ASEWKlimarisiken systematisch prüfen

Extreme Wetterereignisse treten in kürzeren Abständen auf.
(Bildquelle: ASEW)
Klimabedingte Risiken treffen Stadtwerke bereits heute. Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) hin. Laut der ASEW gefährden Überflutungen, Hitzeperioden oder Wasserknappheit zunehmend die Infrastruktur und die Versorgungssicherheit. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Klimarisikoanalyse für kommunale Unternehmen an Bedeutung.
Klimarisiken sind keine Zukunftsfrage
Laut der ASEW nehmen extreme Wetterereignisse zu und treten in kürzeren Abständen auf. Beispiele wie das Oderhochwasser, der Sturm Kyrill oder der Hurrikan Katrina zeigen die Folgen. Spätestens wenn solche Ereignisse den Betrieb beeinträchtigen, wird klar, dass Klimarisiken keine theoretische Größe mehr sind. „Klimarisiken sind keine Zukunftsfrage mehr, sie sind Realität“, sagt Lisa Thelen, Projektmanagerin Klimaschutz bei der ASEW. Ereignisse wie die Starkregenkatastrophe im Ahrtal hätten gezeigt, wie verletzlich kritische Infrastrukturen sind. Starkregen, Hitze und Dürre sind Teil einer neuen klimatischen Normalität.
Risiken analysieren
Mithilfe einer Klimarisikoanalyse sollen Stadtwerke in die Lage versetzt werden, diese Entwicklungen systematisch zu erfassen. Das Ziel besteht darin, standortbezogene und übergreifende Risiken zu identifizieren, zu bewerten und zu priorisieren. Dazu zählen beispielsweise Dürren, Starkregen oder Hitzewellen. Auf dieser Grundlage lassen sich Anpassungskapazitäten einschätzen und konkrete Maßnahmen ableiten, wie die ASEW angibt. Dies ist besonders auf kommunaler Ebene wichtig, da hier Vorsorge praktisch umgesetzt wird. Zugleich entsteht eine belastbare Grundlage für eine langfristige und widerstandsfähige Unternehmensplanung.
In der Praxis sind Klimarisikoanalysen jedoch oft komplex und aufwendig. Externe Gutachten können hohe Kosten verursachen, ohne dass der Nutzen im Voraus klar ist. „Viele Stadtwerke stehen vor der Frage, ob sie einfach pauschal eine KRA vergeben sollen, ohne genau zu wissen, was sie damit am Ende anfangen können“, sagt Thelen. Der Ansatz der ASEW ist es deshalb, zunächst Struktur zu schaffen, die Komplexität zu reduzieren und relevante Risiken einzugrenzen. Darauf aufbauend lassen sich weitere Schritte gezielt planen.
Tool zur Klimarisikoanalyse
Die ASEW empfiehlt für den Einstieg einen pragmatischen Weg. Stadtwerke sollten demnach vorhandene, frei zugängliche Daten nutzen, sich zunächst auf besonders betroffene Bereiche konzentrieren und bestehende regionale Analysen heranziehen. Mithilfe einer abgeschlossenen Klimarisikoanalyse lässt sich dann gezielt bestimmen, welche Gefahren welche Standorte und Systeme betreffen und welche Anpassungen nötig sind.
Zur Unterstützung hat die ASEW ein eigenes Tool zur Klimarisikoanalyse entwickelt. Nach Angaben der Organisation befindet es sich derzeit in einer Testphase mit fünf Stadtwerken. Mithilfe des Tools soll eine Analyse nach den Vorgaben der EU-Taxonomie ermöglicht werden. Ergänzend ist für das Jahr 2026 ein Beratungsangebot geplant. „Viele Stadtwerke wissen um die Relevanz des Themas, finden im Alltag aber kaum die nötigen Kapazitäten“, sagt Thelen. Hier wolle die ASEW ansetzen.
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