Donnerstag, 29. Oktober 2026

MVV EnergieSolides Ergebnis für 2025

[16.12.2025] Trotz sinkender Großhandelspreise hat MVV Energie im Geschäftsjahr 2025 ein solides operatives Ergebnis erzielt und ihr Investitionsvolumen deutlich erhöht. Mehr als 500 Millionen Euro flossen vor allem in Projekte der Wärme- und Stromwende sowie in grüne Kundenlösungen.

Im Geschäftsjahr 2025 hat MVV Energie ein solides operatives Ergebnis erzielt und das Investitionsvolumen erhöht.

(Bildquelle: MVV)

Ein solides operatives Ergebnis bei gleichzeitig steigenden Investitionen in die Energiewende prägt das Geschäftsjahr 2025 von MVV Energie. Wie das Mannheimer Energieunternehmen mitteilt, erreichte das Adjusted EBIT im Zeitraum vom 1. Oktober 2024 bis zum 30. September 2025 trotz eines herausfordernden Marktumfelds 360 Millionen Euro.

Der bereinigte Umsatz lag mit 6,1 Milliarden Euro unter dem Vorjahreswert von 7,2 Milliarden Euro, was MVV vor allem auf rückläufige Großhandelspreise zurückführt. Das operative Ergebnis blieb damit zwar unter dem Vorjahresniveau von 426 Millionen Euro, entsprach nach Angaben des Unternehmens jedoch den eigenen Erwartungen. Vorstandsvorsitzender Gabriël Clemens verweist darauf, dass die Jahre 2023 und 2024 durch außergewöhnliche Sondereffekte geprägt gewesen seien, die sich planmäßig nicht wiederholt hätten. Ergebnisrückgänge verzeichnete MVV unter anderem im Projektentwicklungs- und Umweltgeschäft sowie infolge eines geringeren Windaufkommens, während die Geschäftsfelder Erzeugung und Netze positive Beiträge lieferten.

Zurückhaltende Investitionsbereitschaft

Der bereinigte Jahresüberschuss nach Fremdanteilen belief sich auf 171 Millionen Euro und lag damit um 62 Millionen Euro unter dem Vorjahr. Der Hauptversammlung im März 2026 soll eine Dividende von 1,30 Euro je Aktie vorgeschlagen werden, fünf Cent mehr als im Vorjahr. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 rechnet MVV angesichts geringerer Beiträge aus dem Handelsgeschäft sowie aus Erzeugung und Netzen mit einem Adjusted EBIT zwischen 200 und 240 Millionen Euro. Zudem verweist das Unternehmen auf eine weiterhin zurückhaltende Investitionsbereitschaft vieler Kunden.

Deutlich ausgeweitet hat MVV dagegen die Investitionen. Insgesamt 501 Millionen Euro flossen im Geschäftsjahr 2025 in Projekte der Wärme- und Stromwende sowie in grüne Kundenlösungen, rund 20 Prozent mehr als im Vorjahr und eines der höchsten Investitionsvolumina in der Unternehmensgeschichte. Schwerpunkte bildeten der Ausbau der grünen Fernwärme in Mannheim, neue Wind- und Solarparks sowie Investitionen in Ausbau, Instandhaltung und Modernisierung der Verteilnetze. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet MVV nach eigenen Angaben ein nochmals höheres Investitionsniveau.

Großprojekte im Bereich der Wärmewende

Im Bereich der Wärmewende treibt das Unternehmen mehrere Großprojekte voran. Auf dem Gelände des Großkraftwerks Mannheim entsteht eine zweite Flusswärmepumpe mit einer thermischen Leistung von bis zu 165 Megawatt, die nach Angaben von MVV aus heutiger Sicht die weltweit größte Anlage dieser Art sein soll und ab Winter 2028 klimafreundliche Wärme für bis zu 40.000 weitere Haushalte liefern kann. Ergänzend plant MVV eine dritte Flusswärmepumpe sowie den Einsatz regionaler Geothermie. Erste Standorte für ein Erdwärme-Heizwerk wurden über das Joint Venture GeoHardt mit EnBW benannt. Auch in Offenbach und Kiel stellt MVV die Wärmeerzeugung auf Großwärmepumpen um, in Kiel ist zudem eine Anbindung des Küstenkraftwerks an das Wasserstoffkernnetz vorgesehen.

Parallel dazu erweitert MVV seine erneuerbare Stromerzeugung. Neue Windparks in Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz sowie ein Solarpark in Baden-Württemberg stärken das eigene Portfolio, die Projekte stammen aus der Entwicklung der Tochtergesellschaft Juwi. Zur Sicherung der Versorgung investiert das Unternehmen außerdem in den Netzausbau, etwa durch eine neue Schaltanlage zur Anbindung an das Übertragungsnetz in der Region Rhein-Neckar und den Ausbau des Hochspannungsnetzes in Offenbach.

Fokus auf Kreislaufwirtschaft

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Kreislaufwirtschaft. In Wisbech im Südosten Englands errichtet MVV eine Anlage zur thermischen Abfallbehandlung, die mit einem Investitionsvolumen von rund einer halben Milliarde Euro die größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte darstellt. Die Anlage soll jährlich etwa 625.000 Tonnen Restabfall verwerten und daraus Strom für rund 150.000 Haushalte erzeugen sowie künftig Prozessdampf für Unternehmen bereitstellen.

Auch bei individuellen Kundenlösungen sieht MVV Wachstumspotenzial. Das Unternehmen berichtet von Projekten für nachhaltige Wärme- und Kälteversorgung in der Immobilienwirtschaft sowie vom Ausbau der Lade-Infrastruktur für Elektromobilität. Ein Beispiel ist ein geplanter Ladepark für E-Lkw im Mannheimer Handelshafen mit Schnellladepunkten bis zu einer Leistung von einem Megawatt, der Anfang 2027 in Betrieb gehen soll.

Mit Blick auf die politischen Rahmenbedingungen betont MVV die Bedeutung von Verlässlichkeit und Planbarkeit für die Akzeptanz der Energiewende. Clemens verweist unter anderem auf die zügige Umsetzung der EU-Gasbinnenmarktrichtlinie in nationales Recht, das Geothermie-Beschleunigungsgesetz sowie auf die Notwendigkeit eines schrittweisen Übergangs bei den Fördermechanismen für erneuerbare Energien. Auch bei der Novelle des Gebäudeenergiegesetzes seien stabile Regelungen entscheidend, um Investitionssicherheit zu gewährleisten.



Stichwörter: Unternehmen, MVV Energie,


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