MonitoringNeue Ära der Anlagenüberwachung

BHKW zeit- und kostensparend überwachen.
(Bildquelle: enerquinn Energiesystemtechnik)
Wenn es um eine zukunftssichere und gleichzeitig kostenoptimierte Energieversorgung geht, sind moderne Blockheizkraftwerke (BHKW) kaum zu schlagen. Schließlich ermöglichen sie nicht nur die problemlose Erfüllung energiegesetzlicher Vorgaben und tragen zu einer Verringerung des CO2-Ausstoßes bei, sie bieten darüber hinaus eine ganze Reihe entscheidender wirtschaftlicher Vorteile: BHKW arbeiten nach dem hocheffizienten Funktionsprinzip der Kraft-Wärme-Kopplung und erzeugen daher neben Wärme auch Strom. Des Weiteren reduzieren sie die Bau- und KfW-Kreditkosten, amortisieren sich innerhalb kurzer Zeit und lassen sich schnell in Betrieb nehmen. Ein weiterer wichtiger Pluspunkt ist die hohe Kosten- und Betriebssicherheit, die durch innovative Technologien sogar noch gesteigert werden kann.
Vorausschauendes System
Das Unternehmen enerquinn aus Weingarten ist auf die Planung und den Betrieb von Blockheizkraftwerken spezialisiert. Seinen Kunden möchte es auch für die Zeit nach der Installation Lösungen anbieten. Aus diesem Grund nutzt enerquinn für die BHKW-Überwachung ein System der Firma Mondas. Die Lösung bietet extrem flexible Visualisierungs- und Auswertungsmöglichkeiten für die vor Ort erfassten Daten und ermöglicht so ein frühzeitiges und zielgenaues Reagieren auf kritische Anlagenzustände.
Das Unternehmen Mondas mit Sitz in Freiburg im Breisgau wurde im Jahr 2018 als Spin-off des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE, des Solartechnikanbieters PSE und der Hochschule Biberach gegründet. Mithilfe des von Mondas entwickelten Webtools lassen sich alle relevanten Daten einer Anlage, wie zum Beispiel Laufzeiten, Betriebstemperaturen oder Umdrehungszahlen, kontinuierlich als Zeitreihen erfassen und speichern – ein wesentlicher Vorteil gegenüber herkömmlichen Gebäude-Leitsystemen, die lediglich auf Zustandsänderungen reagieren, also erst dann, wenn bereits eine Störung eingetreten ist.
Das Mondas-System hingegen erkennt kritische Betriebszustände, bevor es zur Störung kommt und generiert aus diesen Informationen umgehend konkrete Service- oder Wartungsaufträge. Das verringert die Ausfallquote der überwachten Anlagen signifikant und senkt die Betriebskosten – auch, weil auf feste Wartungsintervalle verzichtet werden kann. Dieses Prinzip der vorausschauenden Instandhaltung (Predictive Maintenance) ermöglicht einen hocheffizienten Betrieb – insbesondere dann, wenn viele beziehungsweise räumlich verteilte Anlagen automatisch überwacht werden sollen.
Portal sorgt für Überblick
Ziel von enerquinn ist es, dass sich die Kunden rund um die Uhr schnell und komfortabel über das Betriebsverhalten ihres Blockheizkraftwerks informieren können. Daher wurde für die enerquinn-Website ein entsprechendes Portal mit individuellem Log-in konzipiert. Dort haben die Kunden zukünftig Zugriff auf die aktuellen Anlagendaten, die beispielsweise in Form von Grafiken, PDF-Reports oder Nutzungsgradberechnungen bereitgestellt werden. Auf dieser Basis können Serviceunternehmen und Contractoren anstehende Wartungsarbeiten gezielt anlassbezogen terminieren.
Mondas versteht unterschiedliche Feldbusse sowie Protokolle und ist daher universal einsetzbar. Zudem nimmt die Einrichtung der Plattform nur sehr wenig Zeit in Anspruch. Auch Sonderlösungen sind somit schnell und preiswert umsetzbar. Nach der individuellen Konfiguration der Oberfläche analysiert das System die Anlage und meldet fortan automatisch, sobald sich Möglichkeiten zur wirtschaftlichen Optimierung eröffnen.
Mehr Sicherheit
Darüber hinaus wird Mondas nicht nur technisch, sondern auch im Hinblick auf die jeweils aktuellen Vorschriften zur Datensicherheit permanent optimiert und weiterentwickelt.
Mit dem System können BHKW-Anlagen in Zukunft zeit- und kostensparend überwacht werden – auch und gerade dann, wenn es um das parallele Betriebsmanagement von zahlreichen gleichartigen Anlagen geht. Daher lässt sich durchaus vom Beginn eines neuen Zeitalters der Anlagenüberwachung sprechen, das nicht nur deutlich mehr Sicherheit, sondern auch nachhaltig geringe Kosten für Wartung und Betrieb mit sich bringt.
Zahlreiche Fördermöglichkeiten
Was die Errichtungskosten der Blockheizkraftwerke betrifft, liegen die Anlagen mit anderen modernen Heizsystemen nahezu gleichauf. Im Betrieb jedoch ziehen die BHKW kalkulatorisch davon, denn es sind die einzigen Heizanlagen, mit denen Erträge erwirtschaftet werden können. So gibt es bezüglich des erzeugten Stroms zwei Möglichkeiten. Er wird entweder direkt im Objekt verbraucht und kann so – günstig, aber dennoch gewinnbringend – an die einzelnen Parteien verkauft werden, zum Beispiel im Rahmen eines Mieterstrommodells. Die zweite Variante ist die automatische Einspeisung ins Stromnetz mit entsprechender Vergütung nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz. Hinzu kommen zahlreiche Fördermöglichkeiten und gegebenenfalls Steuerbefreiungen. Das alles führt unterm Strich zu dem Ergebnis, dass sich die Investition in ein Blockheizkraftwerk in der Regel bereits nach wenigen Jahren amortisiert.
https://mondas-iot.de
Dieser Beitrag ist im Juni Sonderheft 2019 von stadt+werk zur Digitalisierung der Energiewirtschaft erschienen. Hier können Sie ein Exemplar bestellen oder die Zeitschrift abonnieren.
Kraftwerk Software Gruppe: Neue KI-gestützte Wissensplattform vorgestellt
[24.07.2026] Die Kraftwerk Software Gruppe hat mit der Lösung kraftwerk.Knowledge eine KI-gestützte Wissensplattform für Versorgungsunternehmen vorgestellt. Sie soll Stadtwerke bei der Dokumentation, der Einhaltung regulatorischer Vorgaben und der schnellen Suche nach Fachinformationen unterstützen. mehr...
Civitas Connect: Offene digitale Basisinfrastrukturen
[20.07.2026] Ein offener Brief fordert, bestehende offene Daten- und Integrationsplattformen stärker in die föderalen Digitalstrukturen einzubinden. Laut Initiator Civitas Connect richtet sich die Initiative an Bund, Länder und weitere zuständige Gremien. Kommunen, öffentliche Unternehmen und andere Organisationen können sich der Erklärung bis Ende September anschließen. mehr...
cortility: SAP-Umstellung bleibt eine Herausforderung
[17.07.2026] Mit dem Ende des Supports für SAP R/3 Ende 2027 wächst der Zeitdruck für Energieversorger. Nach Einschätzung des IT-Dienstleisters cortility werden jedoch zahlreiche Unternehmen den Termin nicht einhalten können. mehr...
enercity: Test für KI-Energie-Assistenten
[16.07.2026] enercity hat die Testphase eines KI-Energie-Assistenten gestartet, der Kundinnen und Kunden die Verwaltung ihres Energievertrags direkt über ChatGPT ermöglichen soll. Nach Angaben des Unternehmens können unter anderem Vertragsdaten eingesehen, Rechnungen abgefragt und Zählerstände übermittelt werden. mehr...
Stadtwerke Baden-Baden: Neue GIS-Plattform für alle Versorgungssparten
[10.07.2026] Die Stadtwerke Baden-Baden stellen ihre Geoinformations- und Netzsysteme schrittweise auf eine neue webbasierte Plattform um. Nach Angaben von VertiGIS soll damit eine integrierte Arbeitsumgebung für die Sparten Strom, Gas, Wasser und Fernwärme entstehen. mehr...
Mahnwesen: Lücke im SAP-System
[09.07.2026] Stadtwerke, die SAP im Mahnwesen einsetzen, müssen Mahngebühren manuell verbuchen. Das kostet wertvolle Arbeitszeit und birgt die Gefahr von Fehlbuchungen und Compliance-Risiken. Eine SAP-basierte Erweiterung automatisiert den Prozess und beseitigt diese Schwachstelle. mehr...
cortility: Einfacher Lieferantenwechsel
[08.07.2026] Der IT-Dienstleister cortility hat eine Software vorgestellt, die Energieversorger beim seit 2025 geltenden 24-Stunden-Lieferantenwechsel unterstützen soll. mehr...
dena: Data Spaces für die Energiewende
[02.07.2026] Rund 50 Akteure aus der Energie- und Digitalwirtschaft sprechen sich für den Aufbau von Data Spaces aus. Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur (dena) sollen standardisierte Datenräume den sicheren Datenaustausch erleichtern, die Energiewende unterstützen und die digitale Souveränität in Deutschland und Europa stärken. mehr...
Dresden: Energielotse überarbeitet
[30.06.2026] Dresden hat seinen Digitalen Energielotsen grundlegend überarbeitet und um neue Funktionen erweitert. Die Online-Plattform soll Bürgerinnen und Bürger bei Entscheidungen zu Heizung, Wärmeversorgung und Fördermitteln im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung unterstützen. mehr...
Mannheim: Kläranlage erhält digitales Prozessleitsystem
[26.06.2026] Die Mannheimer Kläranlage arbeitet künftig mit einem durchgängigen digitalen Prozessleitsystem. Die Modernisierung soll die Betriebssicherheit erhöhen, Ressourcen sparen und die Anlage auf strengere Vorgaben in der Wasserwirtschaft vorbereiten. mehr...
Advertorial: Das Zusammenspiel entscheidet
[25.06.2026] Stadtwerke stehen vor einer neuen Phase der Digitalisierung: Kundenerwartungen steigen, IT-Landschaften werden komplexer, Fachwissen geht verloren. Operative Handlungsfähigkeit zu erhalten und sich gleichzeitig zukunftsfähig aufzustellen, wird zur obersten Priorität. mehr...
deeeper.technology: Start von KI-Plattform
[24.06.2026] Das Unternehmen deeeper.technology hat mit den Deeeper Energy Maps eine KI-Plattform gestartet, die Energiedaten gebündelt auf einer interaktiven Karte darstellt. Die Lösung soll Projektentwicklern und Beratern die Standortbewertung deutlich erleichtern. mehr...
Kisters: Plattform für Steuerbarkeitstests
[23.06.2026] Netzbetreiber müssen jährlich die Steuerbarkeit von Erzeugungsanlagen prüfen und die Ergebnisse an die Übertragungsnetzbetreiber melden. Der Softwareanbieter Kisters hat seine Redispatch-2.0-Plattform dafür erweitert. mehr...
Interview: Tief integrierte Systeme
[16.06.2026] Künstliche Intelligenz eröffnet neue Möglichkeiten für Automatisierung und effizientere Prozesse. Andreas Weber von Kraftwerk Software erklärt im Interview, warum KI erst dann ihr volles Potenzial entfaltet, wenn sie in die Systemarchitektur integriert ist. mehr...
FairEnergie: Umstieg auf Intense-Lösung
[09.06.2026] FairEnergie ersetzt seine bisherige SAP-IS-U-Landschaft durch die cloudbasierte Plattform TENTAC auf Basis von SAP S/4HANA Utilities. Der Reutlinger Versorger setzt dabei auf Standardprozesse und integrierte Abläufe, um Kosten zu senken und kundenbezogene Prozesse zu vereinfachen. mehr...








