Stadtwerke NeussZwei Windräder in Betrieb
Nach mehrjähriger Planung und einem umfangreichen Genehmigungsverfahren sind die beiden Windräder der Stadtwerke Neuss südlich des Stadtteils Neuss-Hoisten in Betrieb gegangen. „Die Windräder sind der Beitrag der Stadtwerke Neuss zur Umsetzung der Energiewende vor Ort“, erklärte Jörg Geerlings, Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke Neuss Energie und Wasser. Und sie werden auch die Letzten sein. „Nach Expertenmeinung sind keine weiteren Standorte für Windkraft in Neuss realisierbar. Hätten die Stadtwerke nicht gebaut, dann hätten es andere Investoren machen können“, so Geerlings.
Bereits Anfang 2015 hatte der Rhein-Kreis Neuss eine Genehmigung für den Bau der Windräder erteilt, der Vollzug wurde aber zwischenzeitlich vom Verwaltungsgericht Düsseldorf wieder aufgehoben. Schließlich hatte das Oberverwaltungsgericht Münster (OVG) den konkreten Bau per Eilverfahren im Mai 2016 forciert. Die Richter am OVG bestätigten die 2015 erteilte Genehmigung vollumfänglich und stellten auch den sofortigen Vollzug wieder her. Die Stadtwerke legten daraufhin eine aktuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung vor, derzufolge die Wirtschaftlichkeit auch angesichts der veränderten Bedingungen durch das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) weiterhin gegeben war. Bau und Inbetriebnahme erfolgten dann innerhalb weniger Monate. Stadtwerke-Projektleiter Johannes Steinhauer erläutert: „Wir konnten nach der endgültigen Entscheidung recht schnell in die Umsetzung gehen, weil alle erforderlichen Schritte vorbereitet beziehungsweise bereits vertraglich geregelt waren. Aufstell- und Kranflächen waren durch Vorverträge gesichert. Das galt auch für die Abstandsflächen sowie die nötigen Kabeltrassen, die Baustraße und den Netzanschluß.“
Die Windräder der Firma Enercon haben Nabenhöhen von 108 und 138 Metern und sollen nach Beendigung des Probebetriebs rund 3.100 Haushalte mit Ökostrom versorgen. Nach erfolgreicher Abnahme in der vergangenen Woche wurden die Windräder auf die Stadtwerke Neuss übertragen. Das Projekt kostete insgesamt 7,2 Millionen Euro. Wie die Stadtwerke Neuss melden, werden sie ihr Versprechen aus dem Jahr 2012 halten und die Neusser Bürger am Windpark beteiligen. Stadtwerke-Geschäftsführer Stephan Lommetz sagt: „Mit der Volksbank Düsseldorf Neuss eG haben wir einen kompetenten regionalen Partner gefunden, über den wir den Sparbrief Windenergie anbieten.“ Der Zinssatz liegt für Strom- und Gaskunden der Stadtwerke Neuss bei zwei und für Nichtkunden bei 1,5 Prozent. Die Beitragshöhe pro Sparer variiert zwischen 500 und 20.000 Euro, der Sparvertrag läuft über fünf Jahre. Die Gesamtbeteiligungshöhe beträgt zwei Millionen Euro.
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