Baden-WürttembergPositionspapier zur Wasserkraft

Sägemühle mit Wasserkraftnutzung: An vielen Standorten könnten durch technische Erneuerungen und Effizienzsteigerungen höhere Leistungen erzielt werden.
(Bildquelle: PEE BW / Stephanie Hähnlein)
Die Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg (PEE BW) betont die zentrale Rolle der Wasserkraft für eine sichere und klimaneutrale Energieversorgung. Wie der Branchenverband mitteilt, leistet die Wasserkraft einen unverzichtbaren Beitrag zur Stabilität des Energiesystems im Land. Dies gelte insbesondere in Zeiten, in denen Wind- und Solarenergie nur eingeschränkt verfügbar sind.
Grundlage hierfür ist ein gemeinsames Positionspapier zur Landtagswahl 2026, das von der Arbeitsgemeinschaft Wasserkraftwerke Baden-Württemberg und der Interessengemeinschaft Wasserkraft Baden-Württemberg erarbeitet wurde. Beide Organisationen vertreten Betreiber von Wasserkraftanlagen im Land.
Wasserkraft stärkt Resilienz
Jürgen Scheurer, Geschäftsführer von PEE BW, erklärt: „Wasserkraft ist ein zentraler Baustein für eine sichere und klimaneutrale Energieversorgung in Baden-Württemberg. Sie liefert verlässlich Strom, auch wenn Wind und Sonne wenig beitragen, und stärkt damit die Resilienz unseres Energiesystems.“ Zugleich verbinde sie Klimaschutz, Gewässerökologie und regionale Wertschöpfung. Die Politik sollte deshalb die Potenziale konsequent nutzen und Hemmnisse abbauen.
Ein Schwerpunkt des Positionspapiers liegt auf Genehmigungsverfahren. Laut den Verbänden sind diese oft komplex und langwierig. Dadurch würden Modernisierungen und ökologische Verbesserungen an bestehenden Anlagen verzögert. Dabei erlauben die geltenden Gesetze bereits heute, den Klimaschutz stärker zu berücksichtigen. In wasserrechtlichen Entscheidungen muss eine ausgewogene Abwägung zwischen Klima-, Energie- und Naturschutz erfolgen. Dafür sei auch fachliche Expertise erforderlich.
Ungenutzte Potenziale
Ein weiteres Thema sind ungenutzte Potenziale. An vielen Standorten könnten durch technische Erneuerungen und Effizienzsteigerungen höhere Leistungen erzielt werden. Auch eine dynamische Bewirtschaftung des Stauraums bietet Chancen. Zudem verweisen die Verbände auf stillgelegte Anlagen und bestehende Querbauwerke, die wieder genutzt werden könnten. Dafür seien jedoch klarere rechtliche Vorgaben und schnellere Genehmigungen notwendig. Genannt wird auch eine Überarbeitung des Energieatlas Baden-Württemberg. Dieser müsse in ein modernes, digital nutzbares Format überführt werden.
Auch die wirtschaftliche Lage der meist mittelständisch geprägten Kleinwasserkraft spielt eine Rolle. Die Betreiber benötigen verlässlichen Investitionsschutz und auf kleine Anlagen zugeschnittene Förderprogramme des Landes. Zudem fordern die Verbände eine angemessene Vergütung für netzdienliche Leistungen. Dazu zählen Momentanreserve, Blindleistung und die sogenannte Schwarzstartfähigkeit. Letztere beschreibt die Fähigkeit, ein Stromnetz ohne externe Hilfe wieder hochzufahren.
Chancen der Sektorkopplung
Zum Abschluss weisen die Verbände auf die Chancen der Sektorkopplung hin. Demnach könne die Wasserkraft Strom, Wärme, Mobilität und Speicherung verbinden. Als Beispiele werden die Nutzung von Wärme aus Fließgewässern, die Errichtung von Ladeinfrastruktur im ländlichen Raum sowie die Potenziale in Klär- und Trinkwassersystemen genannt. Die Verbände kündigen an, ihre Erfahrung weiterhin in politische Prozesse einbringen zu wollen, um die Energiewende in Baden-Württemberg zu unterstützen.
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