DuisburgMinisterium unterstützt Erkundungsbohrung

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert in Duisburg eine Erkundungsbohrung zur Tiefengeothermie mit rund 7,5 Millionen Euro.
(Bildquelle: Stadtwerke Duisburg)
Mit der geplanten Erkundungsbohrung zur Tiefengeothermie wollen die Stadtwerke Duisburg das Potenzial von Erdwärme für die künftige Wärmeversorgung der Stadt erschließen. Wie das nordrhein-westfälische Wirtschafts- und Klimaschutzministerium mitteilt, unterstützt das Land das Vorhaben mit rund 7,5 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „progres.nrw-Risikoabsicherung hydrothermale Geothermie“. Den entsprechenden Förderbescheid übergab Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur (Bündnis 90/Die Grünen) vergangene Woche vor Ort.
Ziel der Bohrung ist es, belastbare Daten über den tiefen Untergrund zu gewinnen und damit die Voraussetzungen für eine spätere Einspeisung von Erdwärme in das Duisburger Fernwärmenetz zu schaffen. Derartige Erkundungen gelten als zentrale Phase in Geothermieprojekten, da erst sie klären, ob wasserführende Gesteinsschichten in ausreichender Tiefe und Temperatur vorhanden sind. Nach Angaben des Ministeriums soll die Förderung dazu beitragen, finanzielle Risiken in dieser frühen Projektphase zu begrenzen und Investitionen von Kommunen und Stadtwerken zu erleichtern.
Stabile Wärmepreise
Ministerin Neubaur erklärte, Duisburg übernehme mit dem Engagement der Stadtwerke eine Vorreiterrolle bei der Umstellung auf klimafreundliche Wärme. Geothermie sei unabhängig von fossilen Energieträgern, trage zur Versorgungssicherheit bei und könne langfristig stabile Wärmepreise ermöglichen. Das Land unterstütze solche Projekte, weil sie die Wärmewende konkret voranbrächten und zugleich den Wirtschaftsstandort stärkten.
Geothermie gilt in Nordrhein-Westfalen als wichtiger Bestandteil des künftigen Wärmemixes, insbesondere für dicht besiedelte Räume mit bestehenden Nah- und Fernwärmenetzen. Im Masterplan Geothermie verfolgt das Land nach eigenen Angaben das Ziel, bis zum Jahr 2045 bis zu 20 Prozent des Wärmebedarfs aus Erdwärme zu decken. Neben der Reduktion von Treibhausgasen sollen dadurch regionale Wertschöpfung und Planungssicherheit für öffentliche und private Akteure erhöht werden.
Hydrothermales Verfahren
Technisch wird bei der in Duisburg geplanten Tiefengeothermie das hydrothermale Verfahren eingesetzt. Dabei wird natürlich vorkommendes heißes Tiefenwasser aus mehreren hundert bis über 1.500 Metern Tiefe gefördert, an der Oberfläche zur Wärmeübertragung genutzt und anschließend wieder in den Untergrund zurückgeführt. Seismische Messungen dienen der Vorerkundung geeigneter Gesteinsformationen, endgültige Sicherheit über deren Wasserführung liefern jedoch erst Bohrungen. Nach Darstellung der Landesregierung sind Flächenverbrauch und Eingriffe ins Erdreich bei dieser Technologie gering, Risiken für Grundwasser oder unerwünschte Erdbewegungen gelten als äußerst unwahrscheinlich. Der Einsatz von Fracking-Methoden ist ausgeschlossen.
Vor diesem Hintergrund sieht das Land Nordrhein-Westfalen gute geologische Voraussetzungen für einen breiten Ausbau der Geothermie. Die geförderte Erkundungsbohrung in Duisburg wird als weiterer Schritt gewertet, um die Wärmewende sozial verträglich, wirtschaftlich und klimafreundlich voranzubringen.
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