BremenKlimaneutrale Wärmeversorgung ist möglich

Eine klimaneutrale Versorgung ist in Bremen möglich.
(Bildquelle: 123rf/jqnoc)
Eine klimaneutrale Wärmeversorgung ist in Bremen nach Einschätzung der Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft möglich. Wie die Behörde mitteilt, zeigt der Entwurf der kommunalen Wärmeplanung, dass die Stadt ihren gesamten Wärmebedarf künftig mit nachhaltigen Energiequellen decken kann. Ziel ist es, die Wärmeerzeugung bis 2045 vollständig ohne fossile Brennstoffe zu gestalten – so sieht es das Gebäudeenergiegesetz vor.
Machbare Herausforderung
Björn Fecker, Vertreter der Senatorin, erklärte, die Wärmewende sei eine große Herausforderung, aber machbar. Der Entwurf weise aus, wo Wärmenetze wirtschaftlich entstehen und betrieben werden könnten. Großwärmepumpen an der Weser oder an der Kläranlage sollen dabei ebenso eine Rolle spielen wie kalte Nahwärmenetze. Dort, wo sich kein Wärmenetz rechnet, könnten einzelne Wärmepumpen eine verlässliche Alternative bieten.
Laut Entwurf ließen sich bis 2038 rund 36 Prozent des Bremer Wärmebedarfs – ohne das Stahlwerk – über Wärmenetze abdecken. Ohne Ausbau und Verdichtung der bestehenden Netze wären es nur gut 15 Prozent. Um dieses Ziel zu erreichen, müssten knapp 300 Kilometer zusätzliche Leitungen gebaut werden. Für Gebiete, in denen der Aufbau eines Wärmenetzes nicht wirtschaftlich ist, kommen vor allem leise und effiziente Luftwärmepumpen infrage.
Beteiligung der Öffentlichkeit
Der Wärmeplanentwurf unterscheidet zudem sogenannte Prüfgebiete, in denen noch nicht feststeht, ob ein Wärmenetz wirtschaftlich betrieben werden kann. Dort sollen Pilotprojekte zu Anergienetzen Aufschluss geben. Bis zur Fortschreibung des Plans im Jahr 2028 können Eigentümerinnen und Eigentümer in diesen Gebieten bereits auf Wärmepumpen umsteigen; ein späterer Anschluss an ein Netz bleibt möglich.
Mit der Veröffentlichung des Entwurfs startet die Beteiligung der Öffentlichkeit. Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Institutionen können bis zum 23. November 2025 online unter waermeplanung.bremen.de Stellungnahmen abgeben. „Jede und jeder kann online nachvollziehen, was im Entwurf steht“, sagte Fecker. Auch wer keinen Internetzugang habe, könne Unterstützung erhalten.
Plan enthält Umsetzungsstrategie
Der Wärmeplan enthält zudem eine Umsetzungsstrategie mit acht Handlungsfeldern. Dazu gehören die Förderung innovativer Projekte, etwa Genossenschaften, die kalte Nahwärmenetze betreiben, sowie Maßnahmen zur Beschleunigung des Netzbaus. Auch die Nutzung von Flusswärme soll technisch und wirtschaftlich geprüft werden.
Nach Abschluss der Beteiligung will die Senatorin den finalen Wärmeplan samt Umsetzungsstrategie der Deputation für Umwelt, Klima und Landwirtschaft, dem Senat und der Bremischen Bürgerschaft zur Beschlussfassung vorlegen. Der Plan wird anschließend veröffentlicht.
Hintergrund ist das Wärmeplanungsgesetz, das alle Kommunen verpflichtet, eine Strategie für eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu entwickeln. Es legt auch das Verfahren der Öffentlichkeitsbeteiligung fest. Der Wärmeplan hat keinen verbindlichen Rechtscharakter, sondern dient als strategische Grundlage für den Umbau der Wärmeversorgung.
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