Dienstag, 31. März 2026

MainovaBilanz und Ausblick in die Zukunft

[05.09.2023] Auf der Hauptversammlung des regionalen Energieversorgers Mainova zog der Vorstandsvorsitzende Constantin H. Alsheimer Bilanz des vergangenen Jahres und warf einen Blick in die Zukunft. Es war seine letzte Rede in diesem Rahmen, da Alsheimer Anfang 2024 zur Thüga Aktiengesellschaft wechselt.
Der Mainova-Vorstandsvorsitzende Dr. Constantin H. Alsheimer (l.) mit dem neu gewählten Aufsichtsratsvorsitzenden Oberbürgermeister Mike Josef (r.) und dessen Vorgängerin Stephanie Wüst

Der Mainova-Vorstandsvorsitzende Dr. Constantin H. Alsheimer (l.) mit dem neu gewählten Aufsichtsratsvorsitzenden Oberbürgermeister Mike Josef (r.) und dessen Vorgängerin Stephanie Wüst, Stadträtin und Dezernentin der Stadt Frankfurt.

(Bildquelle: Mainova AG)

In der vergangenen Woche fand die Hauptversammlung des regionalen Energieversorgers Mainova statt. Dabei habe der Vorstandsvorsitzende Constantin H. Alsheimer festgestellt, dass das Unternehmen trotz der hohen Anforderungen durch die beispiellosen Preissteigerungen auf den Energiemärkten und des insgesamt schwierigen Marktumfelds ein zufriedenstellendes bereinigtes Ergebnis in Höhe von 125,4 Millionen Euro erzielen konnte.
Alsheimer habe auch darauf hingewiesen, dass erhebliche Investitionen notwendig seien, um den Anforderungen des Umbaus der Energieversorgung und der zunehmenden Digitalisierung in der Region gerecht zu werden. Insgesamt wolle Mainova in den nächsten fünf Jahren mehr als zwei Milliarden Euro investieren. Dazu gehöre auch der weitere Netzausbau: Allein bis 2027 werde Mainova gemeinsam mit den vorgelagerten Netzbetreibern die Stromnetzkapazitäten für Frankfurt um rund 50 Prozent erhöhen, ein weiterer Stromnetzausbau darüber hinaus sei geplant.
Alsheimer habe in seiner Rede betont, dass ein wesentlicher Schwerpunkt der Investitionen auf der Dekarbonisierung der Erzeugung liegen werde und verwies auf die im vergangenen Jahr verabschiedete Dekarbonisierungsstrategie des Unternehmens: „Mit passgenauen Produkten und Dienstleistungen unterstützen wir unsere Kunden dabei, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Und wir selbst wollen bis spätestens 2040 klimaneutral sein“, so der Vorstandsvorsitzende.

Maßnahmen für Klimaneutralität

Wesentliche Bausteine sind laut Mainova der Umbau des Heizkraftwerks West zu einem wasserstofffähigen Vorzeigekraftwerk, der weitere Ausbau der Fernwärme sowie die Einbindung des Biomassekraftwerks Fechenheim und die Nutzung der Abwärme aus Rechenzentren. Auch beim Ausbau der erneuerbaren Energien, unter anderem durch einen der größten deutschen Photovoltaikparks im Boitzenburger Land (Brandenburg), sei das Unternehmen auf einem guten Weg.
Bereits im vergangenen Geschäftsjahr habe Mainova deshalb im Rahmen ihrer Investitionsstrategie die Investitionen in Klimaschutz und Versorgungssicherheit auf 340 Millionen Euro verdoppelt. Neu und erschwerend für die Strategie seien jedoch die Folgen des russischen Kriegs in der Ukraine. Damit verbunden seien unter anderem allgemeine Preissteigerungen für alle Projekte. „Das belastet uns als Unternehmen generell, insbesondere aber unsere ambitionierten Investitionsprojekte“, erklärte Alsheimer. Zudem habe sich beispielsweise die Risikoeinschätzung der Banken verändert, die nun höhere Anforderungen an die Finanzierung von Energieversorgern stellten.
Um die anstehenden Investitionen realisieren zu können, soll nach Angaben des Energieversorgers ein Teil dieser Investitionen auch durch eine Stärkung des Eigenkapitals der Mainova durch die Ausgabe neuer Aktien finanziert werden. Zu diesem Zweck soll ein genehmigtes Kapital geschaffen werden, das Vorstand und Aufsichtsrat in die Lage versetzt, das Grundkapital je nach Investitionsbedarf flexibel zu erhöhen. Den Aktionären soll dabei ein Bezugsrecht eingeräumt werden.
Dies sei von der Hauptversammlung beschlossen worden.

Energiewende als Chance

Ferner habe Alsheimer in seiner Rede betont, dass Mainova die Umsetzung der Energiewende nicht nur als Herausforderung, sondern auch als große unternehmerische Chance begreife. Sie erfordere aber auch eine gesamtgesellschaftliche Anstrengung. In diesem Zusammenhang habe er die gesetzgeberische Entscheidung begrüßt, den Umbau des Wärmemarkts über kommunale Wärmepläne zu steuern. Die Energiewende müsse dezentral organisiert werden und sei daher vor allem auch eine Aufgabe der Kommunen, zumal viele stadtplanerische Entscheidungen damit verbunden seien. Alsheimer forderte zudem schnellere Genehmigungsprozesse: „Die immer deutlicher werdenden Forderungen nach Bürokratieabbau und Genehmigungsbeschleunigung auf Bundes- und Landesebene werden ebenso im kommunalen Kontext von Bedeutung sein. Auch hier bedarf es einer deutlichen Beschleunigung und Vereinfachung der Genehmigungsprozesse, wenn der Zeitplan für den Ausbau der städtischen Infrastruktur eingehalten werden soll.“
Für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende spiele Wasserstoff zudem eine zentrale Rolle – nicht zuletzt aufgrund seiner großvolumigen Speicherfähigkeit. Um die ambitionierten Klimaschutzziele auch vor Ort erreichen zu können, sei die rechtzeitige und ausreichende Verfügbarkeit von Wasserstoff entscheidend. „Wir freuen uns, dass wir seit einiger Zeit auf nahezu allen politischen Ebenen Offenheit und Unterstützung für Wasserstoffanwendungen erfahren. Gemeinsam mit anderen regionalen Energieversorgern und Unternehmen arbeiten wir daran, die so wichtige Anbindung Frankfurts und des Rhein-Main-Gebiets an die Hauptachsen der deutschen Wasserstoffinfrastruktur zu realisieren“, so Alsheimer.

Letzte Rede

Eine wesentliche Voraussetzung für die Energiewende sei zudem eine ausreichende Zahl qualifizierter Fachkräfte. Der enorme branchenübergreifende Personalbedarf bedürfe daher der Unterstützung auch auf bundespolitischer Ebene.
Alsheimer, der Anfang 2024 als neuer Vorstandsvorsitzender zur Thüga Aktiengesellschaft wechseln wird, habe sich in seiner letzten Rede vor der Hauptversammlung bei den Mitgliedern des Vorstands und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Mainova für die langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit bedankt. „Die Zeit bei Mainova war für mich intensiv, ereignisreich und prägend. Gemeinsam haben wir in den vergangenen 18 Jahren viel erreicht. Dazu zählen unter anderem die Verdoppelung des Eigenkapitals und eine Ergebnissteigerung von rund 40 Prozent. Durch den Erwerb von mehr als 30 Unternehmen und den Aufbau neuer Geschäftsfelder haben wir das Unternehmen strategisch diversifiziert und deutlich robuster aufgestellt. Und wir haben einen bundesweiten Vertrieb aufgebaut und uns im Wettbewerb gut behauptet“, erklärte er.

Neu- und Wiederwahlen

Der Frankfurter Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) ist nach Angaben der Mainova neu in den Aufsichtsrat gewählt worden. In seiner anschließenden Sitzung habe ihn das Gremium zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt.
Josef trete die Nachfolge von Stephanie Wüst, Stadträtin und Dezernentin der Stadt Frankfurt, an, die seit 2022 den Aufsichtsrat leitet und weiterhin Aufsichtsratsmitglied bleibt.
Ebenfalls neu in den Aufsichtsrat gewählt worden seien die Frankfurter Bürgermeisterin Nargess Eskandari-Grünberg (Bündnis 90/Die Grünen) sowie die Stadtverordneten Martin Frederick Huber und Tina Zapf-Rodriguez.
Wiedergewählt worden seien neben Stephanie Wüst auch der Stadtkämmerer der Stadt Frankfurt Bastian Bergerhoff. Ausgeschieden seien Professor Daniela Birkenfeld, Peter Feldmann, Markus Frank und Eugenio Munoz del Rio.



Stichwörter: Unternehmen, Mainova,


Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Unternehmen

VNEW: Unter neuer Flagge unterwegs

[27.03.2026] Der Stadtwerkeverband VSHEW firmiert künftig als Verband der Norddeutschen Energie- und Wasserwirtschaft (VNEW). Hintergrund ist die Ausweitung auf weitere Bundesländer sowie der Anspruch, die Energiewende regional stärker zu bündeln. mehr...

JUWI: Strategische Neuausrichtung

[17.03.2026] Der Projektentwickler JUWI richtet seine Organisation neu aus und fokussiert sich stärker auf seine europäischen Kernmärkte im Wind- und Solarsektor. Hintergrund sind verschärfter Wettbewerb um Investoren, Netzanschlüsse und Ausschreibungen – mit der Neuausrichtung will das Unternehmen seine Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit sichern. mehr...

Stadtwerke Essen: Ausweitung der Partnerschaft mit Iqony Fernwärme

[17.03.2026] Die Stadtwerke Essen und Iqony Fernwärme wollen ihre Wärmeinfrastrukturen künftig enger verzahnen. Eine neue Partnerschaftsvereinbarung soll Synergien beim Ausbau klimafreundlicher Netze heben und Optionen wie Netzkopplungen oder gemeinsame Erzeugungsanlagen prüfen. mehr...

Solarpark der Energieversorgung Mittelrhein (evm) in Görgeshausen mit mehreren Reihen von Photovoltaikmodulen auf einer Wiese.

evm: Nachhaltige Energiegewinnung

[13.03.2026] Die Wind- und Solarparks der Energieversorgung Mittelrhein (evm) haben im vergangenen Jahr mehr als 70 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Nun plant das Unternehmen die Errichtung weiterer Anlagen in der Region. mehr...

Stadtwerke Jena Netze: Relaunch der Webseite

[13.03.2026] Die Stadtwerke Jena Netze haben ihre Webseite vollständig überarbeitet und neu strukturiert. Der Relaunch soll Kundinnen und Kunden den Zugang zu Informationen rund um Netzanschlüsse, Photovoltaik, Wärmepumpen und aktuelle Baustellen deutlich erleichtern. mehr...

GISA/TMZ: Fortsetzung der Zusammenarbeit

[12.03.2026] GISA stellt Thüringer Mess- und Zählerwesen Service künftig auch das Management steuerbarer lokaler Systeme (CLS) vollständig als Software-as-a-Service bereit. Mit der Verlängerung ihrer Smart-Metering-Partnerschaft um fünf Jahre bauen beide Unternehmen ihre gemeinsame Plattform für Gateway-Administration und Messdatenmanagement weiter aus. mehr...

VertiGIS: Vorarlberger Energienetze erneuert Geo-Informationssystem

[04.03.2026] Das Unternehmen Vorarlberger Energienetze stellt sein Geo-Informationssystem auf die dritte Generation um und setzt dabei auf Technologie von VertiGIS. Der Wechsel ist wegen des auslaufenden Altsystems bis 2028 zwingend und betrifft Datenqualität, Netzbetrieb und künftige KI-Anwendungen gleichermaßen. mehr...

JUWI: Partnerschaft mit Vestas ausgebaut

[26.02.2026] Mit einer neuen Rahmenvereinbarung wollen zwei Windenergie-Unternehmen ihre Kooperation festigen. Das Ziel besteht darin, künftige Projekte in Deutschland effizienter umzusetzen. Beide Seiten verweisen auf ihre langjährige Zusammenarbeit. mehr...

Stadtwerke Herrenberg/Energie Calw: Gemeinsame Neugründung von Energie Herrenberg

[25.02.2026] Die Stadtwerke Herrenberg gründen gemeinsam mit Energie Calw die Gesellschaft Energie Herrenberg. Mit dem neuen kommunalen Versorger will die Stadt Herrenberg Vertrieb und Energiewende vor Ort neu organisieren und Wertschöpfung in der Region sichern. mehr...

Wuppertaler Stadtwerke: IT-Partnerschaft mit rku․it besiegelt

[23.02.2026] Die Wuppertaler Stadtwerke bauen ihre IT mit der NextGen-Plattform von rku.it aus. Die strategische Partnerschaft soll Prozesse im SAP-Umfeld modernisieren und den kommunalen Versorger langfristig digital absichern. mehr...

dena: 100 vielversprechende Start-ups

[17.02.2026] Die Deutsche Energie-Agentur und die Start Up Energy Transition haben die SET100-Liste 2026 mit den weltweit vielversprechendsten Climate-Tech-Start-ups veröffentlicht. Die Auswahl zeigt, welche Technologien der Energiewende den Sprung aus der Pilotphase schaffen und sich im internationalen Wettbewerb behaupten. mehr...

Bilanz: E.ON steigert Gewinn und Investitionen

[16.02.2026] Der Energiekonzern E.ON hat im Jahr 2025 mehr verdient und mehr investiert. Vor allem das Netzgeschäft wuchs deutlich. Bis 2030 plant das Unternehmen Investitionen von rund 48 Milliarden Euro. mehr...

Hertener Stadtwerke: Zertifizierung erhalten

[16.02.2026] Die Hertener Stadtwerke haben ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 eingeführt und sich zertifizieren lassen. Damit reagieren sie auf gesetzliche Vorgaben für Großverbraucher und wollen vor allem in ihren energieintensiven Bädern systematisch Kosten und CO₂ senken. mehr...

Stadtwerke Schwäbisch Hall: Wechsel zu Wilken

[11.02.2026] Die Stadtwerke Schwäbisch Hall ersetzen ihr bisheriges Abrechnungssystem für Dienstleistungskunden durch eine cloud-native Standardplattform. Mit dem Wechsel zu GY von Wilken beginnt zugleich eine strategische Partnerschaft mit Blick auf neue Markt- und Regulierungsanforderungen. mehr...

Amprion: Hybrider Offshore-Interkonnektor geplant

[28.01.2026] Deutschland und Dänemark wollen ihre Stromnetze in der Nordsee enger verknüpfen und planen einen hybriden Offshore-Interkonnektor zwischen beiden Ländern. Amprion und Energinet sollen das Projekt mit innovativer Gleichstromtechnik auf See umsetzen. mehr...