Mittwoch, 22. Juli 2026

DuisburgMinisterium unterstützt Erkundungsbohrung

[13.01.2026] Nordrhein-Westfalen fördert in Duisburg eine Erkundungsbohrung zur Tiefengeothermie mit rund 7,5 Millionen Euro. Das Projekt der Stadtwerke Duisburg soll die Grundlage für eine klimafreundliche und langfristig bezahlbare Wärmeversorgung im Fernwärmenetz schaffen.

Das Land Nordrhein-Westfalen fördert in Duisburg eine Erkundungsbohrung zur Tiefengeothermie mit rund 7,5 Millionen Euro.

(Bildquelle: Stadtwerke Duisburg)

Mit der geplanten Erkundungsbohrung zur Tiefengeothermie wollen die Stadtwerke Duisburg das Potenzial von Erdwärme für die künftige Wärmeversorgung der Stadt erschließen. Wie das nordrhein-westfälische Wirtschafts- und Klimaschutzministerium mitteilt, unterstützt das Land das Vorhaben mit rund 7,5 Millionen Euro aus dem Förderprogramm „progres.nrw-Risikoabsicherung hydrothermale Geothermie“. Den entsprechenden Förderbescheid übergab Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur (Bündnis 90/Die Grünen) vergangene Woche vor Ort.

Ziel der Bohrung ist es, belastbare Daten über den tiefen Untergrund zu gewinnen und damit die Voraussetzungen für eine spätere Einspeisung von Erdwärme in das Duisburger Fernwärmenetz zu schaffen. Derartige Erkundungen gelten als zentrale Phase in Geothermieprojekten, da erst sie klären, ob wasserführende Gesteinsschichten in ausreichender Tiefe und Temperatur vorhanden sind. Nach Angaben des Ministeriums soll die Förderung dazu beitragen, finanzielle Risiken in dieser frühen Projektphase zu begrenzen und Investitionen von Kommunen und Stadtwerken zu erleichtern.

Stabile Wärmepreise

Ministerin Neubaur erklärte, Duisburg übernehme mit dem Engagement der Stadtwerke eine Vorreiterrolle bei der Umstellung auf klimafreundliche Wärme. Geothermie sei unabhängig von fossilen Energieträgern, trage zur Versorgungssicherheit bei und könne langfristig stabile Wärmepreise ermöglichen. Das Land unterstütze solche Projekte, weil sie die Wärmewende konkret voranbrächten und zugleich den Wirtschaftsstandort stärkten.

Geothermie gilt in Nordrhein-Westfalen als wichtiger Bestandteil des künftigen Wärmemixes, insbesondere für dicht besiedelte Räume mit bestehenden Nah- und Fernwärmenetzen. Im Masterplan Geothermie verfolgt das Land nach eigenen Angaben das Ziel, bis zum Jahr 2045 bis zu 20 Prozent des Wärmebedarfs aus Erdwärme zu decken. Neben der Reduktion von Treibhausgasen sollen dadurch regionale Wertschöpfung und Planungssicherheit für öffentliche und private Akteure erhöht werden.

Hydrothermales Verfahren

Technisch wird bei der in Duisburg geplanten Tiefengeothermie das hydrothermale Verfahren eingesetzt. Dabei wird natürlich vorkommendes heißes Tiefenwasser aus mehreren hundert bis über 1.500 Metern Tiefe gefördert, an der Oberfläche zur Wärmeübertragung genutzt und anschließend wieder in den Untergrund zurückgeführt. Seismische Messungen dienen der Vorerkundung geeigneter Gesteinsformationen, endgültige Sicherheit über deren Wasserführung liefern jedoch erst Bohrungen. Nach Darstellung der Landesregierung sind Flächenverbrauch und Eingriffe ins Erdreich bei dieser Technologie gering, Risiken für Grundwasser oder unerwünschte Erdbewegungen gelten als äußerst unwahrscheinlich. Der Einsatz von Fracking-Methoden ist ausgeschlossen.

Vor diesem Hintergrund sieht das Land Nordrhein-Westfalen gute geologische Voraussetzungen für einen breiten Ausbau der Geothermie. Die geförderte Erkundungsbohrung in Duisburg wird als weiterer Schritt gewertet, um die Wärmewende sozial verträglich, wirtschaftlich und klimafreundlich voranzubringen.





Anzeige

Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Geothermie

EWP Potsdam: Bohrstart für Tiefengeothermie

[17.07.2026] Die Energie und Wasser Potsdam hat am Heizkraftwerk Süd die Bohrungen zur Erschließung von Tiefengeothermie begonnen. Mit dem Projekt soll eine weitere erneuerbare Wärmequelle für die Fernwärmeversorgung der Landeshauptstadt erschlossen werden. mehr...

München: Große Seismik-Kampagne

[14.07.2026] Im Großraum München beginnt Ende August eine groß angelegte seismische Messkampagne zur Erkundung von Geothermiepotenzialen. Nach Angaben des Forschungsprojekts GIGA-M soll dabei erstmals ein durchgängiges dreidimensionales Modell des tiefen Untergrunds entstehen. mehr...

Ruhrgebiet: Größtes Geothermie-Erlaubnisfeld

[25.06.2026] Im Ruhrgebiet entsteht das bislang größte Geothermie-Untersuchungsfeld in Deutschland. Für das Projekt „Erdwärme Metropole Ruhr“ wurde nun die entsprechende Erlaubnis erteilt. mehr...

Potsdam: Verlängerung von Projekt zur Tiefengeothermie

[24.06.2026] EWP und das GFZ erschließen in Potsdam gemeinsam weitere Standorte für die Tiefengeothermie. Die vierjährige Kooperation soll den Umbau der Wärmeversorgung beschleunigen und den Weg für den Ersatz des bestehenden Heizkraftwerks ebnen. mehr...

Münster: Forschungsbohrung für 2027 geplant

[22.06.2026] In Münster soll 2027 eine Forschungsbohrung prüfen, ob sich heißes Thermalwasser in mehr als einem Kilometer Tiefe nutzen lässt. Das Projekt könnte die Grundlage für eine klimafreundliche Wärmeversorgung legen und wichtige Entscheidungen für die Wärmewende in der Region beeinflussen. mehr...

Schematische Darstellung einer Anlage zur tiefen Geothermie. Die Grafik zeigt einen Querschnitt durch den Untergrund mit mehreren Gesteinsschichten. Zwei Bohrungen reichen bis in rund 3.500 Meter Tiefe zu einer etwa 150 Grad Celsius heißen wasserführenden Schicht. Heißes Wasser wird über eine Förderbohrung an die Oberfläche geleitet, zur Erzeugung von Fernwärme und Elektrizität genutzt und anschließend über eine zweite Bohrung wieder in den Untergrund zurückgeführt. An der Oberfläche sind Gebäude, Felder, Stromleitungen und technische Anlagen dargestellt. Die Beschriftungen „Fernwärme“ und „Elektrizität“ verdeutlichen die Nutzung der geothermischen Energie.

Baden-Württemberg: Landesregierung setzt auf Geothermie

[12.06.2026] Die neue Landesregierung in Baden-Württemberg will den Ausbau der tiefen Geothermie vorantreiben. Nach Angaben der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg sollen Hemmnisse für die Technologie abgebaut werden. Derzeit befinden sich 17 Anlagen im Land in Planung, eine weitere wird gebaut. mehr...

Stadtwerke Husum: Tiefengeothermie für Wärmeversorgung

[02.06.2026] Die Stadtwerke Husum lassen die Möglichkeiten für eine Nutzung von Tiefengeothermie untersuchen. Eine Machbarkeitsstudie soll klären, ob und wo Bohrungen möglich sind und unter welchen Voraussetzungen sich das Vorhaben umsetzen lässt. mehr...

München: Geothermie-Messungen im Projekt GIGA-M

[01.06.2026] Mit einer Seismik-Kampagne sollen im Großraum München bislang ungenutzte Erdwärme-Potenziale untersucht werden. Mehrere Stadtwerke und kommunale Unternehmen haben sich dazu im Forschungsprojekt GIGA-M zusammengeschlossen. mehr...

Mehrere weiße Vibro-Trucks stehen auf einer Straße am Rand eines Feldes. Die Spezialfahrzeuge werden für seismische Messungen zur Untersuchung des Untergrunds eingesetzt. Der Himmel ist bewölkt.

Nürnberg: N-ERGIE plant Erdwärmeprojekt

[27.05.2026] N-ERGIE will in der zweiten Jahreshälfte 2026 den Untergrund in und um Nürnberg mit 2D-Seismik-Messungen untersuchen. Die Daten sollen helfen, das Potenzial von Erdwärme in der Region Nürnberg genauer zu bewerten. mehr...

Neuhofen: Informationsveranstaltung zu Tiefengeothermie-Projekt

[22.05.2026] Das Tiefengeothermie-Projekt „Rhein-Pfalz“ hat seine erste Bürgerinformationsveranstaltung in Neuhofen genutzt, um Technik, Bohrungen und Wärmenetzpläne vorzustellen. Das große Interesse der Besucher zeigt, wie stark die regionale Wärmewende und die Aussicht auf langfristig stabile Wärmepreise die Menschen vor Ort beschäftigen. mehr...

Oberschwaben: LGRB startet seismische Messkampagne im Herbst

[20.05.2026] In Oberschwaben beginnt im Oktober 2026 eine groß angelegte 2D-Seismik zur Erkundung tiefer geothermischer Potenziale. Die Messkampagne soll Kommunen und Energieversorgern belastbare Daten für klimaneutrale Wärmeprojekte liefern und gilt als wichtiger Baustein der Wärmewende in Baden-Württemberg. mehr...

Kaiserslautern: Pfälzer Wärme aus dem Untergrund

[07.05.2026] Das Unternehmen Deutsche ErdWärme und die Stadtwerke Kaiserslautern prüfen, ob Geothermie künftig zur Wärmeversorgung der Stadt beitragen kann. Dafür werden Daten aus seismischen Messungen im Untergrund ausgewertet. mehr...

Stadtwerke Münster: Untergrundmodell liefert möglichen Bohrstandort

[06.05.2026] Die Stadtwerke Münster haben aus einer groß angelegten 3D-Seismik ein detailliertes Untergrundmodell bis 6.000 Meter Tiefe erstellt und leiten daraus einen ersten möglichen Bohrstandort für Tiefengeothermie am Stadthafen ab. mehr...

Wuppertal: Machbarkeitsstudie zur tiefen Geothermie

[01.04.2026] Die Fraunhofer IEG und die Wuppertaler Stadtwerke starten eine Machbarkeitsstudie zur Nutzung tiefer Geothermie in Wuppertal. Die Untersuchung soll klären, ob Erdwärme aus mehreren tausend Metern Tiefe künftig zur klimafreundlichen Wärmeversorgung der Stadt beitragen kann. mehr...

Herrsching am Ammersee: Gymnasium nutzt PVT-Module

[26.03.2026] Ein Gymnasium in Herrsching am Ammersee nutzt erstmals PVT-Module in Kombination mit Geothermie für seine Energieversorgung. Das hybride System reduziert den Bedarf an Erdsonden deutlich und zeigt, wie sich Flächen- und Genehmigungsgrenzen in Neubauten überwinden lassen. mehr...