WiesbadenAusbauziel der Lade-Infrastruktur übertroffen

Seit Beginn der Ausbaukonzession im Jahr 2023 hat ESWE Versorgung in Wiesbaden insgesamt 446 neue Ladepunkte errichtet und damit das für Sommer 2026 vereinbarte Ziel von 420 Ladepunkten überschritten.
(Bildquelle: Paul Mueller)
Wiesbaden hat den ersten Meilenstein beim Ausbau der öffentlichen Lade-Infrastruktur erreicht und sogar übertroffen. Wie die Landeshauptstadt Wiesbaden berichtet, errichtete ESWE Versorgung seit Beginn der Ausbaukonzession im Jahr 2023 insgesamt 446 neue Ladepunkte und überschritt damit das für Sommer 2026 vereinbarte Ziel von 420 Ladepunkten.
Grundlage ist ein zehnjähriger Konzessionsvertrag, der bis 2030 den Bau von insgesamt 800 neuen öffentlichen Ladepunkten vorsieht. Nach Angaben der Stadt wurden innerhalb von zweieinhalb Jahren an 151 Standorten 202 Ladestationen mit 446 Ladepunkten errichtet. Der nächste Ausbauschritt ist für Ende 2028 festgelegt. Bis dahin sollen insgesamt 610 Ladepunkte im Rahmen der Konzession in Betrieb sein.
Mit derzeit 1.256 öffentlichen Ladepunkten verschiedener Betreiber zählt Wiesbaden nach Angaben der Stadt zu den am besten ausgestatteten Großstädten Deutschlands (wir berichteten). Seit 2023 habe sich die Zahl der öffentlichen Ladepunkte nahezu vervierfacht. Damit verzeichne die hessische Landeshauptstadt die höchste Zubaurate unter den kreisfreien Städten und Landkreisen. Zum Vergleich nennt die Stadt unter anderem Braunschweig mit 1.169, Bonn mit 1.143, Duisburg mit 1.061 und Mainz mit 531 öffentlichen Ladepunkten.
Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende (SPD) sieht in der Lade-Infrastruktur einen wichtigen Baustein für die Dekarbonisierung des Verkehrs. Öffentliche Ladepunkte erleichterten insbesondere Menschen ohne eigene Garage oder Wallbox den Umstieg auf ein Elektrofahrzeug.
Auch die Standortwahl war Bestandteil des Konzessionsmodells. Nach Angaben des Wiesbadener Verkehrsdezernenten Andreas Kowol wurden die Standorte gemeinsam mit den Ortsbeiräten festgelegt, um den Bedarf in den einzelnen Stadtteilen zu berücksichtigen. Der erreichte Zwischenstand zeige, dass der vereinbarte Ausbauplan eingehalten werde.
ESWE Versorgung betreibt nach eigenen Angaben inzwischen mehr als 2.200 Ladepunkte in Wiesbaden und der Region, davon knapp 1.050 öffentlich im Stadtgebiet. Im Jahr 2025 wurden an den Ladepunkten rund 238.000 Ladevorgänge registriert. Dabei flossen insgesamt 4,7 Gigawattstunden Strom. Nach Berechnungen des Unternehmens konnten dadurch gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor rund 3.830 Tonnen CO₂ eingespart werden.
Für Stadtwerke zeigt das Wiesbadener Modell, wie sich der Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur über eine langfristige Konzession mit verbindlichen Zwischenzielen organisieren lässt. Gleichzeitig verdeutlichen die Nutzungszahlen die wachsenden Anforderungen an Betrieb und Stromnetz, die mit dem Hochlauf der Elektromobilität einhergehen.
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