Samstag, 19. September 2026

ASEWKlimarisiken systematisch prüfen

[04.02.2026] Schon heute bedrohen Extremwetterereignisse die Netze und Anlagen von Stadtwerken. Eine Klimarisikoanalyse hilft dabei, Gefahren zu erkennen und Pflichten zu erfüllen. Die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung bietet hierfür Unterstützung an.
Dunkle Gewitterwolken mit einem hellen Blitz über einer Stadt bei Nacht, im Vordergrund sind Lichter der bebauten Umgebung zu sehen.

Extreme Wetterereignisse treten in kürzeren Abständen auf.

(Bildquelle: ASEW)

Klimabedingte Risiken treffen Stadtwerke bereits heute. Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft für sparsame Energie- und Wasserverwendung (ASEW) hin. Laut der ASEW gefährden Überflutungen, Hitzeperioden oder Wasserknappheit zunehmend die Infrastruktur und die Versorgungssicherheit. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Klimarisikoanalyse für kommunale Unternehmen an Bedeutung.

Klimarisiken sind keine Zukunftsfrage

Laut der ASEW nehmen extreme Wetterereignisse zu und treten in kürzeren Abständen auf. Beispiele wie das Oderhochwasser, der Sturm Kyrill oder der Hurrikan Katrina zeigen die Folgen. Spätestens wenn solche Ereignisse den Betrieb beeinträchtigen, wird klar, dass Klimarisiken keine theoretische Größe mehr sind. „Klimarisiken sind keine Zukunftsfrage mehr, sie sind Realität“, sagt Lisa Thelen, Projektmanagerin Klimaschutz bei der ASEW. Ereignisse wie die Starkregenkatastrophe im Ahrtal hätten gezeigt, wie verletzlich kritische Infrastrukturen sind. Starkregen, Hitze und Dürre sind Teil einer neuen klimatischen Normalität.

Risiken analysieren

Mithilfe einer Klimarisikoanalyse sollen Stadtwerke in die Lage versetzt werden, diese Entwicklungen systematisch zu erfassen. Das Ziel besteht darin, standortbezogene und übergreifende Risiken zu identifizieren, zu bewerten und zu priorisieren. Dazu zählen beispielsweise Dürren, Starkregen oder Hitzewellen. Auf dieser Grundlage lassen sich Anpassungskapazitäten einschätzen und konkrete Maßnahmen ableiten, wie die ASEW angibt. Dies ist besonders auf kommunaler Ebene wichtig, da hier Vorsorge praktisch umgesetzt wird. Zugleich entsteht eine belastbare Grundlage für eine langfristige und widerstandsfähige Unternehmensplanung.

In der Praxis sind Klimarisikoanalysen jedoch oft komplex und aufwendig. Externe Gutachten können hohe Kosten verursachen, ohne dass der Nutzen im Voraus klar ist. „Viele Stadtwerke stehen vor der Frage, ob sie einfach pauschal eine KRA vergeben sollen, ohne genau zu wissen, was sie damit am Ende anfangen können“, sagt Thelen. Der Ansatz der ASEW ist es deshalb, zunächst Struktur zu schaffen, die Komplexität zu reduzieren und relevante Risiken einzugrenzen. Darauf aufbauend lassen sich weitere Schritte gezielt planen.

Tool zur Klimarisikoanalyse

Die ASEW empfiehlt für den Einstieg einen pragmatischen Weg. Stadtwerke sollten demnach vorhandene, frei zugängliche Daten nutzen, sich zunächst auf besonders betroffene Bereiche konzentrieren und bestehende regionale Analysen heranziehen. Mithilfe einer abgeschlossenen Klimarisikoanalyse lässt sich dann gezielt bestimmen, welche Gefahren welche Standorte und Systeme betreffen und welche Anpassungen nötig sind.

Zur Unterstützung hat die ASEW ein eigenes Tool zur Klimarisikoanalyse entwickelt. Nach Angaben der Organisation befindet es sich derzeit in einer Testphase mit fünf Stadtwerken. Mithilfe des Tools soll eine Analyse nach den Vorgaben der EU-Taxonomie ermöglicht werden. Ergänzend ist für das Jahr 2026 ein Beratungsangebot geplant. „Viele Stadtwerke wissen um die Relevanz des Themas, finden im Alltag aber kaum die nötigen Kapazitäten“, sagt Thelen. Hier wolle die ASEW ansetzen.





Weitere Meldungen und Beiträge aus dem Bereich: Panorama
Zwei Fachkräfte installieren die Außeneinheit einer Wärmepumpe von Buderus an der Fassade eines Wohnhauses.

dena-Gebäudereport: Wärmepumpen legen deutlich zu

[18.09.2026] Der dena-Gebäudereport 2026 zeigt unterschiedliche Entwicklungen bei der Energiewende im Gebäudesektor. Während Wärmepumpen weiter an Bedeutung gewinnen, ist der Zubau von Gebäudesolaranlagen zurückgegangen. Zugleich wächst der Markt für Batteriespeicher. mehr...

Stadtwerke Award 2026: Feuchtwangen gewinnt mit Dekarbonisierungskonzept

[17.09.2026] Beim Stadtwerke Award 2026 sind drei Projekte für die kommunale Energiewende ausgezeichnet worden. Den ersten Platz belegen die stadtWERKE Feuchtwangen mit einem regionalen Dekarbonisierungskonzept. Weitere Auszeichnungen gehen nach Saarbrücken und Hamburg. mehr...

BEE: Energiewenderechner vorgestellt

[16.09.2026] Der Bundesverband Erneuerbare Energie hat mit dem Energiewenderechner ein digitales Analyse-Tool für die Planung von Energiewendeprojekten vorgestellt. Das Werkzeug bildet den Stand und mögliche Ausbaupfade der Energiewende bis auf die Ebene von Landkreisen und Kommunen ab. mehr...

Luftaufnahme des Entsorgungszentrums Warden mit mehreren Hallen, Betriebsgebäuden und Verkehrsflächen. Im Hintergrund erstrecken sich Felder und zahlreiche Windenergieanlagen.
bericht

AWA Entsorgung: Energie vor Ort erzeugen und nutzen

[15.09.2026] Am Entsorgungszentrum Warden hat die AWA Entsorgung ein integriertes Energiekonzept umgesetzt. Photovoltaik, Deponiegas-BHKW, Batteriespeicher und Lade-Infrastruktur werden gemeinsam gesteuert. Damit soll möglichst viel der vor Ort erzeugten Energie direkt für Gebäude, Fahrzeuge und Arbeitsmaschinen genutzt werden. mehr...

E.ON-Studie: Potenzial von flexiblem Stromverbrauch wächst

[15.09.2026] E-Autos, Wärmepumpen, Heimspeicher und Haushaltsgeräte könnten in Deutschland derzeit jährlich 18,3 Terawattstunden Strom zeitlich flexibel verbrauchen. Nach einer Studie von E.ON und der Forschungsstelle für Energiewirtschaft könnte das den Haushalten Einsparungen von bis zu 1,65 Milliarden Euro pro Jahr ermöglichen. mehr...

Darmstadt: eHUB erprobt Notstromversorgung für Städte

[14.09.2026] Das eHUB der TU Darmstadt soll zeigen, wie Gebäude und Kritische Infrastrukturen bei länger andauernden Stromausfällen dezentral mit Energie versorgt werden können. Die Anlage auf dem Campus Lichtwiese kann sich vom öffentlichen Stromnetz trennen und im Inselbetrieb selbst versorgen. mehr...

Rheinland-Pfalz: Stadtwerke Trier setzen auf Holzbau

[09.09.2026] Die Stadtwerke Trier wollen neue Trafostationen, Heizzentralen und Batteriespeicher in modularer Holzbauweise errichten. Das Land Rheinland-Pfalz unterstützt das Modellprojekt mit 400.000 Euro. mehr...

KEA-BW: Leitfaden zur Abrechnung von Contracting-Projekten veröffentlicht

[04.09.2026] Die KEA-BW hat einen Leitfaden zur Abrechnung von Contracting-Projekten in kommunalen Haushalten veröffentlicht. Er soll Kämmereien mehr Sicherheit bei der buchhalterischen Behandlung von Energieliefer- und Energiespar-Contracting geben. mehr...

Schleswig-Holstein: Institut für Energiewendeforschung erhält Förderung

[31.08.2026] Das Institut für die Transformation des Energiesystems (ITE) der Fachhochschule Westküste erhält weitere 3,65 Millionen Euro für seine Energiewendeforschung. Bis 2030 soll die Förderung Forschung und Transfer unter anderem zu Wärme, Wasserstoff, Netzintegration und Gebäudetechnik absichern. mehr...

Hamburg: Energielösungen für TIDE-Quartier von enercity

[26.08.2026] Im Hamburger Quartier TIDE übernimmt enercity die Wärmeversorgung, baut 72 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge auf und richtet ein Energiemonitoring ein. Vier von fünf Gebäudeteilen werden bereits mit Fernwärme versorgt. mehr...

Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Wohnhauses mit angeschlossener Wallbox in der Garage. Ein Elektroauto ist zum Laden angeschlossen; grafisch dargestellte Stromflüsse veranschaulichen die Verbindung zwischen Solaranlage, Haustechnik und Ladestation.

Hager: flow-System um KI erweitert

[25.08.2026] Hager hat sein Energiemanagement-System flow in der Hardware-Generation R3 um Funktionen auf Basis Künstlicher Intelligenz erweitert. Das System soll Energieflüsse in Wohngebäuden und im Kleingewerbe steuern und dabei auch Strommarktdaten, dynamische Tarife und variable Netzentgelte berücksichtigen. mehr...

Bitkom-Umfrage: Strompreis ist wichtigstes Entscheidungskriterium

[04.08.2026] Beim Stromanbieterwechsel bleibt der Preis das wichtigste Entscheidungskriterium. Eine Bitkom-Umfrage zeigt aber auch, dass Apps, Transparenz und flexible Tarife für Haushalte zunehmend an Bedeutung gewinnen. mehr...

EuGH-Urteil: KWKG-Förderung keine staatliche Beihilfe

[09.07.2026] Der Europäische Gerichtshof hat entschieden, dass die Förderung nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz keine staatliche Beihilfe im Sinne des EU-Rechts ist. Damit scheiterte die Europäische Kommission mit ihrem Rechtsmittel gegen ein Urteil des Gerichts der Europäischen Union. mehr...

Luftaufnahme eines Energie- und Kompostwerks in Saerbeck. Zu sehen sind mehrere Hallen, eine Biogasanlage mit technischen Anlagen und Rohrleitungen, Lagerflächen sowie ein Biomassebereich. Im Hintergrund erstrecken sich Felder und Waldflächen, daneben steht eine Windenergieanlage.

Saerbeck: Energie aus dem Kompostwerk

[09.07.2026] Die Entsorgungsgesellschaft Steinfurt (EGST) hat in Saerbeck einen neuen Energieverbund offiziell eingeweiht. Nach Angaben des Unternehmens verbindet die Anlage Biomasseheizkraftwerk, Biomethan-Aufbereitung und Klärschlammtrocknung. mehr...

STADTWERKE AWARD: Das sind die sechs Finalisten

[02.07.2026] Sechs Projekte aus Digitalisierung, Quartiersentwicklung und erneuerbaren Energien stehen im Finale des STADTWERKE AWARD 2026. Die Auswahl aus 35 Bewerbungen zeigt, welche Lösungen die kommunale Energiewirtschaft derzeit für die Transformation von Energieversorgung und Infrastruktur entwickelt. mehr...