Sonntag, 8. November 2026

MannheimWärmewende Akademie ist jetzt ein Verein

[04.05.2026] Die Mannheimer Wärmewende Akademie hat sich als eingetragener Verein neu aufgestellt. Damit erhält das bisherige Netzwerk aus Stadt, Energieversorgern und Handwerk eine dauerhafte Organisationsform, die Qualifizierung und Umsetzung der kommunalen Wärmewende verstetigen soll.

Die Wärmewende Akademie ist jetzt ein eingetragene Verein.

(Bildquelle: MVV)

Als eingetragener Verein will die Wärmewende Akademie in Mannheim ihre Arbeit künftig verbindlicher und langfristiger organisieren. Wie die Stadt Mannheim mitteilt, unterzeichneten die Mitglieder des Netzwerks am 22. April 2026 die Vereinbarung und die Satzung für die neue Rechtsform.

Die Akademie war im November 2024 als Schulungs- und Vernetzungszentrum für den klimafreundlichen Umbau der Wärmeversorgung gestartet (wir berichteten). Seither hat sie sich nach Angaben der Stadt zu einer bundesweit ungewöhnlichen Plattform für die Qualifizierung von Handwerksbetrieben entwickelt. Träger des bisherigen Netzwerks sind neben der Stadt die Klimaschutzagentur Mannheim, MVV Energie, die IHK Rhein-Neckar, die Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald sowie mehrere Fachinnungen aus den Bereichen Sanitär, Heizung, Klima, Elektro, Schornsteinfeger und Stuckateur.

Feste Zuständigkeiten

Mit der Vereinsgründung erhält dieses Bündnis feste Zuständigkeiten und eine institutionell abgesicherte Struktur. Ziel ist es, die Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung in Mannheim dauerhaft zu begleiten und die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Energiebranche und Handwerk enger zu verzahnen. Zugleich soll die Akademie organisatorisch unabhängiger arbeiten können.

„Angesichts rapide steigender Preise für fossile Brennstoffe fragen sich immer mehr Mannheimerinnen und Mannheimer, wie sie künftig bezahlbar, sicher und klimafreundlich heizen können“, sagt Christian Specht. Die Stadt habe mit ihrer kommunalen Wärmeplanung früh aufgezeigt, welche Heizalternativen künftig zur Verfügung stehen. Die Wärmewende Akademie sorge nun dafür, dass ausreichend geschulte und fachlich aktuelle Betriebe diese Planung praktisch umsetzen können.

Seit dem Start vor rund anderthalb Jahren haben nach Angaben der Initiatoren etwa 100 Handwerksbetriebe an Schulungen teilgenommen. Das Programm wurde schrittweise erweitert und behandelt inzwischen nicht nur technische Fragen des Heizungstauschs, sondern auch gesetzliche Vorgaben, Inhalte der Mannheimer Wärmeplanung sowie Förder- und Finanzierungsmodelle für Fernwärme und Wärmepumpen.

Mehr Verantwortung

Neu ist, dass das Handwerk nicht mehr nur Schulungsempfänger bleibt. Mit der Vereinsstruktur können sich die Betriebe künftig direkt in die Weiterentwicklung der Inhalte einbringen. „Wir haben mit der Wärmewende Akademie ein starkes Netzwerk aus Betrieben, Innungen und Fachleuten aufgebaut, die sich miteinander austauschen und voneinander lernen“, betont Klaus Hofmann. Der Verein gebe dem Handwerk die Möglichkeit, mehr Verantwortung in der Dekarbonisierung der Wärmeversorgung zu übernehmen.

Auch über Mannheim hinaus stößt das Modell auf Interesse. Mehrere Kommunen prüfen laut den Beteiligten bereits, ob sich das Konzept eines gewerkeübergreifenden Schulungs- und Kooperationszentrums für die Wärmewende auf andere Städte übertragen lässt. Nach Einschätzung von Johannes Werhahn zeigt sich daran, dass der Umbau der regionalen Wärmeversorgung nur als langfristige Gemeinschaftsaufgabe funktionieren kann.





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