Donnerstag, 17. September 2026

BSIEckpunkte zur Cyber-Sicherheit von Ladesäulen

[03.08.2026] Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat ein Eckpunktepapier zur Cyber-Sicherheit öffentlicher Lade-Infrastruktur veröffentlicht. Es soll den Ausbau der Elektromobilität mit einheitlichen Sicherheitsmaßnahmen begleiten und den Schutz vor künftigen Cyber-Risiken verbessern.

Ein neues Eckpunktepapier des BSI rückt die Cyber-Sicherheit der öffentlichen Lade-Infrastruktur in den Blick.

(Bildquelle: adobe stock)

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat ein Eckpunktepapier zur Cyber-Sicherheit öffentlicher Lade-Infrastruktur vorgelegt und damit die Umsetzung weiterer Maßnahmen aus dem Masterplan Ladeinfrastruktur 2030 eingeleitet. Wie das BSI mitteilt, entstand das Papier gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr (BMV), dem Bundesministerium des Innern (BMI), dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) sowie der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur (NLL) auf Grundlage einer gemeinsamen Studie zur Sicherheitslage.

Nach Einschätzung des BSI ist die Cyber-Sicherheit der öffentlichen Lade-Infrastruktur derzeit zwar nicht besorgniserregend. Mit dem weiteren Ausbau der Elektromobilität, einer steigenden Zahl von Ladepunkten und Fahrzeugen sowie einer stärkeren Vernetzung wachse jedoch das Risiko, dass heutige Schwachstellen künftig zu ernsthaften Sicherheitsproblemen führen. Deshalb sei es sinnvoll, einheitliche Schutzmaßnahmen bereits in der frühen Ausbauphase umzusetzen.

Umsetzbare Quick Wins

Das Eckpunktepapier beschreibt die aktuelle Gefährdungslage und benennt konkrete Maßnahmen, um die Resilienz und Vertrauenswürdigkeit der Lade-Infrastruktur zu erhöhen. Zudem werden kurzfristig umsetzbare Quick Wins vorgestellt. Ziel ist es, potenzielle Auswirkungen von Cyber-Angriffen auf Ladepunkte, Back-End-Systeme sowie auf die Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Lade-Infrastruktur zu begrenzen.

„Wenn die Potenziale der E-Mobilität nachhaltig ausgeschöpft und der Automobilstandort Deutschland gestärkt werden soll, muss das Risiko von Cyber-Angriffen aktiv angegangen werden, um eine resiliente und vertrauenswürdige Lade-Infrastruktur zu schaffen“, sagt Nevena Rupp, Abteilungsleiterin Digitalisierung und Identitäten im BSI. Cyber-Sicherheit und Resilienz seien neben der Zahl der Ladepunkte ein entscheidender Erfolgsfaktor für Vertrauen und Akzeptanz der Elektromobilität.

Regelmäßige Überprüfung des Handlungsbedarfs

Das BSI will den Handlungsbedarf auch künftig regelmäßig bewerten. Dabei sollen unter anderem mögliche Auswirkungen auf das Stromsystem, die Authentifizierung und Bezahlung von Ladevorgängen sowie die Datenverarbeitung und Kommunikation zwischen Lade-Infrastruktur und Fahrzeugen untersucht werden. Langfristig sollen daraus Anforderungen für Hersteller, Betreiber und Back-End-Systeme entstehen. Angestrebt werden europaweit einheitliche Sicherheitsstandards.

Zur Umsetzung der Maßnahmen aus dem Masterplan Ladeinfrastruktur 2030 haben BSI und BMV bereits im Juni 2026 eine weitere Verwaltungsvereinbarung geschlossen. Die entsprechenden Projekte sollen in Kürze ausgeschrieben und zwischen 2027 und 2029 gemeinsam mit den beteiligten Bundesressorts, der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur und weiteren Akteuren umgesetzt werden.





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