Smart-Meter-InitiativeBilanz nach drei Jahren Neustart-Gesetz

Die Smart-Meter-Initiative zieht drei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende Bilanz.
(Bildquelle: adobestock)
Drei Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende sieht die Smart-Meter-Initiative (SMI) Fortschritte beim Einbau intelligenter Stromzähler, aber auch erhebliche Hindernisse. Wie die von Tibber, Octopus Energy, Ostrom und Rabot Energy gegründete Initiative berichtet, ist der Smart Meter Roll-out nach langem Stillstand zwar in Gang gekommen, bleibt jedoch deutlich hinter den Erfordernissen der Energiewende zurück.
Während Smart Meter 2023 in deutschen Haushalten kaum verbreitet waren, lag die bundesweite Roll-out-Quote nach den jüngsten verfügbaren Daten der Bundesnetzagentur Ende 2025 bei 5,5 Prozent (wir berichteten). Gleichzeitig gewinnen intelligente Stromzähler und dynamische Stromtarife an Bedeutung. Hintergrund sind unter anderem zunehmend häufige Phasen negativer Strompreise.
Zersplitterung des Messstellenmarkts
Nach Angaben der SMI zeigen die Daten des Smart-Meter-Atlas deutliche Unterschiede zwischen großen und kleinen Messstellenbetreibern. Große grundzuständige Messstellenbetreiber wie Stromnetz Berlin und Westnetz haben die vorgeschriebene Roll-out-Quote von 20 Prozent bis Ende 2025 deutlich übertroffen und bereits mehr als die Hälfte ihrer Haushalte mit intelligenten Messsystemen ausgestattet. Dagegen haben 77 Messstellenbetreiber bislang kein einziges intelligentes Messsystem installiert. Insgesamt zählte die Bundesnetzagentur zuletzt 599 Messstellenbetreiber mit weniger als 30.000 Messstellen. Diese erreichten im Durchschnitt lediglich eine Roll-out-Quote von 14,6 Prozent.
Die Initiative sieht in der starken Zersplitterung des deutschen Messstellenmarkts eine wesentliche Ursache für die langsame Entwicklung. „Aus Branchenkreisen ist immer wieder zu hören, dass es mindestens 500.000 Messstellen braucht, damit sich die Investitionen lohnen. Die in Europa fast einzigartige Kleinteiligkeit des deutschen Messstellenbetriebs ist daher aus ökonomischen Gründen eine strukturelle Bremse des Roll-outs“, sagt Matthias Martensen, Mitgründer von Ostrom und Mitglied der SMI. Positiv bewertet die Initiative, dass sich inzwischen erste Zusammenschlüsse kleiner Stadtwerke abzeichnen.
Hürden der dynamischen Stromtarife
Kritisch sieht die SMI auch die Verbreitung dynamischer Stromtarife. Zwar sind alle Stromanbieter seit 2025 verpflichtet, entsprechende Tarife anzubieten. Nach Einschätzung der Initiative existieren viele Angebote jedoch nur formal, seien schwer auffindbar oder wenig attraktiv gestaltet. Deshalb verbleibt die Mehrheit der Haushalte weiterhin in klassischen Fixtarifen. Gleichzeitig wächst das Interesse der Verbraucher. Laut einer Erhebung des Verbraucherzentrale Bundesverbands nutzten 2022 lediglich zwei Prozent der Haushalte dynamische Tarife. 2024 lag dieser Anteil bereits bei sieben Prozent, während das Interesse von 45 auf 60 Prozent stieg.
Martensen fordert, dynamische Tarife insbesondere für Eigenheime mit Elektroauto, Wärmepumpe oder Batteriespeicher zum Regelfall zu machen. Nur wenn Verbraucher finanzielle Vorteile hätten, ihren Stromverbrauch in Zeiten hoher Erzeugung und niedriger Preise zu verlagern, könnten Smart Meter ihr Potenzial für das Energiesystem entfalten.
Darüber hinaus spricht sich die Initiative für echte dynamische Netzentgelte aus. Derzeit fehlen nach Einschätzung der SMI vielen Netzbetreibern sowohl die erforderliche IT-Infrastruktur als auch die Datengrundlage für eine netzauslastungsabhängige Bepreisung. Fortschritte sieht die Initiative jedoch in der Umsetzung von Modul 3 des § 14a EnWG. Seit 2026 bieten Netzbetreiber zeitvariable Netzentgelte an, die insbesondere Besitzern von Wärmepumpen oder Wallboxen finanzielle Anreize geben, ihren Stromverbrauch in Zeiten geringer Netzauslastung zu verschieben. Dadurch lassen sich die Netzkosten spürbar senken.
Smart Metering: GWA-Wechsel unter Zeitdruck erfolgreich gemeistert
[15.10.2026] Der Wechsel der Gateway-Administration ist für Energieversorger eine Herausforderung. Alliander und Kisters haben innerhalb kurzer Zeit gleich drei solcher Migrationen umgesetzt und dabei Erfahrungen gesammelt, die auch für zukünftige Wechsel relevant sind. mehr...
EWE Netz: Smart-Meter-Ausbau über Bundesschnitt
[30.09.2026] EWE Netz hat nach eigenen Angaben 12,1 Prozent seiner Messstellen mit intelligenten Messsystemen ausgestattet. Damit lag der Anteil Ende Juni rund doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. mehr...
PwC-Studie: Smart-Meter-Roll-out mit Schwächen im Prozess
[28.09.2026] Der Smart Meter Roll-out in Deutschland hat das gesetzliche Etappenziel für Ende 2025 übertroffen. Eine PwC-Studie zeigt jedoch deutliche Unterschiede zwischen den Messstellenbetreibern und Schwächen bei Planung, Einbau und Kundenfeedback. mehr...
Smart-Meter-Initiative: Roll-out kommt nur langsam voran
[23.09.2026] Der Smart Meter Roll-out ist im ersten Halbjahr 2026 langsamer vorangekommen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur stieg die Roll-out-Quote bis Ende Juni auf 5,9 Prozent. mehr...
Smart-Meter-Initiative: Anbieter kritisieren Westnetz
[22.09.2026] Die in der Smart-Meter-Initiative zusammengeschlossenen Energieanbieter beklagen Probleme beim Smart-Meter-Betrieb im Netzgebiet von Westnetz. Fehlende oder widersprüchliche Messdaten führten dazu, dass Kunden nicht auf Basis ihres tatsächlichen Verbrauchs abgerechnet werden können. mehr...
Smart Meter Roll-out: Gateway für Schleupen-Systeme freigegeben
[09.09.2026] Das Smart Meter Gateway von Sagemcom Dr. Neuhaus ist in die Whitelist des Software-Anbieters Schleupen aufgenommen worden. Damit kann das Gerät in der Schleupen-Systemlandschaft eingesetzt werden. mehr...
BBH-Gruppe/co.met: Digitale Lösung für den Smart Meter Roll-out
[09.09.2026] Die BBH-Gruppe und co.met verknüpfen ihre digitalen Systeme, um Messstellenbetreiber bei Zutrittsproblemen im Smart Meter Roll-out zu unterstützen. Die gemeinsame Lösung soll die operative Bearbeitung mit der rechtlichen Durchsetzung von Zutrittsrechten verbinden. mehr...
metering days: Den Smart Meter Roll-out vorantreiben
[31.08.2026] Die metering days 2026 befassen sich mit dem beschleunigten Smart Meter Roll-out und der Digitalisierung der Stromverteilnetze. Im Mittelpunkt stehen auch mögliche neue Vorgaben der Bundesregierung, europäische Pläne und Kooperationen von Stadtwerken. mehr...
Hertener Stadtwerke: Smart Meter Roll-out läuft
[21.08.2026] Die Hertener Stadtwerke haben inzwischen rund 1.250 intelligente Messsysteme installiert und die gesetzliche Ausbauquote erreicht. Nun bereiten sie den nächsten Schritt vor: die Erprobung von Steuerboxen für die netzorientierte Steuerung. mehr...
rku.it: SMGWA Roadshow macht Station in Dortmund und Ludwigshafen
[21.08.2026] rku.it setzt seine SMGWA Roadshow im September in Dortmund und im November in Ludwigshafen fort. Im Mittelpunkt stehen der Smart Meter Roll-out, regulatorische Anforderungen und weitere Digitalisierungsthemen für Stadtwerke und andere Energieversorger. mehr...
Smart-Meter-Initiative: Leitlinien für Smart Meter Light vorgelegt
[27.07.2026] Die Smart-Meter-Initiative hat technische Leitlinien für ein kostengünstiges Smart Meter Light vorgelegt. Das Konzept soll den Roll-out für Haushalte ohne steuerbare Verbrauchseinrichtungen beschleunigen und setzt auf einfache, aufrüstbare Technik. mehr...
Voltaris: Rezertifizierung erhalten
[22.07.2026] Voltaris ist erneut nach ISO/IEC 27001 für sein Informationssicherheits-Managementsystem zertifiziert worden. Die Rezertifizierung bestätigt die Sicherheitsstandards für Gateway-Administration und CLS-Betrieb und stärkt die Planungssicherheit beim Smart Meter Roll-out. mehr...
Stadtwerke Neustadt: Einführung von aEMT-Basismodul
[01.07.2026] Die Stadtwerke Neustadt an der Weinstraße führen für das CLS-Management das aEMT-Basismodul von Voltaris ein. Damit schaffen sie die technischen Voraussetzungen für die netzdienliche Steuerung nach § 14a EnWG und treiben den Steuer-Roll-out im intelligenten Messwesen voran. mehr...
Advertorial: Rollout zwischen Regulierung und Praxis
[11.06.2026] Der Smart-Meter-Rollout nimmt Fahrt auf – doch zwischen regulatorischen Vorgaben, technischen Anforderungen und Marktprozessen bleibt die Umsetzung anspruchsvoll. Die BDEW-Fachtagung Messwesen 2026 bringt am 29. und 30. September in Köln Expertinnen und Experten aus Behörden, Verbänden und Unternehmen zusammen, um gemeinsam Antworten auf die drängendsten Praxisfragen zu finden. mehr...
M-TEC: Präsentation von intelligentem Einspeisezähler
[09.06.2026] M-TEC stellt mit dem ENERGY-HERO einen intelligenten Einspeisezähler für systemoffene Energielösungen vor. Die auf der Intersolar Europe präsentierte Lösung soll PV-Anlagen, Speicher und Wärmepumpen herstellerübergreifend vernetzen und ab September auch in die Kostal-Welt integriert werden. mehr...













