KaiserslauternQuartier erhält Energiezentrale

Einweihung der Energiezentrale in Kaiserslautern.
(Bildquelle: Stadt Kaiserslautern)
Eine neue Energiezentrale soll künftig die klimaneutrale Wärmeversorgung des Pfaff-Quartiers in Kaiserslautern sichern. Wie die Stadt Kaiserslautern mitteilt, wurde das Gebäude Mitte Mai auf dem ehemaligen Gelände der Nähmaschinenfabrik Pfaff offiziell eingeweiht.
Die Energiezentrale steht neben der denkmalgeschützten Pforte und gegenüber dem ebenfalls geschützten Medizinischen Versorgungszentrum. Das Planungsbüro RBS wave entwarf dafür einen kubischen Bau, der sich bewusst als modernes Element im Eingangsbereich des Quartiers positioniert. Auffällig ist die Photovoltaikfassade mit roten Morphocolor-Modulen. Die Beschichtungstechnologie entwickelte das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE, das am Forschungsprojekt EnStadt beteiligt ist. Laut Stadt erreicht die farbige PV-Fassade trotz ihrer Gestaltung eine hohe Effizienz.
Technisch bildet die Anlage das Zentrum der Wärmeversorgung des Quartiers. Von dort verteilt ein Niedertemperatur-Wärmenetz Wärme mit einer Vorlauftemperatur von rund 65 Grad Celsius. Die Versorgung basiert vor allem auf dem Rücklauf der städtischen Fernwärme. Zusätzlich speist das System Abwärme aus Kältemaschinen in das Netz ein. Teil der Energiezentrale ist zudem ein Labor, das das bidirektionale Laden von Elektrofahrzeugen untersucht.
Die Einweihung fand im Rahmen eines Kolloquiums der Projektpartner von EnStadt statt. Rund 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen dazu auf dem Pfaff-Gelände zusammen. Bau- und Umweltdezernent Manuel Steinbrenner übergab symbolisch den Schlüssel an die Stadtwerke Kaiserslautern. Steinbrenner bezeichnete EnStadt als Leuchtturmprojekt, das Erkenntnisse für die moderne Energieversorgung von Stadtquartieren liefern solle. Diese ließen sich künftig auch auf andere Kommunen übertragen.
Das Forschungsprojekt EnStadt lief von 2017 bis 2024 im Förderprogramm „Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt“ von Bundeswirtschaftsministerium und Bundesforschungsministerium. Untersucht wurden Technologien und Konzepte für klimaneutrale Quartiere, darunter Energieversorgung, Gebäudetechnik, nachhaltige Mobilität, Digitalisierung und sozialwissenschaftliche Aspekte. Ein Anschlussprojekt läuft noch bis 2027 und soll den Betrieb der Anlagen weiter optimieren sowie den Transfer der Ergebnisse unterstützen.
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