverfahren gebremst. Fehlende Standards, eine unzureichende Digitalisierung sowie unterschiedliche Anforderungen der Netzbetreiber verzögerten zahlreiche Projekte. „Viele Investitionen stehen bereit. Doch zu lange Netzanschlussverfahren und regulatorische Unsicherheiten bremsen den Ausbau. Hier muss die Politik dringend handeln“, sagt Körnig.
Schnellere Netzanschlussverfahren
Der Verband fordert unter anderem schnellere und einheitliche Netzanschlussverfahren für Batteriespeicher. Zudem spricht er sich für den sogenannten Multi-Use-Betrieb von Speichern aus. Darüber hinaus fordert der BSW-Solar, Speicher bei Redispatch-Maßnahmen und Netzengpässen stärker zu nutzen, statt erneuerbare Energien abzuregeln. Auch der Anschluss von Batteriespeichern an bestehende Netzanschlüsse von Erzeugungsanlagen sowie Gewerbe- und Industrieunternehmen solle vereinfacht werden.
„Batteriespeicher senken Systemkosten, reduzieren Netzengpässe und stärken die Versorgungssicherheit. Ihr Ausbau darf nicht an vermeidbaren bürokratischen und regulatorischen Hindernissen scheitern“, sagt Körnig.
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