Sonntag, 14. Juni 2026

StudieKeine Angst vor PV-Eigenverbrauch

[13.10.2016] Der Solarstrom vom eigenen Dach bringt in den kommenden Jahren eine gute Rendite. Es besteht jedoch keine Gefahr, dass der PV-Eigenverbrauch den bisherigen Strombezug aus dem Netz verdrängt. Das sind die wesentlichen Ergebnisse einer aktuellen Prognos-Studie, die Agora Energiewende in Auftrag gegeben hat.
Der PV-Eigenverbauch in Ein- und Zweifamilienhäusern

Der PV-Eigenverbauch in Ein- und Zweifamilienhäusern, Landwirtschaft und Lebensmittelhandel bleibt überschaubar.

(Bildquelle: Agora Energiewende / Prognos)

Eine aktuelle Analyse des Beratungsinstituts Prognos im Auftrag von Agora Energiewende zeigt: Hauseigentümer mit einer Solarstromanlage auf dem eigenen Dach machen in den kommenden Jahren ein gutes Geschäft. Die mit der Eigenversorgung erzielbaren Renditen hat Prognos mit mehr als vier Prozent berechnet. Bei einem zusätzlichen Einsatz von Wärme- und Stromspeichern können diese sogar auf bis zu 24 Prozent steigen, so das Ergebnis. Wie die Denkfabrik Agora Energiewende mitteilt, wird gerade aufgrund dieser guten Renditemöglichkeiten häufig befürchtet, dass sich immer mehr Haushalte aus dem Stromsystem verabschieden und damit die Beiträge zur EEG-Umlage alleine von Nicht-Solaranlagen-Betreibern geschultert werden müssen. Die Untersuchung kommt jedoch zu dem Ergebnis, dass der Photovoltaik-Eigenverbrauch gemessen am bundesweiten Stromverbrauch auch mittelfristig, also bis zum Jahr 2035, nur eine untergeordnete Rolle spielen wird. So zeigt die Studie, dass bei Ein- und Zweifamilienhäusern etwa jede fünfte Kilowattstunde durch Solarstrom vom Dach ersetzt werden kann. Diese Eigenversorgung summiere sich aber maximal auf 20 Terawattstunden pro Jahr. Bei gewerblichen Gebäuden liegt die Menge des möglichen Eigenverbrauchs mit etwa vier Terawattstunden deutlich niedriger. Die maximale Eigenversorgung von Eigenheimbesitzern und gewerblichen Gebäuden in Landwirtschaft und Lebensmittelhandel – hier besteht das höchste Potenzial – könne also maximal fünf Prozent des gesamten heutigen Nettostrombedarfs von etwa 530 Terawattstunden im Jahr ersetzen. „Niemand muss Angst haben vor einem Solarstrom-Boom zur Eigenversorgung. Selbst wenn über Nacht alle in Frage kommenden Hausbesitzer sich eine Eigenverbrauchs-Solaranlage aufs Dach schraubten, würde dies die EEG-Umlage höchstens um 0,5 Cent pro Kilowattstunde erhöhen“, sagt Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Trotz der weiteren Eigenverbrauchspotenziale für Elektroautos und im Bereich der Wärmeerzeugung werde der Eigenverbrauch nicht den bisherigen Strombezug aus dem Netz verdrängen. Auch das Eigenverbrauchspotenzial im Wärmebereich beziffert die Studie mit 20 Terawattstunden. Klärungsbedarf gebe es noch bei den so genannten Mieterstrommodellen. Der Think Tank appelliert deshalb an die Politik, zügig einen stabilen Rechtsrahmen zu schaffen, der auch den Mieterstromverbrauch verbindlich regelt.





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