SINTEGFünf Schaufenster-Projekte gestartet

Staatssekretär Rainer Baake hat die Förderbescheide an die Vertreter der fünf Schaufensterregionen Intelligente Energie überreicht.
(Bildquelle: BMWi/Susanne Eriksson)
Staatssekretär Rainer Baake (Bündnis 90/Die Grünen) hat jetzt den Startschuss für fünf Schaufenster-Regionen gegeben, in denen innovative Technologien und Verfahren für die Energieversorgung der Zukunft getestet werden. Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mitteilt, ist es Ziel des Förderprogramms Schaufenster intelligente Energie – Digitale Agenda für die Energiewende (SINTEG) Musterlösungen für eine klimafreundliche, sichere und effiziente Energieversorgung mit hohen Anteilen erneuerbarer Energien zu entwickeln. Im Brennpunkt stehen dabei die intelligente Vernetzung von Erzeugung und Verbrauch durch den Einsatz innovativer Netztechnologien und -betriebskonzepte. Über 200 Millionen Euro sollen in den kommenden vier Jahren in die fünf Schaufenster fließen. Rechnet man die privaten Investitionen dazu, dann werden laut dem BMWi über 500 Millionen Euro in die Digitalisierung des Energiesektors investiert. „Wir starten heute in fünf Schaufenster-Regionen den Praxistest für die Energieversorgung der Zukunft und die Digitalisierung des Energiesektors. Das ist ein wichtiges Signal und ein starker Schub für die Energiewende und den Innovationsstandort Deutschland“, sagte Staatssekretär Baake. „Für ein Energieversorgungssystem der Zukunft, das mit bis zu 100 Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien arbeitet, brauchen wir neue und innovative Netztechnologien und- betriebskonzepte. Und zwar nicht nur auf dem Papier, sondern wir müssen sie in der Praxis testen.“ Insgesamt sind mehr als 200 Unternehmen und weitere Akteure an den Schaufenster-Regionen beteiligt. Ihre Aufgabe ist es, Blaupausen für die breitenwirksame Umsetzung einer intelligenten Stromversorgung auf Basis erneuerbarer Energien zu entwicklen. Den Startschuss nahmen die Projektverantwortlichen zum Anlass, um ihr Projekt der Presse erneut vorzustellen. Die Projekte im Einzelnen sind:
C/sells
Das Schaufenster C/sells – Großflächiges Schaufenster im Solarbogen Süddeutschlands hat seinen geografischen Schwerpunkt in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen und seinen inhaltlichen Schwerpunkt im Bereich der Solarenergie. Im Mittelpunkt steht die regionale Optimierung von Erzeugung und Verbrauch (wir berichteten). Wie die Smart-Grids-Plattform Baden-Württemberg mitteilt, ist C/sells auf eigene Initiative sowie auf Anregung der Forschungsstelle für Energiewirtschaft München und des Energieversorgers EAM entstanden. Das Konsortium besteht aus Partnern aus den Bereichen Energiedienste und Netze, Betreibern und Herstellern sowie Wissenschaft und Transfer. Gesamtprojektleiter C/sells ist Albrecht Reuter, ehemaliger Vorsitzender des Vorstands der Smart-Grids-Plattform Baden-Württemberg und Vorstand von Fichtner IT Consulting. Da bereits heute etwa die Hälfte der solaren Stromerzeugung in Deutschlands Süden produziert wird, mache es Sinn, diese Region als Vorbild für Lösungen in ganz Deutschland zu sehen. Dabei wird laut den Verantwortlichen die Energieversorgung der Zukunft zellulär, vernetzt, partizipativ, nachhaltig und komfortabel sein.
Designnetz
Im Schaufenster Designnetz: Baukasten Energiewende – Von Einzellösungen zum effizienten System der Zukunft soll Energie aus Sonne und Wind für die Versorgung von urbanen und industriellen Verbrauchern genutzt werden. Es ist in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland angesiedelt (wir berichteten). Unter der Konsortialführung von Innogy SE verfolgen 46 Partner nach eigenen Angaben das Ziel, die Blaupause für die Energiewende zu entwickeln. Das Projektvolumen beläuft sich auf rund 66 Millionen Euro, wobei das BMWi 30 Millionen Euro Fördermittel beisteuert. Wie Innogy SE mitteilt, ist die Integration der fluktuierenden Einspeisung aus erneuerbaren Energien in das Gesamtsystem unter Einsatz intelligenter Netze, innovativer Speicher und so genannter abschaltbarer Lasten das Ziel, ohne dabei Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit aus den Augen zu verlieren. Im Konsortium sind Industrieunternehmen, Stadtwerke und Forschungseinrichtungen vertreten. Die Region, in der mit 22 Millionen Einwohnern mehr als ein Viertel der Bevölkerung Deutschlands lebt, sei durch unterschiedliche Erzeugungs- und Verbrauchsstrukturen geprägt und deshalb besonders geeignet.
enera
Im Schaufenster enera – Der nächste große Schritt der Energiewende geht es um regionale Systemdienstleistungen, die das Netz in Niedersachsen lokal stabilisieren und die Zuverlässigkeit der Stromversorgung auf Basis von erneuerbaren Energien weiter erhöhen sollen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Windenergie in den Regionen Ostfriesland und Friesland. Ziel ist es, durch technisches Nachrüsten von Erzeugern, Verbrauchern und Speichern oder deren Neuinstallation und durch die Ertüchtigung des Netzes mit neuen Betriebsmitteln das Energiesystem technisch zu flexibilisieren. Dezentrale Anlagen sollen künftig Systemdienstleistungen zur Spannungshaltung erbringen, um so das Netz lokal zu stabilisieren. Die regionalen Systemdienstleistungen sollen schließlich an den Strommärkten gehandelt werden können, wozu der Handel an der Strombörse um regionale Informationen erweitert werden muss. Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet beteiligt sich an enera, aber auch an den Projekten C/sells und NEW 4.0. Damit ist Tennet der einzige Projektpartner, der gleich an drei Energieprojekten in Nord- und Süddeutschland, also dort, wo besonders viel Wind- und Solarstrom erzeugt wird, mitmischt. Wie Tennet mitteilt, geht es in allen drei Projekten darum, die besten Wege zu finden, um das Zusammenspiel von Erzeugung, Verbrauch, Speicherung und Netzen zu verbessern, damit das Stromnetz auch mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien weiterhin sicher betrieben werden kann. Da jeweils rund 40 Prozent der Wind- und Solareinspeisung in Deutschland in das Versorgungsgebiet von Tennet fallen, habe die Einbindung erneuerbarer Energien eine sehr hohe Bedeutung für den Übertragungsnetzbetreiber.
NEW 4.0
Das Schaufenster NEW 4.0 – Norddeutsche EnergieWende in Schleswig-Holstein und Hamburg soll zeigen, dass die Region bereits 2025 sicher und effizient mit 70 Prozent regenerativer Energie versorgt werden kann (wir berichteten). Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Windenergie. Auch am Schaufenster NEW 4.0 ist der Übertragungsnetzbetreiber Tennet beteiligt, der unter anderem eine innovative technische Kommunikationsinfrastruktur in den Fokus rückt, damit der Datenaustausch zwischen allen Marktteilnehmern überregional funktionieren kann. Außerdem sollen die erneuerbaren Energien stärker zum Ausgleich von Schwankungen und Engpässen im Stromnetz beitragen. Laut dem Netzbetreiber müssen aber auch die Prognosesystem optimiert werden, um exaktere Vorhersagen treffen zu können.
WindNODE
WindNODE – Das Schaufenster für intelligente Energie aus dem Nordosten Deutschlands umfasst die fünf ostdeutschen Länder und Berlin. Ziel ist eine effiziente Einbindung von erneuerbarer Erzeugung in ein System aus Strom-, Wärme- und Mobilitätssektor (wir berichteten). Neben dem Verbundkoordinator 50Hertz werden die Unternehmen Siemens und Stromnetz Berlin sowie die Wirtschaftsförderer Berlin Partner, Energy Saxony und ZukunftsAgentur Brandenburg das Projekt strategisch lenken. Das Stadtwerke-Netzwerk ASEW übernimmt insbesondere die Einbindung von Stadtwerken. „WindNODE funktioniert nicht ohne die Stadtwerke, die sich durch ihre Vernetzung in Städten und Kommunen als Treiber einer dezentralen Energiewende anbieten. Sie stehen deshalb als Multiplikatoren im Fokus dieses Vorhabens“, sagt Daniela Wallikewitz, Geschäftsführerin von ASEW. Einerseits will die ASEW das Know-how der Stadtwerke für das Projekt nutzbar machen, andererseits will sie innovative Geschäftsmodelle aus dem Projekt in die Geschäftsprozesse der kommunalen Versorger integrieren. Neben Energieversorgern und Netzbetreibern sind außerdem High-Tech-Spezialisten, Unternehmen des Automobilbaus, der Wohnungswirtschaft und des Einzelhandels sowie mehrere Universitäten und Forschungsinstitute in das Projekt involviert.
Westnetz: Reaktion auf Kritik am Smart-Meter-Roll-out
[23.09.2026] Westnetz reagiert auf die Kritik der Smart-Meter-Initiative an Problemen beim Smart-Meter-Roll-out. Der Netzbetreiber räumt Einschränkungen bei der Marktkommunikation ein und will offene Vorgänge mit zusätzlichen Ressourcen und spezialisierten Teams schneller abbauen. mehr...
Smight: Kritische Netzsituationen erkennen
[15.09.2026] Der Anbieter Smight hat mit SMIGHT NeMS ein neues Netzmanagementsystem für die Niederspannung vorgestellt. Die Plattform soll Messdaten, Steuerung und Prognosen zusammenführen und Verteilnetzbetreiber bei der Umsetzung regulatorischer Vorgaben unterstützen. mehr...
Regensburg: Netzbetreiber modernisiert Schaltanlage
[11.09.2026] Regensburg Netz hat eine Mittelspannungsschaltanlage im Norden der Stadt umfassend modernisiert. Die neue Anlage kommt ohne das Isoliergas Schwefelhexafluorid aus und soll die Betriebssicherheit erhöhen. Zum Einsatz kommt Clean-Air-Technologie von Schneider Electric. mehr...
Konstanz: Erneuerung von Hochspannungsleitung
[08.09.2026] Die Stadtwerke Konstanz haben eine grenzüberschreitende 110-Kilovolt-Leitung aus der Schweiz erneuert. Das Projekt ist Teil eines umfassenden Netzausbaus, mit dem sich der Versorger auf einen bis zu dreimal höheren Leistungsbedarf vorbereitet. In den kommenden Jahren sollen dafür mehr als 150 Millionen Euro investiert werden. mehr...
Netzplanung: Strom, Gas und Wasserstoff rücken enger zusammen
[08.09.2026] Die Bundesnetzagentur hat die Entwürfe für die neuen Szenariorahmen Strom sowie Gas und Wasserstoff zur Konsultation gestellt. Sie zeigen mögliche Entwicklungen von Energieerzeugung und -verbrauch bis 2040 und 2045 und bilden damit die Grundlage für die weitere Netzplanung. mehr...
Mitnetz Strom: Pilotprojekt zur Auswertung historischer Netzdaten
[04.09.2026] Künstliche Intelligenz soll bei mehreren Verteilnetzbetreibern historische Netzdaten zu Niederspannungskabeln besser nutzbar machen. Das Pilotprojekt Cable Age prüft, wie sich daraus belastbare Informationen für Datenmanagement, Netzplanung und Asset Management gewinnen lassen. mehr...
Umfrage: Probleme beim Roll-out von Smart Metern
[31.08.2026] Eine Befragung des Verbraucherzentrale Bundesverbands zeigt weiter Schwierigkeiten beim Ausbau intelligenter Messsysteme. 91 Prozent der befragten Messstellenbetreiber berichten von Problemen. mehr...
Smart Grid: Kostengünstigster Weg zum Netzzustand
[31.08.2026] Eine Studie von Smight und der Horizonte-Group zeigt: Der Einsatz von Stationsmesstechnik ist in den meisten Fällen der wirtschaftlichste Weg zur Netzzustandsermittlung. Die Kostenunterschiede zu anderen Ansätzen sind dabei teilweise erheblich. mehr...
Bremerhaven: Forschungsprojekt zur Belastbarkeit von Stromkabeln
[25.08.2026] Ein Forschungsprojekt in Bremerhaven entwickelt ein Monitoring-System, das die thermische Belastung erdverlegter Hochspannungskabel bei zunehmender Bodenaustrocknung überwachen soll. Besonders für die Anbindung von Offshore-Windparks könnte die Technik helfen, klimabedingte Risiken für kritische Netzinfrastruktur frühzeitig zu erkennen. mehr...
Regulatorik: Hochspannung im System
[20.08.2026] Energieversorger müssen sich in den kommenden Jahren auf zahlreiche regulatorische Neuerungen einstellen. MaBiS-Hub, Lieferantenwechsel Gas in 24 Stunden, AgNeS, HEDWIG und MiSpeL bringen insbesondere für die IT-Infrastrukturen Herausforderungen mit sich. mehr...
Schleswig-Holstein: Suedlink-Tunnel fertiggestellt
[20.08.2026] Unter der Elbe ist der Tunnel für die Stromtrasse Suedlink fertig vorgetrieben. Das Bauwerk ElbX bringt den Netzausbau zwischen Schleswig-Holstein und Niedersachsen einen entscheidenden Schritt voran und soll ab 2028 Windstrom in den Süden transportieren. mehr...
CLS-Management: Thüga SmartService startet Roll-out
[18.08.2026] Thüga SmartService hat bei fünf Messstellenbetreibern das CLS-Management in den produktiven Betrieb überführt. Bis Ende August sollen fünf weitere Kunden folgen. Für das Gesamtjahr sind 40 Produktivsetzungen geplant. mehr...
Bundesnetzagentur: Rückläufige Zahlen bei Netzengpassmanagement
[13.08.2026] Das Netzengpassmanagement ist im ersten Quartal 2026 deutlich zurückgegangen. Die Bundesnetzagentur verzeichnete weniger Maßnahmen und Kosten, zugleich verschieben sich die Engpässe zunehmend in die Verteilernetze. mehr...
Mitnetz Strom: Drohnen überwachen das Stromnetz
[10.08.2026] Mitnetz Strom setzt Drohnen flächendeckend für die Inspektion und Überwachung seines Stromnetzes ein. Die Technik soll den Netzbetrieb sicherer und effizienter machen und liefert zugleich Daten für KI-gestützte Zustandsanalysen. mehr...
evu+: Online-Karte bietet Überblick über Stromverteilnetze
[06.08.2026] Eine neue Online-Karte zeigt die Stromnetzbetreiber in Deutschland und ihre angeschlossenen Erzeugungsanlagen sowie Batteriespeicher. Die Übersicht soll die Rolle der Verteilnetzbetreiber für Energiewende und Versorgungssicherheit anhand öffentlicher Daten sichtbar machen. mehr...











