JenaDampf betriebenes Teilnetz stillgelegt

Der Abschluss des Projekts symbolisch mit dem Setzen eines Schlusssteins gefeiert – begossen mit einem Glas heißen Wassers.
v.l.: André Sack, Stadtwerke Energie Geschäftsführer; Kristin Weiß, Stadtwerke Jena Netze-Geschäftsführerin; Christoph Krauße, Stadtwerke-Projektleiter
(Bildquelle: Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH)
Der Abschluss des Projekts symbolisch mit dem Setzen eines Schlusssteins gefeiert – begossen mit einem Glas heißen Wassers.
v.l.: André Sack, Stadtwerke Energie Geschäftsführer; Kristin Weiß, Stadtwerke Jena Netze-Geschäftsführerin; Christoph Krauße, Stadtwerke-Projektleiter
(Bildquelle: Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH)
Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck haben ihr Projekt Dampfablösung offiziell beendet. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde damit ein mit Dampf betriebenes Teilnetz in Jena-Süd stillgelegt und an das zentrale Heißwassernetz angeschlossen. Das gilt als Grundvoraussetzung, um die Fernwärme künftig aus erneuerbaren Energien statt aus fossilem Erdgas zu gewinnen (wir berichteten).
Seit 2019 hatten die Stadtwerke an der Umstellung gearbeitet und 24 Einzelmaßnahmen umgesetzt. Der Abschluss des Projekts wurde am 7. November 2025 symbolisch mit dem Setzen eines Schlusssteins gefeiert – begossen mit einem Glas heißen Wassers. Geschäftsführer André Sack und Netz-Geschäftsführerin Kristin Weiß dankten den beteiligten Firmen und Beschäftigten für die zuverlässige Arbeit.
Große Veränderung
Technisch bedeutete das Vorhaben eine der größten Veränderungen am Jenaer Fernwärmenetz seit den 1990er Jahren. Das ehemalige Dampfnetz verlief über sieben Kilometer zwischen Winzerla und dem Industriegebiet Jena-Süd. Es transportierte bis zu 320 Grad heißen Wasserdampf, während das Hauptnetz mit maximal 130 Grad heißem Wasser arbeitet. Zuletzt waren über das Dampfnetz noch neun vorwiegend industrielle Großkunden versorgt worden. Deren Bedarf an Prozessdampf ging jedoch zurück, zugleich erwies sich das Hochtemperaturnetz als ungeeignet für den künftigen Betrieb mit erneuerbaren Energien.
Laut Stadtwerken wurden für die Umstellung unter anderem neue Heißwasserleitungen im Sandweg, im Lichtenhainer Oberweg, in der Lichtenhainer Straße und in der Moritz-von-Rohr-Straße verlegt. Zwei Wärmeübertragerstationen auf dem Gelände von Schott und der Ernst-Abbe-Hochschule wurden vollständig erneuert. Besonders anspruchsvoll waren die Arbeiten im Kreuzungsbereich Lichtenhainer Straße / Moritz-von-Rohr-Straße, wo ein unterirdisches Bauwerk entfernt und durch einen mehrarmigen Leitungsknoten ersetzt wurde. Eine zweitägige Unterbrechung der Fernwärmeversorgung für rund 12.000 Haushalte im Mai 2025 war die Folge – ein bisher einmaliger Vorgang.
Investitionen von rund 6,8 Millionen Euro
Insgesamt investierten die Stadtwerke rund 6,8 Millionen Euro in das Projekt, davon etwa die Hälfte im Jahr 2025. Weitere Maßnahmen sollen folgen: Nach Abschluss des Zeiss-Neubaus sind noch Restarbeiten in Jena-Süd geplant, zudem ist für 2027/28 ein Ersatzneubau der Rohrbrücke über die Kahlaische Straße vorgesehen.
Die Dampfablösung gilt als Auftakt für die umfassende Dekarbonisierung der Jenaer Fernwärme. Grundlage dafür ist die 2022 vorgelegte Wärmenetzstrategie, die eine klimaneutrale Versorgung bis 2040 vorsieht. Aktuell wird eine vom Bund geförderte Transformationsplanung erstellt, die bis Mitte 2026 konkrete Schritte und Zeitpläne für die künftige Wärmeversorgung Jenas festlegen soll.
Sterr-Kölln & Partner: Drei Wärmenetze wechseln den Eigentümer
[31.08.2026] Drei mit erneuerbaren Energien betriebene Wärmenetze in Südbaden gehören seit April 2026 zu Elevion Energy Solutions. Die Anlagen in Kenzingen, Sasbach und Efringen-Kirchen versorgen rund 130 Kundinnen und Kunden und erreichen zusammen eine Wärmeleistung von etwa 5,5 Megawatt. mehr...
Wärmespeicher: Immer da, wenn man sie braucht
[27.08.2026] Anfang Juli wurde in Gelsenkirchen ein Großwärmespeicher eingeweiht. Das Projekt ist exemplarisch für die aktuelle Phase der Energiewende. In dieser Phase steht weniger die Erzeugung im Vordergrund, sondern die Frage, wie Energie verfügbar gemacht werden kann, wenn sie tatsächlich gebraucht wird. mehr...
Fraunhofer ISE/Öko-Institut: Auswertung der abgeschlossenen Wärmepläne
[27.08.2026] Wärmepumpen und Wärmenetze sollen bis 2045 den größten Teil der Wärmeversorgung in den ausgewerteten Kommunen übernehmen. Eine neue Auswertung von Fraunhofer ISE und Öko-Institut zeigt zugleich, wo Wärmepläne noch auf unsicheren Annahmen beruhen. mehr...
swb: Beratungstage zu Wärmepumpen, PV-Anlagen und Wallboxen
[27.08.2026] swb bietet im Herbst Beratungstage zu Wärmepumpen, Photovoltaikanlagen und Wallboxen in Bremen und Bremerhaven an. Wer danach einen Vertrag abschließt, kann je nach Kombination von Bonus und Förderung bis zu 1.250 Euro erhalten. mehr...
EWE: Infoveranstaltung zur Wärmepumpen-Förderung
[25.08.2026] EWE informiert am 2. September über das Zusammenspiel von Wärmepumpe und Photovoltaik sowie aktuelle Förderbedingungen. Die Online-Veranstaltung greift auch anstehende Änderungen bei der Förderung und die Bedeutung der Einspeisevergütung für Investitionsentscheidungen auf. mehr...
KEA-BW: Musterverträge für Wärmenetze
[18.08.2026] Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg stellt Kommunen drei kostenlose Musterverträge für Wärmenetze zur Verfügung. Sie sollen Städten und Gemeinden die Gestaltung von Gestattungs- und Wärmeversorgungsverträgen erleichtern. mehr...
swb: Webinare rund um Wärme, Solarenergie und E-Mobilität
[14.08.2026] swb bietet im August und September kostenfreie Webinare zu Wärme, Solar und E-Mobilität an. Im Mittelpunkt stehen neue Förderbedingungen, technische Lösungen und Fragen, die für geplante Investitionen im Land Bremen relevant sind. mehr...
Stuttgart: KEA-BW-Fachtagung zu Wärmenetzen
[06.08.2026] Die KEA-BW lädt am 18. November 2026 zur Fachtagung „Energiewende kompakt“ nach Stuttgart ein. Im Mittelpunkt stehen Wärmenetze und erneuerbare Energien sowie der Erfahrungsaustausch zwischen Kommunen, Stadtwerken und weiteren Fachleuten. mehr...
BBSR: Fortschritte bei der kommunalen Wärmeplanung
[05.08.2026] Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt inzwischen in Kommunen mit abgeschlossenem Wärmeplan. Eine aktuelle BBSR-Auswertung zeigt den Fortschritt der kommunalen Wärmeplanung und macht zugleich den hohen Handlungsbedarf bei Gebäudesanierung und Wärmenetzen deutlich. mehr...
Berlin: Workshop zur Umsetzung der Wärmeplanung
[30.07.2026] Ein Workshop des IÖW und des Aktionskreises Energie hat den Unterstützungsbedarf von Berliner Nahwärme-Initiativen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Bürgerprojekte eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung übernehmen können. mehr...
Köln: Grundsteinlegung für Europas größte Flusswasser-Wärmepumpe
[29.07.2026] RheinEnergie baut in Köln Europas größte Flusswasser-Wärmepumpe für die Fernwärmeversorgung. Mit der Grundsteinlegung startet ein Großprojekt, das ab 2028 bis zu 50.000 Haushalte versorgen und als Vorbild für andere Städte dienen soll. mehr...
SAENA: Webinar zur Umsetzung der Wärmeplanung
[29.07.2026] Nach der kommunalen Wärmeplanung rückt die Umsetzung in den Fokus. Ein Webinar der Sächsischen Energieagentur zeigt sächsischen Kommunen, wie sie einen Umsetzungsmanager fördern lassen können und welche Unterstützung dafür bereitsteht. mehr...
Bremerhaven: Wärme für kommunale Wohnungen
[22.07.2026] Eine langfristige Vereinbarung zur Wärmeversorgung von mehr als 5.000 Wohnungen haben die Städtische Wohnungsgesellschaft Bremerhaven und swb geschlossen. Nach Angaben von swb soll damit die Wärmeversorgung des kommunalen Wohnungsbestands schrittweise weiterentwickelt und auf dem Weg zur Klimaneutralität Fernwärme mit dezentralen Wärmelösungen kombiniert werden. mehr...
Konstanz: Wärmeverbund für neuen Stadtteil
[22.07.2026] Die Stadtwerke Konstanz und die Firma solarcomplex haben die Projektgesellschaft Wärmeversorgung Hafner gegründet. Sie soll den Aufbau und Betrieb eines Wärmeverbunds im ersten Bauabschnitt des Neubaugebiets Hafner übernehmen. mehr...
Bamberg: Beispielhafte Wärmewende im Quartier
[20.07.2026] Der Lagarde Campus in Bamberg soll nach Angaben der Fraunhofer-Allianz Energie zeigen, wie eine klimaneutrale und wirtschaftliche Wärmeversorgung in urbanen Quartieren umgesetzt werden kann. Das Projekt verbindet erneuerbare Wärmequellen, digitale Steuerung und sektorenübergreifende Energieversorgung. Die Erfahrungen sollen auch in die kommunale Wärmeplanung einfließen. mehr...













