Freitag, 26. Juni 2026

Hannoverenercity erhält Gesellschafterdarlehen

[11.11.2025] Die Landeshauptstadt Hannover unterstützt enercity mit einem Gesellschafterdarlehen von über 700 Millionen Euro zur Finanzierung der Energiewende. Grundlage ist ein neuer Konzernkredit nach dem Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz, den der Stadtrat am 30. Oktober beschlossen hat.

Die Landeshauptstadt Hannover gewährt enercity ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von 700 Millionen Euro.

(Bildquelle: enercity)

Die Landeshauptstadt Hannover gewährt enercity ein Gesellschafterdarlehen in Höhe von 700 Millionen Euro. Wie die Stadt mitteilt, soll die erste Tranche von über 350 Millionen Euro noch in diesem Jahr fließen, die zweite im Jahr 2026. Das Darlehen dient der Finanzierung von Investitionen in erneuerbare Energien, Speichertechnologien, Netze, Digitalisierung und die grüne Wärmewende.

Möglich wird die Transaktion durch einen sogenannten Konzernkredit, den die Stadt Hannover aufnimmt und mit einem marktüblichen Zinsaufschlag an ihr kommunales Energieunternehmen weitergibt. Der Rat der Stadt hat die Kreditaufnahme und die Weitergabe des Darlehens am 30. Oktober beschlossen. Das neue Finanzierungsinstrument erlaubt es Kommunen in Niedersachsen seit Januar 2025, Kredite für Beteiligungsunternehmen aufzunehmen, ohne den eigenen Haushalt zusätzlich zu belasten.

Umsetzung der Energiewende

Oberbürgermeister Belit Onay (Bündnis 90/Die Grünen) betonte laut Mitteilung, die Stadt und enercity arbeiteten seit Jahren erfolgreich an der Umsetzung der Energiewende. Mit der Umstellung auf klimaneutrale Stromproduktion wolle enercity bis 2030 bereits 80 Prozent erreichen. „Gemeinsam wollen wir die Energiewende voranbringen, die Versorgung zukunftssicher aufstellen und das Leben der Menschen in Hannover verbessern“, so Onay.

Auch enercity-Vorstandsvorsitzende Aurélie Alemany unterstrich den Umfang der anstehenden Investitionen. Das Unternehmen plane, mehrere Milliarden Euro in erneuerbare Energien und Infrastruktur zu investieren – darunter rund 1,5 Milliarden Euro in Hannovers Wärmewende und etwa zwei Milliarden Euro in das Stromnetz bis 2035. „Wir freuen uns, in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Hannover neue, wieder einmal innovative Wege zu gehen“, sagte Alemany. Ziel sei eine nachhaltige Finanzierung der Energiewende und langfristig bezahlbare Energie.

Vorteile für beide Seiten

Hannovers Finanzdezernent Axel von der Ohe wies darauf hin, dass der Konzernkredit Vorteile für beide Seiten biete: enercity könne sein Finanzierungsportfolio erweitern, während die Stadt von Zinseinnahmen in Millionenhöhe profitiere. Das neue Instrument eröffne zudem Spielräume für künftige Projekte.

Laut enercity-Finanzvorstand Marc Hansmann schafft ein starkes Eigenkapital die Basis für günstige Fremdfinanzierung und sichere Investitionen. Diese zahlten nicht nur auf die Klimaneutralität ein, sondern auch auf Wertschöpfung, Beschäftigung und Wachstum in der Region.

Der sogenannte Konzernkredit nach §121a des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes (NKomVG) wurde durch eine Gesetzesänderung vom 29. Januar 2025 eingeführt. Er ermöglicht Kommunen, Kredite für Beteiligungsunternehmen aufzunehmen und zu marktgerechten Konditionen weiterzugeben. Die Kommune bleibt formell Schuldnerin, der Kredit gilt jedoch als bilanzneutral. Voraussetzung ist die Zustimmung der Kommunalaufsicht im Niedersächsischen Innenministerium.



Stichwörter: Finanzierung, enercity, Hannover


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