Dienstag, 17. Februar 2026

BSW-SolarBündnis fordert Fortsetzung der Photovoltaik-Förderungen

[28.01.2026] Ein breites Bündnis aus Wirtschafts- und Zivilgesellschaftsverbänden warnt vor geplanten Kürzungen bei der Förderung von Photovoltaik auf Gebäuden. Nach Ansicht der Unterzeichner würde ein Abbau der Förderung den Solarausbau bremsen, Strompreise verteuern und die Klimaziele gefährden.

Rund acht von zehn Befragten gaben an, dass die Bundesregierung den Ausbau der Solarenergie beschleunigen oder zumindest auf dem aktuellen Niveau fortführen sollte.

(Bildquelle: BSW-Solar)

Die Förderung von Photovoltaikanlagen auf Gebäuden steht im Zentrum eines Verbändeappells an die Bundespolitik. Wie der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) berichtet, fordert ein breites Bündnis aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft, die Errichtung von Solaranlagen auf Wohn- und Gewerbegebäuden weiterhin gezielt zu unterstützen und die bestehenden Ausbauziele für erneuerbare Energien beizubehalten. Anlass sind angekündigte Einschnitte in der Förderung neuer Solardächer, die Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) Mitte September in Aussicht gestellt hatte.

Den Unterzeichnern zufolge leistet die gebäudeintegrierte Photovoltaik einen zentralen Beitrag zur Energiewende. Sie wirke preisdämpfend an der Strombörse, ermögliche Unternehmen und privaten Haushalten dauerhaft günstigere Stromkosten und eröffne Millionen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, sich an der Energiewende zu beteiligen. Zudem verweise das Bündnis auf hohe Akzeptanzwerte in der Bevölkerung. Statt Förderkürzungen plädieren die Verbände für eine gezielte Nachjustierung des Förderrahmens sowie für Rahmenbedingungen, die einen systemdienlichen Ausbau der Solarenergie ermöglichen.

Warnung vor Markteinbrüchen

Nach Angaben der Initiatoren vertreten die Erstunterzeichner und ihre Mitgliedsorganisationen zusammen mehr als 20 Millionen Einzelmitglieder und über 50.000 Unternehmen. Zu den beteiligten Akteuren zählen unter anderem Verbände aus dem Mittelstand, der Wohnungswirtschaft, dem Verbraucherschutz, der Elektro- und Digitalindustrie, dem Handwerk, der Energiedienstleistungsbranche, der Bürgerenergie sowie der Speicher- und Erneuerbaren-Branche.

Der BSW-Solar warnt vor deutlichen Markteinbrüchen bei einem Wegfall attraktiver Förderbedingungen. Eine repräsentative YouGov-Befragung unter privaten Immobilienbesitzerinnen und -besitzern im Auftrag des Verbands zeigt, dass sich der Photovoltaik-Zubau im Heimsegment in diesem Fall mehr als halbieren könnte. Demnach würden nur noch rund zwölf Prozent der Interessierten mit geeignetem Dach eine Solaranlage installieren wollen. Bei Mehrfamilienhäusern erwarten die Verbände eine Stagnation auf niedrigem Niveau. Dies würde nach ihrer Einschätzung sowohl die Erreichung der Klimaziele gefährden als auch die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern verlängern.

Marktdaten untermauern Einschätzung

Zusätzliche Marktdaten untermauern diese Einschätzung. Aus Analysen des BSW-Solar auf Basis von Zahlen der Bundesnetzagentur geht hervor, dass die private Nachfrage nach Solardächern im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bereits um rund 25 Prozent zurückgegangen ist. In dieser Situation wäre eine weitere Verschlechterung der Rahmenbedingungen „zwangsläufig Gift“, erklärte Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig laut Mitteilung des Verbands.

Auch die öffentliche Meinung spricht den Initiatoren zufolge für einen ambitionierten Solarausbau. In einer weiteren repräsentativen YouGov-Umfrage unter der erwachsenen Bevölkerung gaben rund acht von zehn Befragten an, dass die Bundesregierung den Ausbau der Solarenergie beschleunigen oder zumindest auf dem aktuellen Niveau fortführen sollte. Dabei zeigten sich laut BSW-Solar kaum Unterschiede zwischen Anhängern der Regierungsparteien CDU/CSU und SPD.

Mit dem Appell wollen die beteiligten Verbände nach eigenen Angaben erreichen, dass Photovoltaik auf Gebäuden auch künftig als tragende Säule der Energiewende behandelt wird und politische Entscheidungen die Investitionssicherheit für private Haushalte, Unternehmen und Wohnungswirtschaft erhalten.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Photovoltaik | Solarthermie Politik
bericht

Solarenergie: Verstärkte Investitionen gefragt

[16.02.2026] Solarenergie ist die günstigste und populärste Art der Stromerzeugung. Bis 2030 soll die bundesweit installierte Solarleistung noch einmal nahezu verdoppelt werden. Wie gestaltet sich die Energiewende in Photovoltaik, Speichern und Solarthermie? mehr...

Einzelne Windkraftanlage auf einer leicht hügeligen, abgeernteten Feldfläche. Der hohe Turm mit rot-weißen Markierungen ragt in einen blauen Himmel mit großen, weißen Wolken. Die Landschaft wirkt weit und offen, im Vordergrund erstreckt sich ein goldenes Getreidefeld.

Offener Brief: Länder fordern mehr Ausschreibungen

[12.02.2026] Auf eine schnelle Anhebung der Ausschreibungsvolumina für Windkraft an Land drängen mehrere Energieministerinnen und -minister. In einem gemeinsamen Brief wenden sie sich deshalb an die Bundesnetzagentur und das Bundeswirtschaftsministerium. Hintergrund sind verfehlte Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien. mehr...

Netzpaket: Verbände sehen Nachbesserungsbedarf

[12.02.2026] Zum Referentenentwurf für das sogenannte Netzpaket nehmen weitere Branchenverbände Stellung. BDEW und BEE sehen Nachbesserungsbedarf und warnen vor Eingriffen in Planungssicherheit und Investitionsbedingungen. mehr...

Auf einem weiten Ackerland wird eine Windenergieanlage errichtet: Ein großer Turm steht bereits, ein roter Baukran montiert weitere Bauteile. Am Boden liegen Rotorblätter mit roten Spitzen, Turmsegmente und Technikcontainer, im Hintergrund sind mehrere fertige Windräder in der Landschaft zu sehen.

Pläne der Bundesregierung: Netzpaket stößt auf Kritik

[11.02.2026] Die geplanten Änderungen beim Netzanschluss für erneuerbare Energien sorgen für Widerstand. Neben dem Bundesverband WindEnergie warnt auch die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Katrin Eder vor den Folgen für Investitionen, Kommunen und die Versorgungssicherheit. Sie fordert einen Kurswechsel zugunsten von Netzausbau und Flexibilität. mehr...

Baden-Württemberg: Klimaschutz-Programm reaktiviert

[04.02.2026] Kommunen in Baden-Württemberg können wieder Förderanträge für Beratungs- und Begleitmaßnahmen zur energetischen Sanierung öffentlicher Gebäude stellen. Das Land reaktiviert dafür den zweiten Teil des Programms Klimaschutz-Plus und ergänzt die bereits laufende Investitionsförderung. mehr...

Steinbeis: Neue AG für Konfliktkommunikation

[02.02.2026] Eine neue Arbeitsgemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, Konflikte bei Energie- und Infrastrukturprojekten zu verringern. Sie richtet sich an Verantwortliche aus Unternehmen und Kommunen. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürger stärker in Planungen einzubeziehen. mehr...

BDEW: Milliardeninvestitionen in den Netzausbau gefordert

[02.02.2026] Neue Regionalszenarien der Stromverteilnetzbetreiber zeigen einen drastisch steigenden Bedarf an Netzanschlüssen bis 2045. Der BDEW fordert deshalb Milliardeninvestitionen in den Netzausbau und bessere regulatorische Rahmenbedingungen, um privates Kapital zu mobilisieren. mehr...

KRITIS-Dachgesetz: BDEW fordert Tempo

[30.01.2026] Der Bundestag hat gestern das KRITIS-Dachgesetz zur Umsetzung der CER-Richtlinie verabschiedet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft fordert nun Tempo, klare Zuständigkeiten und eine praxisnahe Ausgestaltung, um die Resilienz kritischer Infrastrukturen wirksam zu erhöhen. mehr...

Gebäudeenergiegesetz: Spitzenverbände fordern Reform

[29.01.2026] Mehrere Spitzenverbände aus Energie-, Kommunal- und Immobilienwirtschaft fordern eine schnelle und grundsätzliche Reform des Gebäudeenergiegesetzes hin zu einem Gebäudemodernisierungsgesetz. Sie verlangen klare, investitionsfreundliche und praxistaugliche Regeln, die nationale und europäische Vorgaben zusammenführen. mehr...

VKU: Kurskorrektur beim Offshore-Ausbau gefordert

[28.01.2026] Der Verband kommunaler Unternehmen fordert anlässlich des Nordsee-Gipfels eine Kurskorrektur beim Ausbau der Offshore-Windenergie. Ziel sei ein Ausbaupfad, der Systemkosten begrenzt, Netze besser auslastet und Investitionen wirtschaftlich tragfähig macht. mehr...

Rheinisches Revier: Gigawattpakt erreicht Ausbauziele

[26.01.2026] Der Gigawattpakt im Rheinischen Revier erreicht schneller als geplant zentrale Ausbauziele: Die installierte Leistung erneuerbarer Energien ist seit Ende 2020 auf 4,4 Gigawatt gestiegen. Damit rückt die für 2028 vorgesehene Marke von fünf Gigawatt bereits nach knapp vier Jahren in greifbare Nähe. mehr...

Schleswig-Holstein: Erhöhung des Bürgerenergiefonds

[20.01.2026] Schleswig-Holstein erhöht den Bürgerenergiefonds um weitere fünf Millionen Euro und stärkt damit die Finanzierung von Energieprojekten in Bürgerhand. Das Gesamtvolumen des Fonds steigt auf 15 Millionen Euro und soll neue Wind-, Solar- und Wärmeprojekte anschieben. mehr...

BDEW: Stellungnahme zur Kraftwerksstrategie

[19.01.2026] Bundesregierung und EU-Kommission haben sich auf Eckpunkte der Kraftwerksstrategie verständigt und damit den Weg für neue Ausschreibungen und zusätzliche gesicherte Leistung geebnet. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft sieht darin ein wichtiges Signal für Versorgungssicherheit und Investitionen in steuerbare Kapazitäten. mehr...

BDEW: Zehn-Punkte-Papier für mehr Resilienz

[14.01.2026] Nach dem mehrtägigen Stromausfall infolge eines Brandanschlags in Berlin fordert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft rasche politische und rechtliche Konsequenzen. Ein Zehn-Punkte-Papier soll die Resilienz Kritischer Energie- und Wasserinfrastrukturen gegen Sabotage, Ausfälle und Krisen stärken. mehr...