Donnerstag, 4. Juni 2026

JenaDampf betriebenes Teilnetz stillgelegt

[11.11.2025] In Jena-Süd fließt künftig Heißwasser statt Dampf: Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck haben ihr Projekt zur Ablösung des alten Dampfnetzes abgeschlossen. Damit ist ein wichtiger Schritt hin zu einer klimaneutralen Fernwärmeversorgung geschafft.

Der Abschluss des Projekts symbolisch mit dem Setzen eines Schlusssteins gefeiert – begossen mit einem Glas heißen Wassers.

v.l.: André Sack, Stadtwerke Energie Geschäftsführer; Kristin Weiß, Stadtwerke Jena Netze-Geschäftsführerin; Christoph Krauße, Stadtwerke-Projektleiter

(Bildquelle: Stadtwerke Energie Jena-Pößneck GmbH)

Die Stadtwerke Energie Jena-Pößneck haben ihr Projekt Dampfablösung offiziell beendet. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde damit ein mit Dampf betriebenes Teilnetz in Jena-Süd stillgelegt und an das zentrale Heißwassernetz angeschlossen. Das gilt als Grundvoraussetzung, um die Fernwärme künftig aus erneuerbaren Energien statt aus fossilem Erdgas zu gewinnen (wir berichteten).

Seit 2019 hatten die Stadtwerke an der Umstellung gearbeitet und 24 Einzelmaßnahmen umgesetzt. Der Abschluss des Projekts wurde am 7. November 2025 symbolisch mit dem Setzen eines Schlusssteins gefeiert – begossen mit einem Glas heißen Wassers. Geschäftsführer André Sack und Netz-Geschäftsführerin Kristin Weiß dankten den beteiligten Firmen und Beschäftigten für die zuverlässige Arbeit.

Große Veränderung

Technisch bedeutete das Vorhaben eine der größten Veränderungen am Jenaer Fernwärmenetz seit den 1990er Jahren. Das ehemalige Dampfnetz verlief über sieben Kilometer zwischen Winzerla und dem Industriegebiet Jena-Süd. Es transportierte bis zu 320 Grad heißen Wasserdampf, während das Hauptnetz mit maximal 130 Grad heißem Wasser arbeitet. Zuletzt waren über das Dampfnetz noch neun vorwiegend industrielle Großkunden versorgt worden. Deren Bedarf an Prozessdampf ging jedoch zurück, zugleich erwies sich das Hochtemperaturnetz als ungeeignet für den künftigen Betrieb mit erneuerbaren Energien.

Laut Stadtwerken wurden für die Umstellung unter anderem neue Heißwasserleitungen im Sandweg, im Lichtenhainer Oberweg, in der Lichtenhainer Straße und in der Moritz-von-Rohr-Straße verlegt. Zwei Wärmeübertragerstationen auf dem Gelände von Schott und der Ernst-Abbe-Hochschule wurden vollständig erneuert. Besonders anspruchsvoll waren die Arbeiten im Kreuzungsbereich Lichtenhainer Straße / Moritz-von-Rohr-Straße, wo ein unterirdisches Bauwerk entfernt und durch einen mehrarmigen Leitungsknoten ersetzt wurde. Eine zweitägige Unterbrechung der Fernwärmeversorgung für rund 12.000 Haushalte im Mai 2025 war die Folge – ein bisher einmaliger Vorgang.

Investitionen von rund 6,8 Millionen Euro

Insgesamt investierten die Stadtwerke rund 6,8 Millionen Euro in das Projekt, davon etwa die Hälfte im Jahr 2025. Weitere Maßnahmen sollen folgen: Nach Abschluss des Zeiss-Neubaus sind noch Restarbeiten in Jena-Süd geplant, zudem ist für 2027/28 ein Ersatzneubau der Rohrbrücke über die Kahlaische Straße vorgesehen.

Die Dampfablösung gilt als Auftakt für die umfassende Dekarbonisierung der Jenaer Fernwärme. Grundlage dafür ist die 2022 vorgelegte Wärmenetzstrategie, die eine klimaneutrale Versorgung bis 2040 vorsieht. Aktuell wird eine vom Bund geförderte Transformationsplanung erstellt, die bis Mitte 2026 konkrete Schritte und Zeitpläne für die künftige Wärmeversorgung Jenas festlegen soll.





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