SuedLink / SuedOstLinkÜNB stellen Streckenführung vor

Vorschlag zum Trassenverlauf von SuedLink.
(Bildquelle: TransnetBW GmbH)
Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) TenneT TSO, 50 Hertz und TransnetBW haben jetzt den bevorzugten Streckenverlauf und Alternativen für die Hochspannungs-Gleichstrom-Vorhaben SuedLink und SuedOstLink veröffentlicht und angekündigt, die Anträge auf Bundesfachplanung in Kürze bei der Bundesnetzagentur (BNetzA) einzureichen. Dies wäre der Auftakt für das offizielle Genehmigungsverfahren. Vorausgegangen waren Vor-Ort-Diskussionen mit den verschiedenen Interessengruppen und der Bevölkerung. So wurden die Vorschlagskorridore und Alternativen auf Basis bisher erfolgter Untersuchungen und aufgrund der von der Bevölkerung eingegangenen Hinweise festgelegt.
Erst in die Bundesfachplanung, dann in die Planfeststellung
Beide Verbindungen sollen vorrangig unterirdisch als Erdkabel verlegt werden. Während SuedLink ab 2025 die windreichen Regionen Norddeutschlands mit Bayern und Baden-Württemberg verbinden soll, werde SuedOstLink den im Norden und Osten erzeugten Windstrom in das verbrauchsstarke Bayern führen. SuedLink ist in insgesamt fünf Teilabschnitte aufgeteilt und führt von Wilster und Brunsbüttel nach Grafenrheinfeld und Großgartach, SuedOstLink verläuft in vier Abschnitten von Wolmirstedt in Sachsen-Anhalt bis nach Isar bei Landshut im südöstlichen Bayern.
Die BNetzA kündigte bereits an, den Vorschlagskorridor und die Alternativen im Rahmen der Bundesfachplanung detaillierter zu untersuchen und im Anschluss einen zirka 500 bis 1.000 Meter breiten Leitungskorridor für die anschließende Planfeststellung festzulegen.
Lex Hartman, Mitglied der Geschäftsführung vonTenneT TSO, sagte: „Uns ist es wichtig, einen Korridor zu finden, der Mensch und Natur möglichst wenig belastet. Wir haben dafür die Hinweise der Bürger vor Ort mit berücksichtigt.“ Dies habe man über die umfassendste Bürgerbeteiligung, die es je zu einem Netzausbauprojekt in Deutschland gegeben habe, erreicht. Auch im formellen Genehmigungsprozess werden die Bürger weitere Mitsprachemöglichkeiten haben, informierte Hartmann.
Werner Götz, Vorsitzender der Geschäftsführung von TransnetBW, ergänzte: „Der Vorschlagskorridor ist ein erstes Zwischenergebnis und der Auftakt für detaillierte Untersuchungen. In den nächsten beiden Jahren können sich weitere Veränderungen ergeben, bevor die Bundesnetzagentur über den tatsächlichen Verlauf entscheidet.“ Die kommenden Untersuchungen werden laut Götz für alle Korridorvarianten in der gleichen Detailtiefe durchgeführt.
Geteilte Reaktionen auf Streckenverlauf
Bayerns Energieministerin Ilse Aigner (CSU) hält die politische Vereinbarung vom 1. Juli 2015 für erfüllt: „Weder der Vorzugskorridor noch die Alternative sehen eine Stammstreckenführung des SuedLink über Grafenrheinfeld vor. Die Rhön wird in beiden Varianten umgangen.“ Insgesamt gebe es durch den Wegfall einiger Varianten weniger Betroffene, allerdings werde man bei beiden Projekten noch genauer hinschauen müssen. Im weiteren Verfahren werde sich die Landesregierung für die Umgehung von Siedlungsräumen und Naturschutzgebieten und für eine Bündelung mit Autobahnen und anderen Fernstraßen einsetzen.
Thüringens Umwelt- und Energieministerin Anja Siegesmund (Bündnis 90/Die Grünen) gab bereits bekannt, dass sie die aktuelle Planung für die Stromtrasse SuedLink durch Thüringen entschieden ablehnt. So machte die Ministerin deutlich: „Thüringen sagt Ja zur Energiewende, Thüringen sagt aber Nein zur neuen Trassenplanung von TenneT mit der Brechstange durch Thüringen.“ Siegesmund fordert eine faire Lastenverteilung und den Erhalt von Naturschätzen: „Der Bund fördert den Lückenschluss am Grünen Band. Und hier will ein Netzbetreiber mit einer Stromtrasse das Grüne Band wieder zerschneiden. Das wollen wir nicht zulassen. Wir werden die Ausweisung des Grünen Bandes als Nationales Naturmonument sehr zügig vorantreiben“, sagte die Ministerin.
KRITIS-Gipfel: Forderung nach stärkerer Resilienz
[11.03.2026] Energieverbände fordern eine stärkere Ausrichtung auf Resilienz und Schutz Kritischer Infrastrukturen in Deutschland. Anlass war der erste KRITIS-Gipfel, der gestern in Berlin stattfand. Dort berieten Vertreter der Branche, der Politik und der Bundeswehr über neue Bedrohungslagen und konkrete Schutzmaßnahmen. mehr...
Bundesverband Solarwirtschaft: Frontalangriff auf die Energiewende
[03.03.2026] Ein geleakter Entwurf zur Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sieht die Streichung der Förderung für neue private Solaranlagen und eine Pflicht zur Direktvermarktung vor. Die Solarbranche warnt vor massiven Folgen für Investitionen, Arbeitsplätze und die Klimaziele. mehr...
Gebäudemodernisierungsgesetz: Städte sehen Hürden
[02.03.2026] Die ostdeutschen Städte arbeiten an der Wärmewende. Nun liegen Eckpunkte für ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz vor. Der Deutsche Städtetag begrüßt die Einigung, sieht jedoch noch offene Fragen und warnt vor Risiken für Investitionen und Klimaziele. mehr...
Baden-Württemberg: 22 Windpark-Projektierer warnen vor Aus von Windenergie
[02.03.2026] 22 Windpark-Projektierer aus dem Südwesten warnen vor einem faktischen Aus für neue Anlagen in Baden-Württemberg. Sie sehen den Ausschreibungsmechanismus des EEG als Ursache und drängen die Bundesregierung zu raschen Korrekturen. mehr...
Gebäudemodernisierungsgesetz: Kritik und Lob von Branchenverbänden
[26.02.2026] Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) setzt auf eine Grüngasquote, eine entfristete Bio-Treppe und stärkere Förderung für Fernwärmenetze. Verbände aus der Energie- und Wärmewirtschaft begrüßen den Kurswechsel, warnen aber vor Preisrisiken, fehlender Planungssicherheit und offenen Detailfragen. mehr...
Baden-Württemberg: Land stellt 50 Millionen Euro für Elektrolyseure bereit
[25.02.2026] Baden-Württemberg startet die zweite Runde seines Förderprogramms für Elektrolyseure und stellt weitere 50 Millionen Euro für die regionale Wasserstofferzeugung bereit. Das Umweltministerium reagiert damit auch auf fehlende Vorgaben des Bundes und will den Aufbau lokaler Wasserstoff-Hubs beschleunigen. mehr...
Speicherbranche: Kritik an AgNes-Prozess
[24.02.2026] Die geplante Neuordnung der Netzentgelte im AgNes-Prozess stellt die bisherige Befreiung von Stromspeichern infrage. Vertreter der Speicherbranche warnen, dass ohne Vertrauensschutz Milliardeninvestitionen und bis zu 16 GW Batteriespeicherleistung auf der Kippe stehen. mehr...
Sachsen-Anhalt: Resilienz-Stab zum KRITIS-Schutz eingerichtet
[24.02.2026] Sachsen-Anhalt richtet einen ressortübergreifenden Resilienz-Stab zum Schutz Kritischer Infrastrukturen ein. Das neue Gremium soll angesichts wachsender Risiken durch Extremwetter, Cyber-Angriffe und hybride Bedrohungen die Krisenvorsorge des Landes neu ordnen. mehr...
Hamburg: Firmen warnen vor Netzplänen
[23.02.2026] Mehr als 20 Energieunternehmen aus Hamburg wenden sich gegen das vom Bundeswirtschaftsministerium geplante „Netzpaket“. Sie befürchten Nachteile für den Ausbau erneuerbarer Energien und für den Standort. In einem Brief an die Hamburger CDU fordern sie eine Kehrtwende. mehr...
Berlin: Gesetzentwurf zum besseren Schutz von KRITIS
[23.02.2026] Der Berliner Senat will das Datenschutz- und Sicherheitsrecht anpassen, um Kritische Infrastruktur besser vor Anschlägen zu schützen. Hintergrund sind gezielte Attacken auf die Stromversorgung; der Gesetzentwurf soll moderne Schutztechnik rechtlich absichern und Informationsrisiken begrenzen. mehr...
VKU/BDEW: Stellungnahme zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur
[19.02.2026] Die Branchenverbände VKU und BDEW haben sich jetzt jeweils zum Diskussionspapier der Bundesnetzagentur zu möglichen Einspeisenetzentgelten positioniert. Beide Verbände begrüßen Reformschritte bei den Stromnetzentgelten, lehnen dynamische Einspeiseentgelte jedoch ab. mehr...
Bundesnetzagentur: Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt
[19.02.2026] Die Bundesnetzagentur hat jetzt Orientierungspunkte für Einspeiseentgelte vorgelegt. Daraus geht hervor, dass die Behörde Stromerzeuger ab 2029 systematisch an den Netzkosten beteiligen und dafür ein Kapazitätsentgelt sowie dynamische Einspeiseentgelte einführen will. mehr...
Solarenergie: Verstärkte Investitionen gefragt
[16.02.2026] Solarenergie ist die günstigste und populärste Art der Stromerzeugung. Bis 2030 soll die bundesweit installierte Solarleistung noch einmal nahezu verdoppelt werden. Wie gestaltet sich die Energiewende in Photovoltaik, Speichern und Solarthermie? mehr...
Offener Brief: Länder fordern mehr Ausschreibungen
[12.02.2026] Auf eine schnelle Anhebung der Ausschreibungsvolumina für Windkraft an Land drängen mehrere Energieministerinnen und -minister. In einem gemeinsamen Brief wenden sie sich deshalb an die Bundesnetzagentur und das Bundeswirtschaftsministerium. Hintergrund sind verfehlte Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien. mehr...
Netzpaket: Verbände sehen Nachbesserungsbedarf
[12.02.2026] Zum Referentenentwurf für das sogenannte Netzpaket nehmen weitere Branchenverbände Stellung. BDEW und BEE sehen Nachbesserungsbedarf und warnen vor Eingriffen in Planungssicherheit und Investitionsbedingungen. mehr...












